Nur mit einer hauchdünnen Mehrheit hat Andreas Stoch das Duell um den Vorsitz der Südwest-SPD für sich entschieden. Wahrscheinlich gab die bessere Bewerbungsrede den Ausschlag für den Chef der Landtagsfraktion gegen den Bundestagsabgeordneten Lars Castellucci. Die späte Bewerbung erst zwei Tage vor dem Parteitag war ein hohes Risiko für Stoch.

Er hätte die Kampfabstimmung auch verlieren können. Denn Castellucci hat sich in der Mitgliederbefragung eine überraschend starke Position erarbeitet. Das knappe Ergebnis spiegelt die aktuelle Lagerbildung der Südwest-SPD wider. Stoch ist es nicht gelungen, in der kurzen Zeit sich als Konsenskandidat zu profilieren. Es hat sich auch gezeigt, dass die Position des Landtagsfraktionschefs in der Partei nicht so unbestritten, wie er es selbst gern hätte. Denn sein eigentliches Ziel ist sicher die Spitzenkandidatur seiner Partei bei der Landtagswahl 2021.

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Nach dem Chaos um das Mitgliedervotum und das Hin und Her der verschiedenen Kandidaturen ist der Wunsch nach Geschlossenheit bei der Parteibasis ungeheuer groß. Die Erfahrungen der Vergangenheit belegen, dass die Versprechen zur bedingungslosen Zusammenarbeit, die sich die Spitzenleute wechselseitig gegeben haben, zunächst nur fromme Wünsche sind. Die Wahrheit zeigt sich in der alltäglichen Arbeit. Die Stoch-Vorgänger hatten alle mit Widerständen in der eigenen Partei zu kämpfen.

Die Querelen der letzten Wochen waren da ein weiterer Höhepunkt. Neue Verletzungen sind entstanden. Umso schwieriger wird es für Stoch, die Geschlossenheit zu erzeugen, die er für eine erfolgreiche Arbeit braucht. Die Bündelung der beiden Spitzenämter in der Landtagsfraktion und in der Landespartei bietet für die SPD eine Chance, die Kräfte zu bündeln. In den nächsten Monaten müssen zur Person die passenden Botschaften kommen. Das geplante Bürgerbegehren zur Bildungspolitik könnte da ein guter Anfang sein.

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