Darf ich mich als Paar treffen, wenn ein Partner in der Schweiz lebt?

Nein. Wegen der strikten Einreisebeschränkungen in beiden Ländern gibt es laut Rechtsanwalt Clemens Muñoz aus Konstanz derzeit keine Möglichkeit, seinen Partner in der Schweiz zu besuchen oder in Deutschland entsprechenden Besuch zu empfangen. Eine Arbeitsbewilligung für die Schweiz oder eine Pendlerbescheinigung für Deutschland würde auch nur für diese Zwecke berechtigen.

Wie das baden-württembergische Innenministerium auf Nachfrage mitteilt, hat das Robert Koch-Institut (RKI) die gesamte Schweiz zum Risikogebiet erklärt. Von dort aus seien Fahrten und Reisen nach oder durch Baden-Württemberg verboten. „Ausgenommen sind Fahrten zur Arbeitsstelle, zum Tätigkeits- oder Beschäftigungsort, zum Wohnsitz oder zum Bestimmungs- oder Ausgangsort einer Warenlieferung“, erklärt ein Sprecher. Besonders begründete Härtefälle wie ein familiärer Todesfall oder eine gerichtliche Vorladung stellen Muñoz zufolge ebenfalls eine Ausnahme dar.

Rechtsanwalt Clemens Muñoz
Rechtsanwalt Clemens Muñoz | Bild: Stefan Klär

Darf ich für eine Wanderung wegfahren, also beispielsweise einen Tagesausflug in den Schwarzwald machen?

Ja. „Es gilt bislang keine allgemeine Ausgangssperre“, sagt Clemens Muñoz. Innerhalb von Baden-Württemberg seien Wanderungen und Ausflüge also durchaus noch zulässig, wenn die Restriktionen beachtet werden. „Eine Mobilitätseinschränkung gibt es in Baden-Württemberg nicht“, bestätigt auch das Innenministerium. Die Beschränkungen müssen aber eingehalten werden. Grundsätzlich sei es möglich, einen Spaziergang zu machen – allein, mit einer Person, die nicht im gleichen Haushalt lebt oder im Kreis der Angehörigen des eigenen Haushalts. „Zu anderen Personen ist im öffentlichen Raum, wo immer möglich, ein Mindestabstand von eineinhalb Metern einzuhalten“, so die Behörde.

Generell weist sie darauf hin, dass der Gesundheitsschutz höchste Priorität haben muss. „Daher bitten wir alle Bürger, sich eine Auszeit zu nehmen und Abstand zu halten.“ Durch das Zuhausebleiben würde ein Beitrag geleistet werden, um Leben zu retten. Rechtsanwalt Muñoz sagt: „Wenn die Reise in ein anderes Bundesland gehen soll, sollten auf jeden Fall vorher die dortigen Regeln genau abgeklärt werden.“

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Kann ich für einen Ausflug das Kind einer befreundeten Familie mitnehmen?

Kaum. Das ist laut Rechtsanwalt Stephan Tögel aus Konstanz nur dann gestattet, wenn lediglich eine Person das Kind der befreundeten Familie begleitet, also maximal zwei Personen gemeinsam unterwegs sind.

Rechtsanwalt Stephan Tögel
Rechtsanwalt Stephan Tögel | Bild: Stefan Klär

Eierfärben mit Oma und Opa, Kinder draußen nach dem Osterkorb suchen lassen: Darf man das Fest gemeinsam in der Familie verbringen?

Ja. Grundsätzlich gibt es zwar eine Beschränkung für Treffen in Wohnräumen: „In der privaten Wohnung sind Veranstaltungen und Ansammlungen von mehr als fünf Personen verboten“, sagt das Innenministerium. Für Familien gilt das aber nicht. Denn die Ausnahme sei, wenn die Teilnehmer in gerader Linie verwandt sind, also etwa Eltern, Großeltern, Kinder und Enkelkinder.

Das gilt auch für Treffen in der Öffentlichkeit: „Die Eiersuche ist mit Personen aus dem eigenen Haushalt dort auch dann zulässig, wenn es mehr als zwei Personen sind. Allerdings ist darauf zu achten, dass es in öffentlichen Parks nicht zu Ansammlungen mit anderen Personen kommt“, erklärt Stephan Tögel. Der nicht verheiratete Partner eines Familienmitglieds könne beim häuslichen Osterbesuch übrigens auch dabei sein.

Einsamer Blick: Ein Feldhase sitzt in einem vom Morgentau nassen Getreidefeld und wirkt sehnsüchtig.
Einsamer Blick: Ein Feldhase sitzt in einem vom Morgentau nassen Getreidefeld und wirkt sehnsüchtig. | Bild: Patrick Pleul, dpa

Darf ich Ostern in der Zweitwohnung verbringen?

Ja, in Baden-Württemberg ist das laut übereinstimmenden Aussagen des Innenministeriums und des Rechtsanwalts Clemens Muñoz möglich.

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