• So reagieren Freunde und Verwandte: Unterstützend.

Dass ich mit Rauchen meine Gesundheit gefährde, hat meiner Familie noch nie gefallen. Jetzt hoffen sie also darauf, dass ich mir mit dem Fasten den Griff zur Zigarette einfach gänzlich abgewöhnen könnte. Tja, schön wär's! Lustigerweise hat sich auch ein Freund aufs Zigarettenfasten verlegt. Am Samstag haben wir uns getroffen und gegenseitig darauf gewartet, dass der eine den anderen dazu auffordern würde, doch mal draußen eine rauchen zu gehen. Dann, das wusste ich, würde es besonders schwer werden zu widerstehen. Doch die Aufforderung blieb aus!

Angelika Wohlfrom ist bisher standhaft geblieben und zählt stolz die Tage, die ohne das qualmende Vergnügen vergehen.
Angelika Wohlfrom ist bisher standhaft geblieben und zählt stolz die Tage, die ohne das qualmende Vergnügen vergehen. | Bild: Gora, Aldo
  • Meine ersten Tage: Noch nie so oft ans Rauchen gedacht.

Ich bin ja eigentlich Genussraucher, oder nenne mich jedenfalls so. Drei, vier Zigaretten rauche ich an einem normalen Tag. Kaum zu glauben jedenfalls, wie oft man ans Rauchen denken kann, auch ohne ein starker Raucher zu sein. Seitdem ich faste, kommt mir der Gedanke "Jetzt eine Zigarette" bestimmt zehn, 20 Mal am Tag. Das muss der Reiz des Verbotenen sein. Aber ich bleibe standhaft und zähle stolz die Tage, die ich schon "ohne" zugebracht habe.

  • Die Schwierigkeiten: Ersatzdroge gesucht.

Besonders schwer fällt mir der Verzicht am Abend: Die Feierabend-Zigarette gehört zu meinen festen Ritualen, die eigentlich nur durch akute Grippe unterbrochen werden. Wenn ich mal keine Lust darauf habe, bin ich ernsthaft krank. Nun also stellte sich die Frage: Wie soll ich der Lust widerstehen? Wie den Übergang zum wohligen Nichtstun zelebrieren? Die ersten Tage griff ich ersatzweise zum Bier, den Verlust betäuben. Auf Dauer aber konnte das auch keine Lösung sein: Seit drei Tagen zelebriere ich deshalb ein Tee-Ritual. Koche mir eine schöne Kanne Kräutertee. Das ist warm, tut gut und man kann sich mit der Tasse in der Hand auch mal mit dem Nachbarn vor die Tür stellen, während er eine raucht. Seufz!

  • Die Vorteile: Eingutes Gewissen.

Besonders gut ist das Gefühl am Morgen: Schon wieder einen Tag geschafft! Das macht mich schon ein bisschen stolz. Ich kann nicht behaupten, dass sich bereits nach den wenigen Tagen des Verzichts meine Fitness verbessert hätte. Aber ich hoffe schwer darauf, dass sich das noch einstellt. Einstweilen genieße ich schon mal, dass meine Klamotten nicht mehr nach Rauch stinken. Sie riechen höchstens nach gutem Gewissen.

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