Herr Garvey, Sie spielen am 10. August beim Schloss Salem Open Air. Ist das Konzert für Sie ein Heimspiel?

Absolut! Als ich gehört habe, dass ich in Salem spielen werde, habe ich mich tierisch gefreut. Ich habe richtig Bock drauf!

Sie haben ja einige Zeit bei Illmensee gelebt. Haben Sie noch Kontakt dorthin?

Auf jeden Fall. Ich habe, als ich damals nach Deutschland kam, bei einer Familie dort gelebt. Ich weiß nicht, ob ich es ohne sie so einfach gehabt hätte, mich hier einzuleben. Ich habe dort sehr viel Zeit verbracht. Ich habe sie übrigens gleich angerufen und nach Salem eingeladen.

2003 in Konstanz: Am Mikrofon Rea Garvey, dahinter Bassist Philipp Rauenbusch (links) und Schlagzeuger Mike Gommeringer. Rechts im Bild Gitarrist Uwe Bossert.
2003 in Konstanz: Am Mikrofon Rea Garvey, dahinter Bassist Philipp Rauenbusch (links) und Schlagzeuger Mike Gommeringer. Rechts im Bild Gitarrist Uwe Bossert. | Bild: Archiv / Tereschenko

Ihre Bandkollegen von Reamonn kamen aus dem Großraum Stockach. Wie oft sind Sie noch in der Bodenseeregion?

Mein Ziel ist es, ein Mal im Jahr an den Bodensee zu kommen. Aber da ich sehr viel unterwegs bin, fehlt mir leider die Zeit, öfter dort zu sein, obwohl ich dort sehr viele Freunde habe.

Vor Ihrem Durchbruch haben Sie ein Mal im Monat im Pub „Shamrock“ in Konstanz gespielt und auch dort gearbeitet. Könnten Sie sich vorstellen, dort wieder einmal aufzutreten?

Das wäre cool. Ich habe die Zeit in Konstanz geliebt. Das war immer Rock‘n‘Roll und mit sehr viel Spaß verbunden. Vor allem, weil ich, wenn ich dort gearbeitet habe, auch immer dort übernachtet habe. Es war eine Säule meiner Existenz und ich hatte wirklich aufregende Gigs dort. Drei Stunden Musik spielen und das mitten in den Gästen. Das waren Zeiten!

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Was erwartet die Besucher bei Ihrem Konzert in Salem?

Es wird eine spannende Show mit einigen Highlights. Ich freue mich auf die Live-Konzerte, weil mir die Fans jede Menge Energie geben. Und ich versuche, sie wenigstens ein bisschen zurückzugeben. Dass ich live spielen darf, ist für mich das größte Geschenk.

Das Album, mit dem Sie auf Tour gehen, heißt „Neon“. Stimmt es, dass Ihre Tochter Sie auf den Namen brachte?

Ja, das ist richtig. (lacht) Eigentlich sollte es „Blacklight“ heißen. Als ich ihr erklärt habe, dass man mit diesem künstlichen Licht das sieht, was man sonst nicht erkennt, sagte sie: „Ach, du meinst Neon.“ Das fand ich so passend, dass ich den Namen sofort genommen habe. Auf dem Album geht es ja auch darum, verschiedene Perspektiven zu schaffen. Da passt das doch sehr gut dazu.

Rea Garvey wäre nicht Rea Garvey, wenn er auf dem Album nicht mit einem neuen Sound überraschen würde. Wie sehr unterscheidet sich „Neon“ von Ihrer bisherigen Musik?

Ich finde, es ist ein ganzes Stück urbaner. Das liegt sicher auch daran, dass ich mit Hip-Hop-Produzenten zusammengearbeitet habe. Mein Kernsound ist aber dennoch noch da. Auf „Neon“ ist sicher etwas mehr Beat. Ich fühle mich eh als musikalischer Tourist, der sich in den verschiedenen Genres eine eigene Identität sucht. Ich habe mich mit den Hip-Hop-Produzenten wirklich sehr wohl gefühlt.

Viele Künstler haben ja eine lange Anforderung an den Backstage-Bereich. Was darf bei Ihnen nicht fehlen?

Da bin ich eigentlich gar nicht so anspruchsvoll. Es wäre schön, wenn etwas zu essen da wäre und ein Raum, in den ich mich zurückziehen kann, um mich in Ruhe auf das Konzert vorzubereiten. Wir bringen nur unsere eigene Kaffeemaschine mit. (lacht)

Trifft auf Sie die Rockstar-Attitüde „Sex, Drugs & Rock‘n‘Roll“ zu?

Was Drugs angeht, kann ich definitiv nicht mitreden. Was allerdings Sex und Rock‘n‘Roll angeht, viel eher. Man kann schon sagen, dass das zwei Hobbys von mir sind. (lacht) Ich habe früher immer davon geträumt. Heute kann ich sagen, dass ich mir diesen Traum tatsächlich verwirklicht habe.