Passend zur Ausstellung über den „Blauen Reiter“ in der Fondation Beyeler in Riehen wurde die Farbenmusik „Prometheus“ des russischen Komponisten Alexander Skrjabin bei einer multimedialen Licht- und Musikperformance live umgesetzt.

Am digitalen Farbenklavier agierte das Künstlerduo Alexander von Arotin und Serghei Victor. An zwei Flügeln machten der Skrjabin-Spezialist Mikhail Rudy und sein Pianistenkollegen Ian Pace mit energetischem Spiel die rhythmischen Strukturen der Musik hörbar.

Die beiden Lichtdesigner hielten sich an die Farben- und Lichtnotationen in der Partitur: blau-grünes Licht zu Beginn, das in purpur-violettes wechselt, mal heller, mal dunkler wird. Auf den Displays der Computer, den modernen Visual-Werkzeugen, flimmert der Farbcode mit den Noten.

Die Idee einer synästhetischen Interaktion von Farben, Licht und Klang hat schon viele Künstler fasziniert. Auch diese Lichtprojektion zur Transkription für zwei Klaviere war ein visuelles Ereignis: Hören durch Sehen (und umgekehrt). Ekstase und Vision dieses utopischen Werks vermitteln auch einem heutigen Publikum vertiefte Sinneseindrücke.

Bei mehreren Aufführungen saßen Arotin, der selbst Komposition studiert hat, und Serghei, der von der Quantenphysik herkommt, an der Lichttastatur und ließen sich von den Lichtstimmen und der Musik zu ihrer Computeranimation inspirieren: zu digitalen Farbklängen, Lichtspielen, grafisch-geometrischen Mustern, Lichtbändern, bewegten Farbstreifen samt einer Projektion des Flügels – als wäre der Ursprung des Kosmos im Klavier.

Im Mittelpunkt der Lichtinstallation vergrößerte sich eine Zielscheibe, wie man sie vom „Tatort“-Signet kennt, und zu den Skrjabinschen Mischklängen gingen die Farben von einer Sphäre in die andere, gemäß dem Mysterium der Verwandlung von Feuer ins Licht: also ein Gesamtkunstwerk, wie es in dieser radikalen Idee dem Komponisten vorgeschwebt haben mag.