Die pandemische Lage in der Schweiz spitzt sich zu. Der Bundesrat hat daher deutlich schärfere Maßnahmen beschlossen. Was Sie jetzt wissen müssen:

Gesundheitsminister Alain Berset greift zu härteren Maßnahmen, um die Infektionslage in der Schweiz wieder unter Kontrolle zu bringen.
Gesundheitsminister Alain Berset greift zu härteren Maßnahmen, um die Infektionslage in der Schweiz wieder unter Kontrolle zu bringen. | Bild: Anthony Anex

Wie lange gilt das Covid-Zertifikat noch?

Ab 31. Januar 2022 wird die Gültigkeit von bisher einem Jahr von 365 auf 270 Tage verkürzt, wenn man eine vollständige Impfung erhalten hat. Gleiches gilt für Genesene. Die Zertifikate bleiben aber anerkannt in der EU, erklärte der Gesundheitsminister.

Was ist mit der Quarantäne und Isolation?

Die Isolation wird in der Schweiz auf fünf Tage verkürzt. Auch die Quarantäne gilt nur noch fünf Tage, bei Kontaktpersonen wird sie aber Ende Februar auslaufen. Ausgenommen von der Quarantäne sind Geimpfte und Genesene, deren Impfung oder Infektion nicht länger als vier Monate zurückliegt.

Was gilt nun in Restaurants und Cafés, im Theater oder im Kino?

Die 2G-Regel. Alle öffentlichen Einrichtungen in Innenräumen sind jetzt nur noch für Geimpfte und Genesene zugänglich. Ungeimpfte konnten bislang per Schnelltest ebenfalls Zutritt bekommen, das ist jetzt nicht mehr möglich. Sie stecken sich leichter an und können schwerer erkranken, begründet der Bundesrat die Maßnahme. In allen Einrichtungen gilt: Essen und Trinken ist nur am Sitzplatz erlaubt, dafür darf die Maske abgenommen werden. Andernfalls gilt die Maskenpflicht.

Gilt das auch im Einzelhandel?

Nein, hier gilt weiterhin nur die Maskenpflicht.

Weihnachtsmärkte bleiben erlaubt, wenn auch mit Maskenpflicht.
Weihnachtsmärkte bleiben erlaubt, wenn auch mit Maskenpflicht. | Bild: Samuel Golay

Was gilt bei der Einreise?

Wegen der stark verbreiteten Omikron-Variante, wird das Testregime bei der Einreise wieder angepasst. Ab 22. Januar gilt für die Einreise die 3G-Regel. Geimpfte und Genesene müssen keinen negativen Test mehr vorweisen, nur noch Ungeimpfte. Ausnahmen gibt es unter anderem für Grenzgänger und Baden-Württemberger – nicht aber, wenn man aus dem Ausland mit dem Flugzeug einreist, hier muss mindestens ein negativer Antigen-Schnelltest vorgewiesen werden. Ein zweiter Test mehrere Tage nach der Einreise ist nicht mehr nötig.

Müssen noch Kontaktdaten erhoben werden?

Nein, ab 25. Januar wird diese Pflicht aufgehoben. Diese Pflicht gilt bislang in Diskotheken und bei bestimmten Veranstaltungen wie Gottesdiensten.

Sind Diskotheken und Clubs noch offen?

Ja, allerdings gilt hier die 2G-Plus-Regel. Überall dort, wo keine Maske getragen werden kann, müssen Besucher also zusätzlich einen negativen Schnelltest vorlegen.

Welche Regeln gelten beim Sport und im Musikverein?

Beim Sport in der Halle, wenn das Tragen einer Maske nicht möglich ist, also auch beim Schwimmen, müssen Besucher und Teilnehmer zusätzlich zum Impf- oder Genesenennachweis einen negativen Test vorweisen. Gleiches gilt bei der Chorprobe oder dem Musikverein.

Und im Fitnessstudio?

Hier gilt 2G. Die Betreiber können aber 2G-Plus einführen. Wer im Fitnessstudio trainieren will, sollte sich also vorab über die dortigen Regeln informieren.

Gibt es Ausnahmen bei der 2G-Plus-Regel?

Ja. Wer eine Impfung hat, die nicht länger als vier Monate zurückliegt, muss bei 2G-Plus keinen Test vorlegen. Gleiches gilt für Genesene, deren Infektion nicht länger als vier Monate zurückliegt.

Kann ich mich kostenlos testen lassen in der Schweiz?

Schnelltests sind kostenlos, wenn sie für ein Covid-Zertifikat benötigt werden. Das gilt aber nur für Schweizer oder Menschen, die in der Schweiz leben. PCR-Tests bleiben kostenpflichtig. Bei Personen mit Symptomen, bei Kontaktpersonen und Personen mit positivem Selbsttest sind sie nach wie vor kostenlos.

Was ist mit privaten Treffen?

Hier hat der Bundesrat nachgeschärft. Sobald ein Teilnehmer über 16 Jahren ungeimpft ist, dürfen maximal zehn Personen zusammenkommen. Kinder werden dabei mitgezählt. Sind alle ab 16 Jahren geimpft, gilt die Obergrenze von 30 Personen, draußen sogar 50 Personen. Die Einschränkung gilt aber nur noch bis 24. Januar.

Was gilt bei Demonstrationen?

Wenn mehr als 300 Menschen beteiligt sind, gilt die 3G-Regel. Teilnehmer müssen also geimpft, genesen oder getestet sein.

Bleibt die Homeoffice-Pflicht bestehen?

Nein, die Pflicht zum Homeoffice läuft zum 24. Januar aus. Bis dahin gilt Homeoffice, wo immer möglich. Wenn das nicht möglich ist, ist die Maske am Arbeitsplatz verpflichtend, sobald mehr als eine Person im Raum ist.

Was gilt für Schulen?

Die Maskenpflicht für die weiterführenden Schulen wird wieder eingeführt. Bei den Grundschulen liegt die Entscheidung bei den Kantonen. Der Bundesrat empfiehlt aber, sie auch dort einzuführen. Auch regelmäßige Tests werden empfohlen.

An vielen Schulen nehmen die Ausbrüche zu, mehrere Kantone ziehen die Weihnachtsferien vor und beginnen den Unterricht im neuen Jahr später.

Wie ist das bei Unis?

Hier gilt die 3G-Regel.

Droht die Schließung von Skigebieten in der Schweiz?

Nein. Die Skigebiete sollen offen bleiben. Après-Ski-Veranstaltungen sind aber ebenfalls nur mit Covid-Zertifikat möglich. Skigebiete schließen will der Bundesrat nicht.

Menschen warten auf ihre Impfungen im Boosterimpfzentrum. Wann alle sich impfen lassen können, die nun Anspruch darauf haben, ist nicht ganz klar.
Menschen warten auf ihre Impfungen im Boosterimpfzentrum. Wann alle sich impfen lassen können, die nun Anspruch darauf haben, ist nicht ganz klar. | Bild: Ennio Leanza

Ab wann kann man sich in der Schweiz boostern lassen?

Ab vier Monate nach der letzten Impfung.

Wie lange gelten diese neuen Regeln?

Vorerst bis zum 31. März. Einige Regeln wie die Homeofficepflicht sollen vorläufig bis Ende Februar gelten. Sollte sich die Lage vorher schon merklich verbessern, könnten die Regeln aber schon früher gelockert werden, erklärte Gesundheitsminister Alain Berset.