Video: Scheibengruber, Matthias

Fußball-Bezirksliga: – Selten differieren Ergebnis und Leistung so stark, wie beim 1:2 des SV Herten gegen den FC Erzingen: „Wenn ich die ersten 45 Minuten als Gradmesser nehme, wäre ein Punkt völlig verdient gewesen“, ärgerte sich Trainer Thorsten Szesniak über die vermeidbare Niederlage – und bekam Zuspruch von Klaus Gallmann, dem beim Schlusspfiff von Schiedsrichter Philip Jourdan (Lörrach) ein erleichtertes „Jaaa“ entwichen war: „Ein Unentschieden wäre wirklich ein korrektes Ergebnis gewesen.“

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Der FC Erzingen nutzte im Stil einer Spitzenmannschaft die Gunst der Stunde und machte nicht nur aus einem 0:1 noch einen 2:1-Arbeitssieg, sondern verkürzte gleichzeitig auch den Rückstand auf Tabellenführer SV 08 Laufenburg auf nur noch zwei Punkte: „Alles lief für uns“, freute sich Gallmann.

SV Herten vor der Pause mit Struktur

Allerdings brauchte es eine konkrete Ansage in der Halbzeitpause, um seine Jungs in die Spur zu kriegen. In den ersten 45 spielte nur der Gastgeber, und zwar „genau so, wie ich es erwartet habe“, zollte Gallmann dem SV Herten durchaus Anerkennung. Aus einer absolut stabilen Abwehr heraus zogen die Hertener ihr Spiel auf und ließen ihren Anhang mehrfach mit der Zunge schnalzen. Das hatte Struktur und System, so konnte es weiter gehen.

Alles Müller, oder was? Philipp Müller (Dritter von links) sah nach zehn Minuten die Lücke in der Abwehr des FC Erzingen und war bei der ...
Alles Müller, oder was? Philipp Müller (Dritter von links) sah nach zehn Minuten die Lücke in der Abwehr des FC Erzingen und war bei der Flanke von Simon Kleiner mit seinem zehnten Saisontor zur Stelle. | Bild: Scheibengruber, Matthias

Schon nach zehn Minuten schien Philipp Müller die Weichen gestellt zu haben, als er Simon Kleiners Flanke ins Netz nickte. In der Folge tat sich der FC Erzingen äußerst schwer, den Riegel vor Torwart Jonas Schulz zu knacken. Es fehlten die Ideen und der letzte Pass. „Da haben wir Stefan Fels vermisst, der im Mittelfeld sicher für mehr Ordnung gesorgt hätte“, vermisste Gallmann seinen Kapitän, der sich im Training am Knöchel verletzt hatte und eventuell mehrere Wochen ausfällt.

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Gastgeber lassen gute Chancen aus

Der bis zur Pause wie entfesselt aufspielende Gastgeber versäumte es, die Partie vorzeitig zu entscheiden. Weder Robin Wiessmer (13.) noch Massimiliano Di Feo (15./33.) schafften es, mit ihren Chancen nachzulegen: „Machen wir das 2:0, wird es schwer für die Erzinger“, so Szesniak, der seine Elf ohne die Neuzugänge Joshua Kopp (verletzt), Ciro Di Feo (angeschlagen) und Alessio Paciulli aufs Feld geschickt hatte.

So zeigte sich nach dem Seitenwechsel, dass der FC Erzingen die Ausfälle besser kompensieren kann. Für den nach 41 Minuten mit Verdacht auf ein gebrochenes Handgelenk ausgewechselten Manuel Göbel fügte sich Tobias Gampp nahtlos ein. Die fehlenden Stürmer Sandro D’Accurso, der am Samstag e wieder einsatzbereit sein dürfte, und Shaban Limani (Pause wegen Studium) wurden von Hannes Linke und Danilo Torsello nach dem Wechsel gut ersetzt.

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Felix Uhl gleicht nach einer Stunde aus

„Laut bin ich in der Halbzeit nicht geworden, aber ich habe den Jungs gesagt, dass sie nicht nach jeder missratenen Aktion die Schuld beim Schiri suchen sollen“, verriet Klaus Gallmann sein Erfolgsrezept der zweiten 45 Minuten. Plötzlich liefen die Offensivaktionen besser, Räume wurden geöffnet. Harun Zengin (52.) schoss noch freistehend übers leere Tor, doch acht Minuten später traf Felix Uhl auf Zuspiel von Luigi Lentisco zum Ausgleich.

Hannes Linke trifft zum 2:1-Sieg in der 79. Minute

Und da es mit Gallmann keine Unentschieden beim FC Erzingen gibt, kam der Klettgau-Express nun richtig ins Rollen. Den Lohn für den Umschwung holte sich der Gast in der 79. Minute ab. Alfredo Di Feo flankte, Julian Göbel war vor Phil Sailer mit dem Kopf am Ball, verlängerte auf Hannes Linke, der Simon Kleiner entwischt war – 1:2.

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SV Herten – FC Erzingen 1:2 (1:0). – Tore: 1:0 (10.) Müller; 1:1 (60.) Uhl; 1:2 (79.) Linke. – SR: Philip Jourdan (Lörrach). – Z.: 150.

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