Sie brach eine Lanze für Frauen im Priesteramt: die Theologin, Journalistin und Buchautorin Jacqueline Straub. Auf Einladung von „Gott und die Welt – Kirche im Aufbruch“ referierte sie über „Frauen in der Kirche“. Herzlich wurde Straub durch Pfarrer Paul Demmelmair in der Stadtpfarrkirche St. Cyriak begrüßt. Der Geistliche deutete an, wie schwierig Veränderungen in der römisch-katholischen Kirche seien. Als er in jungen Jahren habe Priester werden wollen, sei prophezeit worden, dass eines Tages Priester heiraten dürften. Mittlerweile seien 40 Jahre vergangen.

Kirchenrecht diskriminiert

Die Referentin verlangte Gleichberechtigung von Mann und Frau. Frauen dürften viele Aufgaben erfüllen, doch das Priesteramt sei ihnen verwehrt, obwohl seit dem zweiten Vatikanum die „grundlegende Gleichheit aller Menschen“ und das „gemeinsame Priestertum aller Gläubigen“ gelte. Konträr dazu stehe das Kirchenrecht mit „die heilige Weihe empfängt gültig nur ein getaufter Mann“, ein Ausschlusskriterium mit struktureller Diskriminierung. Der Wille Jesu Christi und die Historie bewiesen anderes, betonte Jacqueline Straub: Maria Magdalena war als Erste berufen, die österliche Botschaft zu verkünden. Jesus, als Rabbuni (Synonym für Gott) angesprochen, hatte auch Frauen um sich geschart. Die Kirchenväter Hippolyt und Augustinus nannten die Frau aus Magdala „Apostelin der Apostel“, bekräftigt durch Papst Franziskus. Die Vorstellung, nur zwölf Männer seien legitime Nachfolger Jesu, werde durchbrochen. Es waren Frauen, die bei Christi Tod und Auferstehung anwesend gewesen seien.

Viele Frauen in der Bibel

Warum sollten daher Frauen am Altar nicht zugelassen sein? Der Apostel Paulus nenne viele Nachfolger, davon ein Drittel Frauen, explizit die Missionarin Junia. Führende priesterliche Positionen nahmen Thekla, Priska oder Phöbe ein. Gleichberechtigung von Frau und Mann in der Urkirche sei selbstverständlich. Das Bild wandelte sich im Lauf der Zeit. Eine Frau galt als unvollkommener Mensch. Nach Kirchenlehrer Ambrosius sei eine Frau zu schwach, das Evangelium zu verkünden, und Thomas von Aquin bezeichnete die Frau als einen „verunglückten Mann“. Auch Augustinus erkannte die Ebenbilder Gottes, Mann und Frau, nicht an. Erst Papst Johannes XXIII. spricht von der „Würde der menschlichen Person“ und nicht von Unterordnung. Eindeutig wandte sich Papst Paul VI. gegen Frauen als Priester, obwohl eine Bibelkommission mehrheitlich anderer Auffassung war.

Als Fazit zitierte Jacqueline Straub den Galaterbrief: „Hier ist nicht Jude noch Grieche, hier ist nicht Knecht noch Freier, hier ist nicht Mann noch Frau, denn wir alle sind einer, in Jesus.“ Den musikalischen Rahmen boten Hermann Liehl (Violoncello) und Gerold Scherzinger (Orgel).