Wer die Gebäude der Fürstabt-Gerbert-Schule in St. Blasien betritt, wird von einem großen Willkommensschild begrüßt, auf dem auch gleichzeitig auf die Abstandsregel hingewiesen wird. Und an vielen Türen hängen Zettel mit Komplimenten. Die kann man abreißen und Mitschülerinnen und Mitschülern auf den Tisch legen oder ihnen geben, sagt SMV-Lehrerin Jasmin Dziewiecki. Zusammen mit ihrer Kollegin Alexandra Simon hat sie diese Aktion auf den Weg gebracht.

Trennung überbrücken

Die lange Trennung solle so überbrückt werden. „Wir haben schon wahrgenommen, dass die Schüler sich vermisst haben, das aber nicht in Worte fassen können“, sagt Dziewiecki. Mehrfach musste sie schon neue Zettel mit „Komplimenten to go“ aufhängen. Jede Schülerin und jeder Schüler sowie alle anderen in der Schule tätigen Menschen werden außerdem ein Festivalbändchen erhalten und eine Wandzeitung wird in den kommenden Tagen und Wochen ebenfalls in gemeinsamer Arbeit entsteht.

Komplimente können Schüler und Lehrer an der Fürstabt-Gerbert-Schule in St. Blasien abreißen und verschenken.
Komplimente können Schüler und Lehrer an der Fürstabt-Gerbert-Schule in St. Blasien abreißen und verschenken. | Bild: Sebastian Barthmes

Die beiden Lehrerinnen hatten sich überlegt, wie trotz Abstand und sonstigen Einschränkungen sich das Gefühl einer Schulgemeinschaft einstellen könne – mit der Aktion soll das besser gelingen, hofft Dziewiecki. Um Real- und Werkrealschüler unterrichten zu können, hatte die Schule viele Vorbereitungen getroffen, am 29. Juni werden auch die Grundschüler zurückkehren. Ein zusätzliches Raumproblem entstehe dadurch nicht. Es werde in dem Bereich auch der ganz normale Stundenplan wieder gelten, sagt Schulleiterin Susanne Schwer. Verwirrend sei aber, dass für die Grundschüler das Abstandsgebot nicht gelte, für die älteren Schüler aber schon. Außerdem werden derzeit einige Lehrer der Grundschule in der Werkreal- und Realschule eingesetzt. Die würden dann wieder fehlen. Die Lehrer, die einer Risikogruppe angehören, müssen ein ärztliches Attest vorlegen, um wieder unterrichten zu dürfen.

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Im Kolleg St. Blasien läuft der Schulbetrieb derzeit auch nach einem speziell erarbeiteten Konzept, sagt Kollegsschulleiter Michael Becker. Die fünften bis zehnten Klassen wurden alle in A- und B-Gruppen geteilt, die täglich wechselnd zum Unterricht erscheinen. „Wir hoffen, es entsteht so eine Art Schulgefühl für die Schüler, weil sie doch kontinuierlich beschult werden“, sagt Becker. Um die vielen kleinen Gruppen unterbringen zu können, werden auch besondere Räume genutzt: Unterrichtet werde beispielsweise im Lesesaal der Bibliothek oder im Habsburger-Saal oder im Foyer der Halle. Der Raumplan sei sehr komplex.

Auch die Elft- und Zwölftklässler seien fast alle anwesend. Die Schüler der Abschlussklassen erhalten Unterricht in den Nebenfächern, in den Hauptfächern finde eine gezielte Vorbereitung auf die mündliche Abiprüfung statt, sagt Becker. Insgesamt werde der normale Stundenplan für alle Klassenstufen zu etwa 80 Prozent eingehalten – der Sportunterricht findet nicht statt.

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