Auch das Haus Mutter, ein therapeutisches Wohnheim für chronisch psychisch kranke Menschen, hat zahlreiche Maßnahmen getroffen, um Bewohner und Mitarbeiter vor dem Coronavirus zu schützen. Man halte sich streng an die Vorgaben und stehe in ständigem Kontakt mit Landratsamt und Heimaufsicht. „Von hier erhalten wir auch täglich die aktuellen Informationen“, sagt die Leiterin der Einrichtung, Kim-Silke Baedeker. Zudem unterstütze der Berufsverband beratend.

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Selbstverständlich sei für Mitarbeiter und Bewohner das Desinfizieren der Hände beim Betreten und Verlassen des Hauses. Alle Mitarbeiter, auch die im Büro, tragen während der Arbeit einen Mundschutz. Zudem seien Schutzkittel bestellt worden; sobald diese eintreffen, sollen sie auch ständig genutzt werden.

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Für die Bewohner wurde ein selbst hergestellter, individuell gestalteter Mundschutz in Bad Säckingen besorgt. Zum Tragen der Masken könne man die Bewohner nicht zwingen, so die Leiterin Kim-Silke Baedeker, nur an ihr Verständnis appellieren. Doch hielten sich die Bewohner an die Bitte. Da spiele auch die Vorbildfunktion eine Rolle: Trägt ein Bewohner eine Maske, täten dies die anderen auch. Die Bewohner dürfen derzeit keinen Besuch erhalten. Am Verlassen des Hauses dürften die Menschen nicht gehindert werden, man habe ihnen aber die Situation erklärt und sie aufgefordert, wenn überhaupt, das Haus nur für Spaziergänge in der näheren Umgebung zu verlassen. Daran hielten sich die Bewohner, sie hätten den Ernst der Lage verstanden, auch wenn die kognitiven Fähigkeiten einiger der Betreuten eingeschränkt seien, sagte die Heimleiterin. Einkäufe würden zurzeit von Mitarbeitern übernommen.

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Die Situation habe aber auch noch weitere Auswirkungen auf den Alltag im Haus Mutter. In der Waschküche dürften nur noch Mitarbeiter des Hauses tätig sein, das Essen werde in mehreren Gruppen ausgegeben, um den Abstand von 1,50 Metern an den Tischen wahren zu können. Darüber hinaus wurden die Therapieangebote umgestellt. „Die Therapiegruppen wurden verkleinert, die Angebote nun auf mehrere Tage gestreckt, um die individuelle Beschäftigung zu gewährleisten“, sagt Kim-Silke Baedeker. Dadurch verlängere sich aber die tägliche Arbeitszeit der Therapeuten. Und: Für den Fall, dass doch einer der Bewohner an Corona erkranken sollte, stehe ein Notfallzimmer zur Verfügung, in dem der Betroffene dann ausreichend betreut werden könne, so die Heimleiterin.