St. Blasien bekommt einen neuen Ehrenbürger. Am heutigen Samstag, 9. November, werden Johann Meier, Bürgermeister a.D., die Ehrenbürgerrechte verliehen, „in dankbarer Anerkennung seiner Verdienste um die Stadt St. Blasien und in besonderer Würdigung seines erfolgreichen Einsatzes für das kulturelle Leben“, wie es in der Einladung heißt.

Große Entwicklungen

In die 24 Jahre, in denen Meier Bürgermeister war – von 1986 bis 2010 – fallen einige große Entwicklungen in der Stadt. Etwa der Bau des Radon Revital Bades. Als der Kurort St. Blasien schwächelte, wurde unter Bürgermeister Meier die schon existierende Idee des Thermalbades wieder aufgegriffen. Anstelle der deutlich größer geplanten Anlage entstand die heute bekannte, kleine, aber feine Anlage. Auch der Zentrale Omnibusbahnhof (ZOB) entstand in Johann Meiers Bürgermeisterjahren. Zunächst war die Verlagerung des Busverkehrs vom Platz zwischen Sparkasse und Post (heute temporäre Apotheke Dr. Kammerer) in der Stadt nicht besonders beliebt. Heute sorgt die Tatsache, dass nur noch der Bus von Seebrugg durch die Hauptstraße fährt, bei Einheimischen und Touristen im Sommer für entspannteren Genuss auf den Außenflächen der zentralen Cafés.

Auch in der Stadtmusik war Meier aktiv, hier 2013 bei der Auszeichnung für 40 Jahre.
Auch in der Stadtmusik war Meier aktiv, hier 2013 bei der Auszeichnung für 40 Jahre. | Bild: Kss

Dabei war der ZOB zunächst, so erinnern sich Kenner der Lokalpolitik, das Nebenprodukt der geplanten Ansiedlung eines Supermarktes in St. Blasien. Der Bau sollte am Ende der ZOB-Fläche entstehen, die Kette machte jedoch im letzten Moment einen Rückzieher.Andere Gewerbeflächen, nämlich die zwischen Umfahrung und Kläranlage, wurden zu Meiers Amtszeiten erfolgreich ausgewiesen.

Domfestspiele und Holzbildhauersymposium

Und auch an die Neuorganisation des Tourismusbüros (zuvor Kurverwaltung), das Bemühen um ein besseres Verhältnis zu den Nachbargemeinden, die der Stadt historisch begründet skeptisch gegenüberstanden, und die Entwicklung des Skisports zählen zu Meiers Verdiensten. Das kulturelle Leben aber lag dem Bürgermeister offenbar besonders am Herzen, denn sowohl die Domfestspiele als auch das Internationale Holzbildhauersymposium wurden in seiner Amtszeit gegründet.

Wolfgang Endres als Laudator

1993 fanden die ersten Festspiele vor dem Dom statt, ins Leben gerufen von Wolfgang Endres und nach Kräften gefördert von Johann Meier, der den Domfestspielen bis heute eng verbunden ist, unter anderem als Produktionsleiter. Endres wird daher auch am Samstag unter den Laudatoren bei der Verleihung der Ehrenbürgerwürde sein. Und auch das von Bildhauer Rudi Martin Lederer angestoßene Bildhauersymposium, das im kommenden Jahr seine 25. Auflage feiern wird, wäre ohne einen Bürgermeister, der dieser neuen Veranstaltung fördernd gegenüberstand, vielleicht nicht zu so einem etablierten Termin im Veranstaltungskalender der Stadt geworden. Immerhin bewerben sich inzwischen zahlreiche Künstler aus aller Welt um die Teilnahme.

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