Es gehört wohl zu den schwierigen und zugleich aber auch spannenden Vorhaben, einen die eigene Person betreffenden Stammbaum zu untersuchen und zu bewerten. Georg Gaugler aus St. Blasien hat seine Blutsverwandtschaft zu Fürstabt Martin II. Gerbert entdeckt.

Georg Gaugler aus St. Blasien mit dem Stammbaum seiner Verbindung zum Fürstabt Martin Gerbert.
Georg Gaugler aus St. Blasien mit dem Stammbaum seiner Verbindung zum Fürstabt Martin Gerbert. | Bild: Thomas Mutter

Der am Jesuitenkolleg unterrichtende und in der kirchlichen wie auch politischen Gemeinde engagierte Oberstudienrat Georg Gaugler hat sich dieser Herkulesarbeit gewidmet und seine Blutsverwandtschaft zu dem aus der Äbteschar herausragenden einstigen Klostervorsteher Fürstabt Martin II. Gerbert (1720 bis 1793) entdeckt.

Berufsweg führt an Wirkungsort

Für Georg Gaugler wird das zwar keine protokollarischen Folgen – wie etwa ein reservierter Platz im Kirchengestühl oder auch materielle Zuwendungen bedeuten – aber es ist für ihn schon eine besonders packende Zufallsfügung, dass ihn der Berufsweg nach St. Blasien geführt hat, an den Ort und die Stätte, die mit dem Wirken seines Ur- (und dann noch etwa zehnmal diese Verwandtschaftsvorsilbe) Großonkels untrennbar verbunden sind.

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Seit der Ur-, Ur- (wie gesagt: etliche Male weiter so) Großneffe Gaugler diesen Bezug kennt, begegnet er der ehemaligen Klosteranlage (seinem Arbeitsplatz), der Kuppelkirche Martin Gerberts, der Geschichte St. Blasiens, natürlich den für ihn stets verpflichtenden Domfestspielen und dem bevorstehenden 300. Geburtstag des fernen Verwandten mit anderen, möglicherweise sogar leuchtenden Augen und mit deutlich vertieftem Bewusstsein.

Lehrer schreibt Stammbaum fort

Den ihm aus einer verwandten Linie übereigneten, im Jahr 1633 erstellten Stammbaum hat er bis in seine Generation einschließlich Kinder und Enkelkind fortgeschrieben. Die vielen Namen der Haupt- und Nebenlinien sind für St. Blasier Leser nicht von Interesse und auch nicht von Belang, mit Ausnahme der in unserer weiteren Region bekannten Familiennamen Gfrörer (beispielsweise der Ortsvorsteher von Menzenschwand) und Fechtig (vormaliger Bürgermeister von Ühlingen-Birkendorf).

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Ob diese beiden im Stammbaum auftauchenden Namen Verbindungen zu den heute lebenden Namensträgern haben, ist allein aus der Auflistung der Generationen nicht zu erschließen. Dazu bedürfte es neuer Forschungsarbeit.

Die Schreibweise Gerber für den Familiennamen des Fürstabts überrascht nicht, seltener ist die auch angetroffene Form Gerwer (wahrscheinlich einer undeutlichen Aussprache nachempfunden). Durchgesetzt hat sich bekanntermaßen der Name Gerbert, der durch das t am Ende auch einen kräftigen Nachschlag und Nachklang erhält.

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Die vielen Merkwürdig- und Zufälligkeiten eines Jahrhunderte umfassenden Stammbaums können gar nicht alle wiedergegeben werden. Aber zwei Anmerkungen nun doch: Ein direkter Onkel von Georg Gaugler, der lange als Betriebsseelsorger in Stuttgart tätige Pfarrer Wolfgang Gaugler (heute im Ruhestand in einem Schwesternhaus in Schwäbisch-Gmünd) verzeichnet mit dem 11. August dasselbe Geburtsdatum wie der große Ahnherr Fürstabt Martin Gerbert.

Persönliches zum Abschluss

Georg Gaugler selber kommt auf diese fürstäbtliche Nachwelt an einem 12. Mai, einen Tag vor dem Sterbedatum des berühmten Vorfahren. Die Nähe zu ihm wurde Georg Gaugler also schon in die Wiege gelegt. In die beruflichen Fußstapfen des beeindruckenden Benediktinermönchs Martin Gerbert, des weithin gerühmten Fürstabts, kann er jedoch nicht mehr treten, dazu hat er die persönlichen Lebensweichen anders gestellt.