In den vergangenen Jahren hat Pater Gerhard Lagleder immer zu Christi Himmelfahrt den Gottesdienst in Schwörstadt gehalten und die Prozession angeführt. Dieses Jahr konnte er wegen der Corona-Pandemie nicht aus Südafrika nach Deutschland kommen. Dabei ist Lagleder auf die Spenden aus Deutschland für die von ihm begründete Brotherhood of blessed Gérard angewiesen.

Das könnte Sie auch interessieren

Die Brotherhood of blessed Gérard, die sich um Aids-kranke Menschen kümmert, ist die größte katholische Hilfsorganisation Südafrikas. Magdalena von Schönau, Vorsitzende des Pfarrgemeinderats der Seelsorgeeinheit Wehr, der auch Schwörstadt angehört, weiß um die Sorgen des mit ihr befreundeten Paters Gerhard Lagleder, der die Brotherhood gegründet hatte. Die Versorgung mit Aids-Medikamenten zieht für die Brotherhood hohe Kosten nach sich, da die Menschen sich die Medikamente selbst nicht leisten können. „Es ist ein großes Glück, dass es Medikamente gibt, aber die Armut ist so groß. Auch nach einem Schulbesuch oder mit einer handwerklichen Ausbildung reicht es nicht, um eine Familie zu ernähren“, sagt von Schönau.

Das könnte Sie auch interessieren

Der zum Priester geweihte Lagleder stammt aus Regensburg. Er ist Missionsbenediktiner der Erzabtei Sankt Ottilien und 1987 wurde er vom Orden als Missionar nach Südafrika geschickt. Dort fand er sich im Zululand wieder, eine Aids-Hochburg im südlichen Afrika. 1992 gründete er in der Stadt Mandeni die Brotherhood of Blessed Gérard, die heute das größte stationäre Hospiz Südafrikas, ein Kinderheim und viele andere Projekte betreibt und schon 2500 Mitglieder zählt. „Er lebt in einer Weise mit den Menschen zusammen, die fantastisch ist“, sagt von Schönau im Gespräch. Lagleder spricht längst fließend Zulu. Nach dem Aufbau eines Hospizes folgte das Kinderheim und mit dem Aufkommen von Aids-Medikamenten auch Einrichtungen für die Kranken und Bildungseinrichtungen für die Mitarbeiterund ihre Angehörigen.

Das könnte Sie auch interessieren

Der Kontakt nach Schwörstadt kam zustande, da sowohl Lagleder wie auch von Schönau dem Malteserorden angehören. Das letzte Mal gesehen hatte sie Lagleder im Herbst, als er auf einer Fundraising-Tour durch Deutschland war. Da hatten sie schon verabredet, dass er an Christi Himmelfahrt wieder zwei Tage in Schwörstadt vorbei kommt. Lagleder pendelt in normalen Zeiten alle drei Monate zwischen Südafrika und Deutschland, um hier Spenden für die Brotherhood zu generieren. Nach den von ihm gehaltenen Gottesdiensten darf er die Kollekte mitnehmen. Von Schönau schätzt es sehr, dass er sich beim letzten Mal auch die Zeit für die Firmanden genommen hat und ihnen von seinen Erfahrungen aus Südafrika berichtete.

Das könnte Sie auch interessieren

Die Brotherhood bildet selbst auch Pflegekräfte aus. Auch viele Helfer sind an Aids erkrankt. „Lagleder ist der Rettungsanker dieser Menschen“, sagt von Schönau. „Inzwischen hat er sich schon drei Generationen auf die Schultern geladen.“ Die Alten im Hospiz, die Kinder der Verstorbenen und die aktiven Helfer, die in die Heimstätten der Erkrankten gehen und die Medikamente verteilen. Für die Kinder der Verstorbenen betreibt die Brotherhood ein eigenes Kinderheim sowie einen Kindergarten, in dem auch die Kinder der Beschäftigten betreut werden.

Die Kombination von Aids und Corona ist „desaströs“, meint von Schönau. In der Krise muss Lagleder erleben, dass Mitarbeiter an Covid-19 erkranken und andere aus Angst nicht zur Arbeit kommen.

Finanzielle Belastung ist groß

„In der Coronakrise haben alle keine Ausstattung. Es fehlen Masken und andere Hilfsmittel“, sagt von Schönau. Die Gefahr an Covid-19 zu sterben, ist für die Mitarbeiter aufgrund ihrer Vorerkrankungen groß, aber auch die Kinder sind gefährdet. Von Schönau berichtet, dass es eine große Angst vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus gibt. „In Südafrika hatten sie einen brutalen Lockdown, wo die Leute nur noch kurz zum Einkaufen auf die Straße durften“, sagt von Schönau. „In dieser Situation wollte er nicht mehr ausreisen.“ Aufgrund des Lockdowns hat er den Patienten auch Aids-Medikamente für zwei Monaten im Voraus gegeben, was eine enorme finanzielle Belastung für die Brotherhood darstellte. Bislang reichte das Fundraising für die Medikamente, da es aber diesmal ausfällt, sei nun eine Unterstützung der Brotherhood umso wichtiger, meint von Schönau.

Infos im Internet:
http://www.bsg.org.za