Ist die alte Idee einer Umfahrung von Wiechs über das Gebiet Sengelen jetzt tot oder lebt sie doch noch? Zuletzt gab es widersprüchliche Signale. Die Stadtverwaltung stellt jetzt auf Nachfrage ausdrücklich klar, dass für diese Überlegung der Zug endgültig abgefahren ist: „Die Trasse wird nicht weiterverfolgt.“

Die Geschichte der Sengelentrasse als Umfahrung und Zubringer zur A 98 reicht zurück in die 80er. Bürgermeister Klaus Fleck machte sich damals für diese Idee stark. Immer wieder kam dieser Gedanke im Zusammenhang mit dem Weiterbau der A 98 im Abschnitt Karsau ins Spiel. Stellte sich doch die Frage: Wie kann vermieden werden, dass der gesamte Autobahn-Zubringerverkehr über die Kreisstraße 6336 durch mehrere Dinkelberggemeinden beziehungsweise auf der Dossenbacher Straße mitten durch Wiechs rollt?

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Insbesondere ab 2003, als das zwischenzeitlich gestoppte Planfeststellungsverfahren für die Autobahn wieder Fahrt aufnahm, kam wieder Bewegung in die Debatte um die Sengelentrasse. Es wurden Gespräche zwischen Landkreis, Kommunen und Straßenbehörde geführt. Auch gründeten 2003 Bürger mehrerer Dinkelberggemeinden bei einer Versammlung in Wiechs einen Verkehrsausschuss Dinkelberg, der sich für eine Alternative zu den Dinkelbergüberquerungen L 139 (Maulburg/Minseln) und K 6336 (Wiechs/Nordschwaben) einsetzen wollte.

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Gleichwohl kam die Umfahrungsdebatte erst einmal erneut zum Stillstand – bis 2007. Da forderte der Schopfheimer Gemeinderat das Regierungspräsidium Freiburg in einer gemeinsam beschlossenen Stellungnahme auf, sich endlich Gedanken zu machen, wie das Wiesental vernünftig an die A 98 angebunden wird.

2009 erneute Bekräftigung der Forderung

2009 verfasste Bürgermeister Christof Nitz in Absprache mit Maulburg, Schwörstadt, Rheinfelden und den Dinkelberger Ortsvorstehern ein Schreiben, das diese Forderung nochmals bekräftigte. Doch auch darauf gab es keine Reaktion. Zuletzt tauchte die Sengelentrasse noch im Lärmaktionsplan 2014 als „zumindest theoretisch denkbare Option“ auf. Jetzt bei der aktualisierten Variante des Lärmaktionsplans ist im Bericht des Planungsbüros noch davon die Rede, dass diese zumindest „geprüft“ werden könnte.

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Allerdings: Als kürzlich publik wurde, dass der Biohof Dinkelberg anstrebt, in den Bereich Sengelen/Reigeltsmatt umzusiedeln, berichtet Hof-Vertreter Markus Hurter, dass die Stadt versichert habe, dass die Sengelentrasse, die exakt über diese Fläche führen würde, keine Rolle mehr spielen würde. Das hat die Verwaltung auch offiziell nochmals bestätigt.