Weltweit Aufsehen erregte Anfang des Monats das Huoshenshan-Krankenhaus. In nur wenigen Tagen wurde es in der chinesischen Stadt Wuhan gebaut, um mit dem Coronavirus infizierte Patienten aufzunehmen. Die Firma Busch Vacuum Solutions in Maulburg lieferte dazu zwölf Vakuumpumpen zur zentralen Vakuumversorgung für das ganze Krankenhaus, die innerhalb von zwei Tagen installiert wurden. Seither laufen die Vakuumpumpen Tag und Nacht, teilte Busch Vacuum Solutions gestern in einer Pressemitteilung mit.

Seit Montag sei das Krankenhaus mit 1000 Patienten voll belegt. Insgesamt sollen bis zu 1400 medizinische Fachkräfte in diesem Krankenhaus arbeiten. Sie werden teilweise aus der Armee rekrutiert. Aber es haben sich auch viele Freiwillige aus dem ganzen Land für den Dienst in diesem Krankenhaus gemeldet, schreibt Busch Vacuum Solutions. Zeitgleich wurde in Wuhan mit dem Bau eines zweiten Krankenhauses begonnen, das aber noch nicht fertig gestellt sei.

Die chinesischen Mitarbeiter, die die Vakuumpumpen installierten, sind nach ihrem Einsatz entweder nach Hause zurückgekehrt oder noch in Hotels untergebracht. In beiden Fällen stehen sie unter Quarantäne und dürfen ihre Unterkünfte nur mit behördlicher Genehmigung verlassen. Unter den chinesischen Busch-Mitarbeitern sind keine Infizierungen mit dem Coronavirus aufgetreten. „Seit dem 3. Februar laufen die Vakuumpumpen Tag und Nacht. Der Maschinenraum, in dem sie untergebracht sind, darf nur noch von autorisiertem Personal einer staatlichen Firma unter erheblichen Sicherheitsvorkehrungen betreten werden“, schreibt Busch. Das Maulburger Unternehmen beliefert schon längere Zeit Krankenhäuser in China mit Vakuumpumpen.

Erst im vergangenen November war eine chinesische Delegation von staatlichen Krankenhausbetreibern sowie Herstellern von medizinischer Vakuumversorgungssystemen bei Busch in Maulburg zu Gast, um sich über die neueste Vakuumtechnologie zu informieren. Viele chinesische Krankenhäuser sind mit veralteten Vakuumpumpen ausgestattet, die als Betriebsmittel Wasser verwenden.

„Dies birgt die Gefahr, dass sich Viren oder Bakterien im Wasserkreislauf ansammeln und unter unglücklichen Umständen, etwa bei Undichtheit oder bei Wartungsarbeiten, aus den Pumpen austreten können“, so Busch. Die Wiesentäler hingegen liefern Vakuumpumpen, die ganz ohne Betriebsflüssigkeit auskommen und bei hohen Temperaturen betrieben werden, die Viren oder Bakterien abtöten. „Beim Besuch der chinesischen Delegation in Maulburg war allerdings noch niemandem bewusst, welche Brisanz dieser technische Unterschied schnell erlangen wird“, so das Unternehmen. Inzwischen sei ein Mitarbeiter aus Maulburg nach China gereist, um dort Krankenhausbetreiber zu beraten.

Zum Hintergrund: Als Reaktion auf die Coronavirus-Epidemie in Wuhan haben die Behörden am 23. Januar die gesamte Stadt unter Quarantäne gestellt. Mit dem Bau des Huoshenshan-Krankenhauses in Wuhan wurde am gleichen Tag begonnen. Insgesamt waren während der Bauphase 4000 Arbeiter im Einsatz, die im Drei-Schicht-Betrieb rund um die Uhr arbeiteten.

Busch lieferte die Vakuumpumpen am 1. Februar dieses Jahres aus. Sie wurden vor Ort zu einer zentralen Vakuumanlage zusammengebaut. Diese versorgt das gesamte Huoshenshan-Krankenhaus über ein Rohrleitungsnetz mit Vakuum zum Absaugen von Körpersekreten und vireninfizierter Atemluft.