Der Beginn der fünften Jahreszeit huschte am Dienstag nahezu lautlos vorbei. Der 11.11., sonst ein Festtag bei den Narren, verstrich im Corona-Jahr ohne die üblichen Rituale. Lediglich im Internet fanden sich einige Lebenszeichen. Die Narrenzunft Rheinfelden reimte auf Facebook: „S‘Häs bliebt im Chaschte un verstäube dün au eusi Maske. Wie gern dädde mir hüt obend euse Latschari wecke, jetzt müss er ai Johr länger in d‘chischte stecke“. Dazu gab‘s Bilder aus dem letzten Jahr, als Geselligkeit noch normal war. Und ein Motto: „Narro am Rhy, mir sin wege Corona nit debi.“

In häuslicher Quarantäne

Dies galt an diesem 11.11. im besonderen Maß für Oberzunftmeister Michael Birlin. Er musste den Tag tatsächlich in häuslicher Quarantäne verbringen. Es sei schon traurig, dass alles abgesagt werden musste, sagte er auf Nachfrage am Telefon. Das Risiko einer Menschenansammlung habe man nicht eingehen wollen. Darauf hatte man sich im Vorfeld bereits mit dem Ordnungsamt geeinigt. Immerhin aber freue es ihn, dass in den sozialen Medien noch etwas närrisches Feuer aufflackert. Zwar fiel das offizielle Nierli-Essen aus, weil auch die Gastronomie geschlossen hat, Helmut Augsten von der Höllhooge-Bruet soll es sich aber dennoch schmecken lassen haben, davon gibt es wohl auch ein Video auf einem privaten Account. „Ich bin beruhigt, dass die Fasnacht nicht tot ist“, sagte Birlin, der sich die Nierli gerne auch als Take Away nach Hause hätte bringen lassen.

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Dass die fünfte Jahreszeit stattfindet, auch ohne närrisches Treiben auf Straßen, Plätzen und in Lokalen, sieht wohl auch der Verband der Oberrheinischen Narrenzünfte so. Dieser befand laut Birlin, die Fasnacht sei nicht abgesagt. Corona hin oder her. Schließlich würden lediglich die Saalfasnacht und Umzüge ausgesetzt. Kleine Aktionen seien aber möglich, unter Berücksichtigung der geltenden Bestimmungen zum Schutz vor Covid-19, wie sich versteht. Letztlich ist es dann wohl die Einstellung, die zählt. Aber gibt so eine Zwangspause nicht auch einen kreativen Schub für die nächste Kampagne? Oberzunftmeister Michael Birlin hofft es sehr, wobei es ja gerade jetzt genug Themen gäbe, die einer närrischen Draufsicht bedürften. Zum Beispiel das „Vogelhüsli in Degerfelden“ – den Blitzer hätte der Obernarr dann doch gerne verbal aufs Korn genommen im großen Saal.

#nichtohnemeinemaske auf Facebook

Bei der Narrenzunft Karsau, die sich am gestrigen 11.11. doppeldeutig und äußerst passend mit dem Hashtag #nichtohnemeinemaske auf Facebook zu Wort meldete, gab es virtuelles Narrenfutter in Form eines Videos aus vergangenen Tagen. Dazu die nüchterne Feststellung: „Wir sind zuhause und halten Abstand“- zur Aufmunterung konnten sich die Karsauer Narren im Internet immerhin ein dreifaches Narri-Narro abholen.

Das Narrennest Herten schließlich hielt sich kurz und brachte auf den Punkt, was nicht zu leugnen ist. Das diesjährige Motto sei, so steht es auf der Facebook-Seite der Clique: „d‘Corona Pandemie macht d‘Fasnacht hi!“