In der Innenstadt häufen sich derzeit die Baustellen und manch‘ einer fragt sich, warum denn alles auf einmal kommen muss. Neben der Großbaustelle in der Friedrichstraße sind die Arbeiten zur Verlegung des Nahwärmenetzes in der Fußgängerzone und der Karl-Fürstenberg-Straße angekommen. Eine falsch beschilderte Umleitung und der Mehrverkehr durch die Grenzöffnung nach Corona haben die Lage verschärft.

Baustelle Friedrichstraße

Die Baustelle in der Friedrichstraße wird nicht von der Stadt gesteuert, sondern vom Regierungspräsidium (RP). Die Behörde lässt dort den alten Durchlass über den Dürrenbach ersetzen. Darum ist die Straße auf Höhe der Tankstelle seit Montag, 22. Juni, gesperrt. Bereits seit dem Montag zuvor mussten für Vorarbeiten zwei Fahrspuren verengt werden. Die Bauarbeiten dauern laut RP insgesamt etwa zwei Monate.

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Baustellen zum Nahwärmenetz

Die mehrteilige Wanderbaustelle des Nahwärmenetzes, das die Stadt von dem Chemieunternehmen Evonik aus legen lässt, liegt im Zeitplan. Der wohl auffälligste Abschnitt befindet sich seit einigen Wochen in der Fußgängerzone vor dem Rathaus. Um die Fußgängerzone nur so sehr wie nötig zu blockieren, werden die Arbeiten in 50-Meter-Abständen ausgeführt. Zwei Nahwärme-Baustellen befinden sich zudem in der Karl-Fürstenberg-Straße, von der Schillerschule ausgehend in nördlicher Richtung (bis Oktober) und zwischen der Kreuzung Hardt- und der Kreuzung Kronenstraße (bis Ende Juni).

Die Straße ist dort jeweils voll gesperrt. Parallel zu diesen Arbeiten läuft seit Ende Mai ein weiterer Bauabschnitt in der Kapuzinerstraße, wo auch noch Glasfaserkabel verlegt werden. Auch dort ist die Straße gesperrt, die Parkplätze im Bereich des Hochrheincenters sind nicht nutzbar. Für diesen Bereich wurde eine Baustraße eingerichtet, die vom Oberrheinplatz in die Karl-Fürstenberg-Straße führt. Laut Stadtverwaltung bleibt die Sperrung bis Mitte September erhalten.

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Kritik von mehreren Seiten

Kurz nach Beginn der Bauarbeiten in der Friedrichstraße in Rheinfelden meldete sich der Vorsitzende des Gewerbevereins, Gustav Fischer, zu Wort und gab Vorschläge der Händler weiter – die gerade nach der Zeit des Lockdowns auf Kunden angewiesen sind – wie die Baustellenumfahrung optimiert werden könnte. So könne man den Verkehr hoch zur Schillerschule leiten, „um dann wieder bei der Feuerwehr auf die Friedrichstraße zu stoßen“. Auch im Hauptausschuss brachte Gustav Fischer das Thema noch einmal auf den Tisch. Von Bewohnern gab es ebenfalls Kritik. So meldete sich etwa ein Leser über Facebook und fragte, wie man bei der momentanen und der am Samstag – er meinte den Tag der Öffnung der Grenze zur Schweiz am 15. Juni – zu erwartenden Verkehrslage gleich mehrere Straßen sperren könne. „Wo sollen die Einkaufstouristen und die hier Wohnhaften denn durchfahren?“

Das sagt die Verwaltung

Ordnungsamtsleiter Dominic Rago kann die Beschwerden durchaus nachvollziehen. „Es fällt nun halt alles zusammen“, sagt er. Die einzelnen Maßnahmen seien aufeinander abgestimmt gewesen. Dass das RP in der Friedrichstraße baut, sei schon seit Langem geplant und bekannt gewesen. Und die Nahwärmebaustelle käme gut voran und habe zeitgemäß die Karl-Fürstenberg-Straße und die Innenstadt erreicht. „Dass nun aber Corona und damit die Grenzöffnung zur Schweiz nach langer Zeit dazukam, konnte vorher keiner wissen“, so Rago. Zudem gab es zu Beginn der Baustelle in der Friedrichstraße ein weiteres Problem.

Das RP habe, entgegen des Wunsches der Stadt, die Umleitung zunächst über die Karl-Fürstenberg-Straße ausgeschildert, die jedoch ebenfalls gesperrt ist. „Das wurde nun aber angepasst“, so Rago. Wie es die Stadt von vorneherein gewollt habe, wird der Verkehr, der in die Innenstadt möchte, nun über die Hardtstraße bis zur Nollinger Straße geführt. Zudem seien Mitarbeiter des Ordnungsamts immer wieder an den Baustellen unterwegs und überprüften, dass alles richtig beschildert sei. Allen, die nicht in die Innenstadt müssen, rät Rago, den Äußeren Ring zum Umfahren der Baustellen zu benutzen.