Blusen und Herrenhemden ab zwei Euro, Damenkleider ab drei Euro. Im Kleiderladen des Rot-Kreuz-Ortsvereins Rheinfelden in der Güterstraße geht gebrauchte, aber gut erhaltene Kleidung zum kleinen Preis über die Theke. Bis zum 19. Mai hatte der Kleiderladen wegen der Corona-Einschränkungen für zwei Monate geschlossen, dann öffnete sich die Tür wieder für die Kunden.

„Die Kunden probieren nicht mehr so viel an wie früher“, meint die Ehrenamtliche Inge Siegle. Seit der Wiedereröffnung hatte der Kleiderladen an drei Nachmittagen geöffnet. „Es kommen weniger Kunden.“ Vor der zweimonatigen Schließung warteten dienstags bis zu 20 Kunden vor der Tür, aktuell sind es drei bis vier. Karin Lützelschwab, die ehrenamtliche Teamleiterin, glaubt, dass sich erst noch herumsprechen muss, dass der Kleiderladen wieder geöffnet hat.

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Abstandsregeln werden eingehalten

Vor dem Eingang werden die Kunden mit einem Aufsteller über die Regeln informiert. „Keiner kommt ohne Mundschutz rein“, erklärt Lützelschwab. Gleich beim Eingang steht Desinfektionsmittel, dass die Kunden beim Betreten benutzen sollen. Im Laden gilt die übliche Abstandsregel von 1,5 Metern. Im etwa 80 Quadratmeter großen Laden dürfen sich neben den Ehrenamtlichen maximal vier weitere Personen aufhalten, wozu am Eingang eine Ampel aufgestellt wurde.

Pfeile leiten durch den Laden.
Pfeile leiten durch den Laden. | Bild: Horatio Gollin

Die Ampelschaltung wird von der Kasse aus gesteuert. Für die wartenden Kunden stellt das Team zu den Öffnungszeiten zwei Stühle nach draußen, allerdings haben sich auch schon Schlangen von bis zu sechs Personen gebildet. Richtungspfeile leiten durch den Laden.

Der Kleiderladen läuft ohne hauptamtlich Beschäftigte. 19 Frauen kümmern sich ehrenamtlich um Sichtung und Sortierung der Ware, das Einräumen und den Verkauf. Dabei handelt es sich vorwiegend um ältere Frauen. Lützelschwab meint, dass der Altersdurchschnitt bei 60 Jahren liegt. Die jüngste Ehrenamtliche ist Mitte 40, andere zählen sogar schon 70 Jahre. Eine Schicht ist in der Regel mit drei Ehrenamtlichen besetzt. Eine Frau packt die Ware für die Kunden ein und sagt der Kassiererin die Artikel an.

Damit die beiden Mitarbeiterinnen den Abstand zueinander einhalten können, wurden Kasse und der Bereich zum Einpacken voneinander getrennt und über Eck gestellt. Mit Plexiglasscheiben werden die Ehrenamtlichen von den Kunden getrennt. Eine dritte Frau passt auf, dass die Kundenzahl nicht überschritten wird und jeder einen Mundschutz trägt.

Der Kleiderladen bekommt seine Ware nur aus dem Kleidercontainer vor dem Geschäft, oder wenn jemand die Sachen persönlich abgeben. Im Moment kann man während der Öffnungszeit seine Kleider direkt an der Ladentür abgeben, ohne den Laden zu betreten.

Allerdings stapeln sich nichtverkaufbare Kleidungsstücke derzeit im Keller, da alle Kleidercontainer in der Stadt voll sind. Ärgerlich ist es auch, wenn Hausmüll oder anderer Unrat im Container vor dem Geschäft entsorgt werden, da dadurch gute Kleidung unbrauchbar gemacht wird, sagt Lützelschwab. Der Kleiderladen hat nicht die Kapazitäten, die angenommene Ware zu waschen. Durch die Entsorgung von Unrat aus dem Container entstehen dem Laden zudem unnötige Kosten.

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Großer finanzieller Verlust

Die Schließung bedeutet für den DRK-Ortsverein eine ordentliche finanzielle Einbuße. In den vergangenen Jahren reichte der Jahresumsatz knapp an die 50.000 Euro heran. „Den Verlust aufholen können wir nicht“, meint Lützelschwab, Siegle ergänzt: „April und Mai sind früher unsere besten Monate gewesen.“

Während der Schließung kam viel Ware rein und wurde von den Ehrenamtlichen fast täglich gesichtet. Nur einwandfreie Kleidung kommt in den Verkauf, der Ausschuss wird aussortiert, aber Laden und Keller sind voll. „Wir platzen aus allen Nähten“, sagt Lützelschwab. „Wir haben keine freie Kleiderbügel mehr.“ Sie hofft, dass viel gekauft wird, damit das Lager sich wieder leert.

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