Die im Februar vom Gemeinderat beauftragte Böschungssicherung am Dorfbach in der Bergstraße kann durchgeführt werden, aber die Entwässerung der Straße muss noch weiter untersucht werden. Der Gemeinderat beschloss, die Straße für forst- und landwirtschaftliche Fahrzeuge bis 24 Tonnen freizugeben.

Die Bergstraße zwischen Schwörstadt und Niederdossenbach ist derzeit auf Fahrzeuge unter 2,8 Tonnen beschränkt. Aus Schwörstadt nutzen acht Landwirte die Bergstraße, um an ihre landwirtschaftlichen Flächen zu kommen, weitere drei kommen aus der nahen Umgebung, sagte eine Schwörstädter Landwirtin bei der Fragerunde für Einwohner in der Gemeinderatssitzung. Wenn die Sperrung auch für Landwirte gelte, würde dies den Umweg durch Schwörstadt und über Niederdossenbach bedeuten.

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Die Sperrung stammt aus dem Jahr 1987 und geht auf eine Unterschriftensammlung von Anwohnern zurück, die eine Gefährdung durch den Schwerlastverkehr und Lärmbelästigung beklagten, erklärte Beate Schneider vom Ordnungsamt. Gleichzeitig wurde auch die Sperrung der Gemeindeverbindungsstraße für den Verkehr an Sonn- und Feiertagen zwischen 6 und 22 Uhr angeordnet, ausgenommen forst- und landwirtschaftliche Fahrzeuge. Die Regelung hat nun zur Folge, dass forst- und landwirtschaftliche Maschinen über 2,8 Tonnen die Straße nicht benutzen dürfen.

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Nicht erst seit dem Hangrutsch im vergangenen Jahr wird auch die Entwässerungssituation der Bergstraße als problematisch erachtet. Thomas Hoffmann vom Planungsbüro Süd-West informierte, dass die Untersuchungen ergeben haben, dass Drainagen vorhanden sind, die im Dorfbach enden. Die Ausdehnung der Leitung ist aber nicht bekannt und eine abschließende Beurteilung könne derzeit noch nicht gemacht werden. Eine Sickerwirkung sei scheinbar nicht gegeben. Hoffmann empfiehlt, die Anlagen zu reinigen und eine TV-Inspektion durchzuführen, bevor weitere kostspielige Maßnahmen ergriffen würden, da die Anlagen noch funktionstüchtig und ausreichend sein könnten. Bürgermeisterin Christine Trautwein-Domschat führte an, dass bei der Gemeindeverbindungsstraße alle Kosten für weitere Entwässerungsmaßnahmen von der Gemeinde getragen werden müssen.

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Das Büro hatte auch die Leistungsfähigkeit des Dorfbachs untersucht, der auf zwei Drittel der ein Kilometer langen Strecke durch Schwörstadt verdolt ist. Dabei hat sich gezeigt, dass es wechselnde Querschnitte aus verschiedenen Bauzeiten mit unterschiedlicher Leistungsfähigkeit gebe. Teilweise sei der Kanal in keinem guten Zustand. Hoffmann regte an, die Strecke von Kiesablagerungen zu reinigen. Der Dorfbach habe ein gutes Gefälle, aber ein Problem sind zwei Umlenkungen im rechten Winkel. Grünes Licht gab Hoffmann für die im Februar vom Gemeinderat beauftragte Bodenvernagelung durch eine Fachfirma als Böschungssicherungsmaßnahme bei der Zufahrt zum Friedhof in der Bergstraße. Der Hangrutsch vom Sommer 2019 ist mittlerweile wieder bewachsen. Die Bergstraße befindet sich zu weiten Teilen in gutem Zustand. Die vorhandenen Abbruchschäden führte Hoffmann nicht auf die Entwässerung, sondern auf den Schwerlastverkehr zurück. Hoffmann wollte aber nicht ausschließen, dass bei Starkregen wieder ein Hangrutsch passiert. Schneider ergänzte, dass die Verkehrsbehörde in Rheinfelden derzeit keine Gefährdung sehe und eine Straßensperrung bei Starkregen auch kurzfristig angeordnet werden könne.

Freigabe mit Beschränkung

Um dem Anliegen der Landwirte Rechnung zu tragen, schlug die Verwaltung vor, das Verkehrszeichen mit der Beschränkung auf 2,8 Tonnen mit dem Verkehrszeichen forst- und landwirtschaftlicher Verkehr frei zu ergänzen. CDU-Gemeinderätin Doris Schütz stellte den Antrag, den forst- und landwirtschaftlichen Verkehr zwar freizugeben, aber auf 24 Tonnen zu beschränken. Trautwein-Domschat warf ein, dass man erst prüfen müsse, ob das in der Form möglich ist. Der Beschluss der Verwaltung wurde knapp mit fünf Gegenstimmen und drei Enthaltungen abgelehnt. Dem Antrag von Schütz wurde bei fünf Gegenstimmen zugestimmt.

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