Es war ein ereignisreiches Jahr für die Wirtschaft in Rheinfelden, das Vor-Corona-Jahr 2019. Wirtschaftsförderer Elmar Wendland blickte im Gemeinderat zurück auf die Entwicklungen in Wirtschaft und Standort, Stadtmarketing und Tourismus. Das Fazit von 2019 klang insgesamt positiv, auch wenn noch immer Gewerbeflächen fehlen. Mit dankenden Worten entlasteten die Stadträte einstimmig Geschäftsführung und Aufsichtsrat der Wirtschaftsförderung.

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Es gehe in seinem Jahresbericht nur um 2019, nicht um Corona also, darauf verwies Elmar Wendland, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung und Standortentwicklung Rheinfelden (WST), gleich zu Beginn seines Vortrags. Nur um in seinem ersten Punkt dann doch auf die Krise zu sprechen zu kommen: Das Stadtmarketing habe die WST gemeinsam mit Pro Rheinfelden und dem Gewerbeverein vorangetrieben – allerdings habe sich dann 2020 einiges verzögert.

Dennoch blickte Wendland positiv auf 2019 zurück. Die Website der Stadt sei optimiert worden. Auch nach innen habe man sich bemüht, den Standort der Rheinfelder Bevölkerung näher zu bringen, etwa mit diversen Veranstaltungen wie dem Geranienmarkt, dem Lichtereinkaufsabend oder dem Weihnachtsmarkt.

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Die WST will besonders die Entwicklung der Gewerbegebiete Einhäge und Sengern vorantreiben, wo 2019 erste Ansiedlungen stattfanden. Aber auch private Gewerbeflächen, die die Eigentümer nicht brauchen, sollen für Neuansiedlungen verfügbar werden. In der Innenstadt fehlten oft Flächen, die groß genug sind. Vor allem die Friedrichstraße sei 2019 Thema gewesen. Durch Leerstände und Zwangsschließungen von Spiel-Gaststätten habe man eine Chance auf verfügbare Flächen gesehen. Allerdings seien „die Gespräche mit den Eigentümern gerade der problembehafteter Flächen sehr schwierig“ gewesen. „Da wurde man teilweise am Nasenring durch die Arena geführt“, sagte Wendland. Auf der Nordseite der Straße sei man aber in einem sehr guten Austausch mit den Eigentümern.

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Insgesamt habe es 25 Anfragen für neue Gewerbeflächen gegeben – 13 davon seien entweder erfolgreich gefunden worden oder aber der Gewerbetreibende habe sich für einen anderen Standort entschieden. Zum Ende des Jahres habe es 22 offene Flächenangebote gegeben und 20 Gesuche, allerdings passten die nicht aufeinander, so Wendland. „Wir versuchen, Lösungen zu finden“ – dafür sei insbesondere die Datenbank offener Gewerbeflächen auf der Website ein gutes Mittel.

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Lobende Worte fand Wendland für den Ultraeffizienz-Wettbewerb, den die Stadt mit der Firma Evonik gewonnen hat. Dadurch habe man den Standort sehr gut bewerben können, es habe Anfragen aus der Schweiz und sogar aus Vietnam gegeben. An einem möglichen Folgeprojekt werde gearbeitet. Wendland erwähnte auch die Fachkräftesicherung: Die WST verfolge einen regionalen Ansatz, um die Zielgruppen zu erreichen.

Ärztezentrum im Visier

Insbesondere die medizinische Versorgung stehe im Fokus, denn ein Mangel an Ärzten sei in Rheinfelden absehbar. Ein zentrales Ärztezentrum werde angestrebt, nach den Berechnungen der Kassenärztlichen Vereinigung könnten in Rheinfelden noch fünf zusätzliche Hausarztsitze vergeben werden. Auch die Digitalisierung war 2019 Thema: Es gab eine Veranstaltungsreihe zum Thema Online-Handel. In Zusammenarbeit mit dem Zweckverband Breitbandversorgung des Kreises wolle man in der Innenstadt ein freies WLAN einrichten – „ein WLAN, das in Geschwindigkeit und Stabilität auch den Namen verdient“, so Wendland.

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Im Tourismus seien die Zahlen gestiegen: Es habe 1,5 Prozent mehr Übernachtungen als im Vorjahreszeitraum gegeben, dazu sogar 20 Prozent mehr Ankünfte von Besuchern in der Stadt. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer sei von 2,2 Tagen auf 1,9 Tage gefallen. Die Besucherzahlen in der Tourist-Information seien leicht gesunken, dies sei mit der zweiwöchigen Schließung wegen eines Umbaus im Oktober zu erklären. Die erste durchgehende Besuchersaison in der Tschamberhöhle unter WST-Regie sei mit 2929 Besuchern zufriedenstellend verlaufen. Die WST schließt das Jahr mit einem Überschuss von 5951 Euro ab, obwohl die Umsatzerlöse mit 108.929 Euro im Vergleich zu 2018 leicht gesunken sind. Der Zuschuss der Stadt lag bei 106.585 Euro, gut 80.000 Euro weniger als 2018.