Der Lockdown hat das Weihnachtsgeschäft des Einzelhandels spürbar gestört. Lieferdienst und Onlinehandel sind nicht für jedes Geschäft eine Alternative, weiß Frank Sattler vom Gewerbeverein Rheinfelden. Er hofft, dass ab Februar die Geschäfte wieder öffnen dürfen.

Pragmatisch: Gleich mehrere Geschäfte in der Innenstadt haben mit schwarzem Filzstift auf die neue Situation reagiert und lediglich das Datum der Schließung verändert.
Pragmatisch: Gleich mehrere Geschäfte in der Innenstadt haben mit schwarzem Filzstift auf die neue Situation reagiert und lediglich das Datum der Schließung verändert. | Bild: Verena Pichler

Die diesjährige Glücksstern-Aktion hatte der Gewerbeverein angesichts der Corona-Pandemie Anfang Dezember schon abgesagt, damit Kunden nicht von einem Geschäft ins andere gehen, doch der Lockdown ab dem 16. Dezember traf den Einzelhandel dann hart und verdarb das umsatzstarke Weihnachtsgeschäft.

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„Bis zum Tag der Schließung lief es fast normal“, erklärt Frank Sattler, Inhaber des Sportgeschäfts Intersport Sattler und stellvertretender Vorsitzender des Gewerbevereins Rheinfelden. Vor der Schließung lief im Sport- und Einzelhandel das Weihnachtsgeschäft zwar vergleichsweise schwächer als in anderen Jahren, aber immer noch zufriedenstellend, verweist er auf Zahlen des Einzelhandelsverbandes. „Mit der Ladenschließung wurde es aber dramatisch. Das kostet uns Einzelhändler wahnsinnige Umsätze, die wir auch nicht mehr aufholen können. Der Flurschaden wird da sein“, meint Sattler. „Die Einzelhändler bilden Rücklagen für Investitionen. Es ist schade, dass die jetzt verbrannt werden.“

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Insbesondere der Sporthandel werde hart getroffen, da Dezember und Januar umsatzstarke Monate bedeuten. Sattler meint, dass sich das nicht aufholen lässt, da die Wintersportausrüstung nicht mehr im Frühjahr verkauft wird. „Das kann man abhaken und muss positiv in die Zukunft schauen“, sagt Sattler, der hofft, dass ab Februar die Geschäfte wieder öffnen dürfen. Er baut darauf, dass sich die Menschen an die Vorschriften halten, damit die Fallzahlen wieder sinken. „Es schmerzt zwar richtig, aber die Gesundheit steht im Vordergrund. Wenn die Fallzahlen sinken, dann kommen wir auch wieder in ein normales Leben zurück“, sagt Sattler. Was den Einzelhandel zusätzlich belastet, ist, dass Geschäfte für den täglichen Bedarf wie Lebensmittelketten und Drogerien auch weiterhin Produkte verkaufen, die als nicht lebenswichtig gelten. Er führt Elektroartikel, Spielzeuge und Sportgeräte an. „Das trifft uns natürlich besonders hart, weil hier eine Ungleichheit geschaffen wurde“, erklärt Sattler.

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Der Internet-Handel indes floriert. „Wie soll man als Endverbraucher sonst Ware beschaffen? Auch hier findet eine Marktsättigung statt, bis der Einzelhandel wieder öffnen darf. Hier sehen wir einen großen Preisverfall“, sagt Sattler. „Der stationäre Handel hat keine Chance, die Produkte zu einem vernünftigen Preis zu verkaufen.“ Die Warenlager seien voll und die Händler müssten mit großen Wertverlusten rechnen. Als Beispiel führt er an, dass ein Computerhändler seine Ware erst verkaufen kann, wenn schon wieder neue Modelle auf dem Markt sind und bei den alten Modellen der Preis gesunken ist.

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Zwar bestehe für jeden die Möglichkeit, Online-Handel zu betreiben, aber nicht für jeden Händler ist der Einstieg leicht, wenn er nicht einem Verband oder einer Genossenschaft angeschlossen ist. „Es profitieren die Händler, die Online-Handel machen können, und es ist toll, dass wir Händler haben, die Online-Handel und stationären Handel betreiben, weil sie so Liquidität schaffen können“, meint Sattler. „Wir haben aber auch Geschäfte, die das nicht können. Online-Handel ist eigentlich eine eigene Branche.“

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Das Sportgeschäft bietet über die Intersport-Plattform Online-Handel an und als Alternative auch einen Lieferdienst. Sattler bedauert aber, dass im Internet bestellen und am Geschäft abholen bis Montag nicht möglich war. Er ist froh, dass diese Möglichkeit mit der neuen Verordnung nun erlaubt ist. Ein Lob spricht er der städtischen Wirtschaftsförderung aus, die die Internet-Plattform Einkaufen in Rheinfelden eingerichtet hat, wo Kunden erfahren, welche Geschäfte Lieferdienste haben.

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Auch von der Digitalisierung des Löwenstark-Gutscheins verspricht sich Frank Sattler eine Verbesserung für die Rheinfelder Händler. „Der Gutschein wird zu Tausenden gehandelt“, sagt er. Ziel sei es, dass der Gutschein in allen Geschäften im Internet gehandelt werden kann. Hierfür wurden schon verschiedene Möglichkeiten ausgelotet, aber der Gutschein soll höchsten Ansprüchen genügen. „Seit Monaten ist ein Gutschein in Arbeit, der auch online gehandelt werden kann. Aber durch Corona wurden wir ausgebremst und haben es nicht vor dem Weihnachtsgeschäft geschafft.“ Als Vorstandsmitglied des Gewerbevereins wünscht Sattler allen Einzelhändlern Durchhaltevermögen und rät, sich einen positiven Blick in die Zukunft zu bewahren.