Wer am Mittwoch am Grenzach-Wyhlener Freibad vorbei gelaufen ist, dürfte emsige Aktivität bemerkt haben: Denn die Gemeinde füllt die Becken. „Wir wollen vorbereitet sein, wenn die Landesverordnung kommt“, sagt Bürgermeister Tobias Benz und fügt ziemlich genervt hinzu: „Wahrscheinlich wird das wieder an einem Freitag nach 23 Uhr sein.“ Da der Bäderbetrieb aber sieben Tage Vorlauf braucht, möchte Benz nicht erleben, dass eine Öffnung kurzfristig angekündigt wird, die Kommune sie aber nicht umsetzen kann. „Dann haben wir wieder verärgerte und enttäuschte Bürger, die glauben, wir bekommen das nicht hin.“ Deshalb läuft nun das Wasser, obwohl die Gemeinden und Städte noch völlig im Trüben fischen.

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„Es gibt noch keine Handreichungen, keine detaillierten Vorgaben“, so Benz. Der Corona-Krisenstab habe aber mit dem Bäderteam ein eigenes, mögliches Konzept entwickelt. Denn auch das habe die Vergangenheit gezeigt: Die Landesverordnungen geben eher Rahmenbedingungen vor, keine praktischen Umsetzungshilfen. Eine der Rahmenbedingungen, die für Benz wichtig ist, ist die Flächenberechnung für die maximale Besucheranzahl. Geht es nach Liegefläche, könnte Grenzach-Wyhlen einigen Bürgern einen Platz anbieten. „Unsere Flächen sind für 12.000 Menschen ausreichend. Selbst wenn wir nur ein Drittel belegen könnten, wäre das noch viel.“ Bemisst sich die maximal zulässige Besucheranzahl aber an der Wasserfläche, sieht das wieder anders aus.

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Fest steht: Einheimische werden in dieser besonderen Saison bevorzugt behandelt. „Unsere Bürger finanzieren diese Anlage mit ihren Steuern.“ Da sei es nur fair und geboten, dass sie den Vortritt hätten. „Wenn dann noch Kapazitäten da sind, dürfen natürlich auch gerne Menschen aus anderen Gemeinden kommen.“ Das könnte zu Härten führen, weshalb Benz davon ausgeht, dass ein Sicherheitsdienst beschäftigt werden muss. Dieser wird auch die Einhaltung der Abstandsregeln im Bad kontrollieren. „Unsere Bädermitarbeiter sind keine Security“, betont Benz. Das verursacht natürlich weitere Kosten, auf denen der Rathauschef nicht sitzen bleiben will. „Ich hoffe sehr, dass das Land die Kommunen finanziell besser ausstattet und es weitere Hilfen geben wird.“ Bisher habe die Gemeinde wegen Corona-Anschaffungen – Masken, Abstandshalter und dergleichen – in Höhe von ungefähr 25.000 Euro tätigen müssen. „Wobei vieles noch gar nicht abgerechnet ist.“

Becken noch nicht gefüllt

In Rheinfelden hingegen werden die Becken des Freibades noch nicht gefüllt. „Das wäre nicht wirtschaftlich, weil es hohe Betriebskosten mit sich bringt“, erklärt Frank Uhlich, Abteilungsleiter Steuerung, Schulen und Sport bei der Stadtverwaltung. Wirtschaftlich wäre es laut Uhlich auch nicht, den Betrieb ab dem 2. Juni, wie es die Landesregierung erlaubt, ausschließlich für Vereine und Schwimmkurse wieder zu öffnen. Darum warten Stadt und Bäderteam weiterhin auf konkrete Informationen, wann der „normale“ Badebetrieb wieder anlaufen kann. „Der 15. Juni steht im Raum, aber sicher ist das nicht“, so Uhlich. Man habe sich an einer Handreichung der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen orientiert, um ein vorläufiges Sicherheitskonzept zu erstellen.

Öffnung erst Mitte Juni erwartet

Diese Handreichung hat auch Heinz Van der Vliet, Pächter des Rheinschwimmbades in Schwörstadt, zur Grundlage für ein Sicherheitskonzept genommen. Er kann sich etwa vorstellen, dass das Spaßbecken geschlossen bleiben muss und Eintrittskarten auch online angeboten werden. „Das sind aber nur grobe Ideen, es fehlen konkrete Vorgaben.“ Er und sein Team bereiten derzeit alles für eine Öffnung Mitte Juni vor. „Wir vermuten, dass wir dann aufmachen können, aber wir haben noch keine Infos vom Land bekommen“, so Van der Vliet.

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