Welche Werte sind den Menschen wichtig? Welche Werte bestimmen das Zusammenleben und die Stadtgesellschaft? Mit diesen Fragen geht die Stadt auf engagierte Bürger zu, um einen lebhaften gesellschaftlichen Diskurs und Projekte anzustoßen. Die Auftaktveranstaltung zu diesem „Werte-Jahr 2020“ war am Freitag im Haus Salmegg. Im Anschluss wurde die Kulturamts-Ausstellung von Kunstschaffenden aus dem Atelier Frida der Lörracher Lebenshilfe eröffnet.

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Ein voller Dietschy-Saal zeigte, dass dieses Nachdenken über Werte auf großes Interesse stößt. Oberbürgermeister Klaus Eberhardt führte mehrere Faktoren an, warum eine Werte-Diskussion so aktuell sei in diesen Zeiten der Globalisierung, der Veränderungen, der Digitalisierung, der Unübersichtlichkeit und Flut an Informationen.

Besinnung auf die Grundsätze

Die Veränderungen in Natur und Klima hätten erfreulicherweise zu einer Mobilisierung insbesondere bei jungen Menschen geführt, die ein „Weiter so“ in der Lebensführung in Frage stellten. Vom Wertejahr in Rheinfelden erhofft sich Eberhardt eine Besinnung auf die Grundsätze, die „unsere Menschlichkeit und unsere Gesellschaft in der Gemeinschaft prägen sollen“. Hauptakteure seien die aktiven Mitglieder der Bürger, die die Wertediskussion in die Stadtgesellschaft einbringen.

Diskussion über Werte (von links): Stefanie Franosz, Redner Anselm Bilgri, Dario Rago und Bürgermeisterin Diana Stöcker.
Diskussion über Werte (von links): Stefanie Franosz, Redner Anselm Bilgri, Dario Rago und Bürgermeisterin Diana Stöcker. | Bild: Roswitha Frey

Als profilierten Referenten hatte man Anselm Bilgri aus München gewonnen, der Benediktiner und Prior von Kloster Andechs war und heute als Vortragsredner ein profundes Wissen über Werte vermittelt. Er sprach aus philosophischer Sicht darüber, was grundsätzliche Werte sind, die uns bewegen, wie Nachhaltigkeit, Mitmenschlichkeit, Humanität. Bilgri ging auch auf den Wertewandel, den Werteverfall, die Veränderungen in der Werteorientierung der Gesellschaft ein.

Das Konzept hinter dem Werte-Jahr

Bürgermeisterin Diana Stöcker erläuterte in einer Präsentation das Wertejahr, das während der Arbeit am „Konzept 2025 für Integration und Teilhabe“ angestoßen wurde und vom Land gefördert wird. Ziel sei, dass sich Akteure aus der Stadt mit vielfältigen Ideen einbringen und eigene Projekte realisieren, mit Unterstützung der Stadtverwaltung. Die Organisation liegt bei der Stabsstelle Integration und Flüchtlinge in Kooperation mit dem Amt für Familie, Jugend und Senioren. Stöcker gab einen Überblick über Veranstaltungen.

Großer Andrang herrschte bei der anschließenden Vernissage des Ateliers Frida. Die Ausstellung „In eigener Sache“ mit 65 Bildern von Sandra Stankiewitz, Carmen Schäuble, Simona Picone, Peter Ehrlich und Oliver Nönninger sei als Startpunkt des Wertejahres wie geschaffen. Diana Stöcker zeigte sich fasziniert von der künstlerischen Qualität, Ausdruckskraft und Gestaltung.

Atelierleiterin Christiane Puppel gelinge es, eine harmonische Arbeitsumgebung zu schaffen, in der sich die Maler mit ihrem künstlerischen Potential entfalten könnten. Sie seien sehr stolz, in diesem renommierten Haus auszustellen zu können, sagte Philipp Bohner, Geschäftsführer der Lebenshilfe, die mit dem Atelier Frida eine kreative Plattform für Menschen mit Behinderung geschaffen hat.

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Atelierleiterin Christiane Puppel stellte die Maler vor. Sandra Stankiewitz malt farbenfroh, expressiv, meist figürlich, ihre originellen Darstellungen von Frauenfiguren haben Witz. Carmen Schäuble arbeitet vorwiegend abstrakt, spontan und frei, mit satten kräftigen Farben. Ihre Bilder zeichneten sich durch große Malfreude und dynamische Gestaltungskraft aus. Peter Ehrlich ist ein vielseitiger Zeichner und Maler, der sich für Motive jeglicher Art begeistert, Porträts im Stil des Pointillismus, Tierfiguren oder Architekturmotive, die er teils frei, teils nach Fotovorlagen „voller Hingabe, Sorgfalt und Behutsamkeit“ male.

Simona Picone, die sich von Motiven aus ihrer Umgebung inspirieren lässt, ist mit luftigen Figurenbildern in Aquarellfarben vertreten. Zu sehen sind auch ausdrucksstarke Bilder des vor drei Jahren verstorbenen Oliver Nönninger, der ein außergewöhnlicher Künstler war und sich auch mit kritischen Themen auseinandergesetzt hat.