In Werkstätten entsteht Kreatives. Dabei muss nicht immer gehämmert und gesägt werden. Werkzeug ist aber meist im Spiel. Wir werfen einen Blick in verschiedene Werkstätten der Region und sind überrascht, was es alles zu finden gibt. Heute sind wir mit Turhan Topacogullari und seiner Kamera unterwegs, denn seine Werkstatt befindet sich eigentlich überall.

Landschaften, Pflanzen und Tiere

Am liebsten fotografiert Topacogullari die Natur. Landschaften, Pflanzen, aber ganz besonders Tiere haben es ihm angetan. Bei schönem Wetter besucht der 67-Jährige gerne das Rheinufer oder die Wehra-Mündung und hält nach Schwänen, Kormoranen, Eidechsen und anderen Tieren Ausschau.

Selbstständig in der Metallbranche tätig

„Man meint immer, es könnte langweilig werden, wenn man dieselben Stellen besucht“, erzählt er, „doch das ist nicht so. Man entdeckt immer wieder etwas Neues.“ Doch auch Topacogullari besucht nicht nur die gleichen Orte. Obwohl er seit Dezember 2017 in Rente ist, ist er weiterhin selbstständig in der Metallbranche tätig und kommt viel auf der Welt herum.

Das Handy bleibt so lange aus

Ist Topacogullari geschäftlich unterwegs, hängt er an seine Reisen meist zwei weitere Tage an. „Die sind dann nur für mich“, gesteht er und erläutert, dass er vor seiner Rente genug unter Zeitdruck gestanden habe. Heute würde er das Handy ausschalten und fotografieren gehen. Durch die Natur zu laufen und nach Motiven Ausschau zu halten, das hätte etwas Meditatives.

Flamingos in der Camargue

Letzten Sommer hätte er zum Beispiel Flamingos in der Camargue abgelichtet und vor kurzem erst einen ganzen Tag mit den Eichhörnchen im St. James Park in London verbracht. Seine Ausrüstung hat er immer mit dabei. Zwar variiert sie je nach Plan, doch zur Grundausstattung gehören neben der Nikon D 750 auf jeden Fall auch immer ein Stativ, drei Objektive, davon zwei Teleobjektive und ein Makroobjektiv, das bereits dreißig Jahre alt ist, Ersatz-Akku, Fernauslöser und nicht zu vergessen das Brillenputztuch.

Die erste Kamera hat er immer noch

Das Fotografieren hätte ihn schon seit seiner Kindheit interessiert, doch erst während der Studienzeit, als er in einem Hotel in der Türkei gejobbt hätte, habe er einem deutschen Gast seine erste Kamera abgekauft. „Eine Voigtländer war das“, erinnert sich Topacogullari, „die habe ich sogar heute noch.“

Seit damals hätte er regelmäßig Geld in seine Ausrüstung gesteckt und sie zusehends erweitert und verbessert. Neu im Repertoire hat er derzeit einen speziellen Filter für Langzeitfotografie. „Damit muss ich aber erst noch experimentieren“, gibt er zu.

Suche nach Motiven ist aufwändiger

Der Nachbearbeitung widmet der Hobbyfotograf weniger Zeit, als der Suche nach guten Motiven. Sicher schärfe er Bilder oder bearbeite die Farben ein wenig, doch professionelle Software gönne er sich dazu nicht.

Jetzt will er Pelikane ablichten

Als Angehöriger der türkischen Minderheit in Griechenland geboren, kehrt Topacogullari regelmäßig im Urlaub dorthin zurück. Auch diese Reisen nützt er ausgiebig zum Fotografieren. „Letztes Mal sind wir acht Tage mit dem Auto gefahren, da gab es sehr viele Gelegenheiten für schöne Fotos“, schwärmt er und freut sich auf die nächste Reise, denn diesmal möchte er gezielt am Kerkini-See in Nordgriechenland vorbeifahren. „Dort sollen so viele Pelikane sein, die möchte ich unbedingt einmal sehen und ablichten.“

Doch auch wenn er schon viele Tiere auf der Welt gesehen hat, so dominiert ein Tier seine Sammlung der Aufnahmen: der Schwan. „Diese Tiere faszinieren mich einfach“, bekennt er, „und ich weiß gar nicht genau, wieso.“