Schon im kommenden Jahr soll die Abwärme der Evonik in das Wärmenetz der Stadtwerke in Rheinfelden eingekoppelt werden. Dazu hat der Bau- und Umweltausschuss am Donnerstag einen umfangreichen Netzausbau beschlossen. Aufgrund der hohen Anforderungen beim Ausbau in der Fußgängerzone und bei der Querung von Bundesstraße und Bahnlinie hat sich das Gremium für das teurere Angebot entschieden.

Anschluss des Rathauses geplant

Als künftige Abnehmer der Abwärme konnten schon einige Privateigentümer gewonnen werden. Das Rathaus soll langfristig ans Wärmenetz angeschlossen werden, ebenso das künftige Feuerwehrgerätehaus. Als Ziel gilt auch, das heutige Freibad zu erreichen, um dort künftig die industrielle Abwärme zu nutzen. Mit den geplanten Erweiterungen soll die Einkopplung der Abwärme der Evonik in das Wärmenetz der Stadtwerke in den nächsten zwei Jahren ermöglicht werden sowie weite Teile der Stadt erschlossen.

Beginn Anfang nächsten Jahres

Betriebsleiter Daniel Weiß erörterte die Planungen im Bau- und Umweltausschuss. 2020 sind Bauarbeiten an den Leitungen in der Karl-Fürstenberg-Straße geplant. Die Planung steht vom Bereich der Schillerschule über die Turmstraße bis zur Evonik. Der Anschluss an das Werksgelände wurde abgestimmt und soll Anfang 2020 ausgeschrieben werden. Das künftige Baugebiet Grendelmatt III und die Obere Kanalstraße werden dabei in die Planung einbezogen. Gleichzeitig soll ausgehend vom Rathaus die Wärmeleitung über die Karl-Fürstenberg-Straße zu Oberrheinplatz und Kapuzinerstraße geführt werden. In dem Quartier konnten schon erste Wärmelieferverträge abgeschlossen werden.

Erschließung des künftigen Feuerwehrhauses

2021 geht es weiter in die Richtungen Bahnhof und Müßmattstraße. Für das Seidenweberareal konnten ebenfalls schon Verträge vereinbart werden. Dazu müssen die Bundesstraße und die Bahnlinie gequert werden. In der Müßmattstraße ist geplant, die Wärmeleitung von der Realschule nach Norden zu verlängern. Dies dient der Erschließung des künftigen Feuerwehrhauses und dem Anschluss des bestehenden Wärmenetzes der städtischen Wohnungsbaugesellschaft, um dieses mit dem Wärmemix der Stadtwerke Rheinfelden zu versorgen.

Gremium entscheidet sich für teureren Bieter

In einem zweistufigen Bieterverfahren wählte man aus den Interessenten drei aus, die ein Angebot abgeben sollten. Von denen sagte einer wieder ab. Das günstigere Angebot lag bei 275 512 Euro – die Verwaltung schlug jedoch vor, dass teurere Angebot über 405 703 Euro der Firma Regiodata anzunehmen. In den Bewertungskriterien erreichte die Firma trotz des teureren Angebots einen besseren Wert. Weiß erklärte, dass die Arbeiten in der Fußgängerzone sowie die Querung der Bundesstraße und der Bahnlinie komplexe Anforderungen darstellten.

Fußgängerzone durch Arbeiten betroffen

„Um sicherzustellen, dass es gut läuft, brauchen wir eine gute Qualität in der Planung und Ausführung“, so Weiß. Die Anrainer der Baustelle seien auch die künftigen Kunden. Oberbürgermeister Klaus Eberhardt ergänzte, dass man sich in der Fußgängerzone auf schwierige Abläufe einstellen müsste. Da sei die Leistungsqualität von besonderer Bedeutung. Die Beschlüsse im Bau- und Umweltausschuss fielen einstimmig. Das Gremium beschloss die Erweiterung des Wärmenetzes in den Jahren 2020 und 2021, vorbehaltlich der Genehmigung der Wirtschaftspläne für diese Jahre, sowie die Vergabe der Planungsleistungen an das Büro Regiodata im Rahmen der Wärmenetzerweiterung 2020/2021.