Der Name ist Programm. Der Schauraum lädt zum intensiven Schauen mit einem professionellen Museumskonzept ein. In fünf Themenbereichen stellt das neue Stadtmuseum die Entwicklung Rheinfeldens systematisch dar und bietet damit visuelle und inhaltliche Anreize zum Kennenlernen. Die methodisch konzipierte Ausstellung auch mit digitalen Medien lässt sich immer wieder verändern und ausbauen.

Wann öffnet der Schauraum?

Am 14. Dezember kann die Öffentlichkeit sich erstmals ein umfassendes Bild davon machen. Noch verhüllt Packpapier die Schaufenster an der Karl-Fürstenberg-Straße, dahinter ist das Projekt so gut wie fertig gestellt und macht als Konzeption einen einladenden und überzeugenden Eindruck. Beim „Preview“ betonte OB Klaus Eberhardt am Dienstagnachmittag sowohl die viele Arbeit, die darin steckt, als auch auf den „Quantensprung“ gegenüber der früheren Präsentation der Stadt im Haus Salmegg. Vor allem gefällt ihm die hier zu sehende „Würdigung von Meilensteinen der Stadt Rheinfelden“.

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Wie viel investiert die Stadt in den Schauraum?

Ihren neuen geschichtlichen Auftritt mit einem barrierefreien Museum mitten im Zentrum, direkt neben der Tourist-Info, lässt sich die Stadt Rheinfelden etwas kosten: 175.000 Euro wurden für das Werk angelegt, das von der Fachagentur zwo/elf aus Karlsruhe als Wettbewerbssieger konzipiert wurde. Das Grundprinzip basiert auf genormten Bausteinen, schwarze Module unterschiedlicher Größe, die fünf Themenkreisen mit farblicher Pixelführung zugeordnet sind.

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Wer ist für das Projekt verantwortlich?

Die einführende Texte hat vor allem Stadtarchivarin Sabine Diezinger verfasst. Gabriele Zissel und Bürgermeisterin Diana Stöcker haben im Projekt maßgeblich gearbeitet. Mit den Inhalten befassten sich in der erweiterten Gruppe mehrere Historiker und Menschen, die sich semiprofessionell mit Stadtgeschichte beschäftigen, wozu auch die Stadtführerinnen gehören. Die Federführung lag bei Bürgermeisterin Stöcker.

Wie ist der Aufbau des Schauraums?

Beim Vorabbesuch zeigte sich, dass sich auf der Ausstellungsfläche von 130 Quadratmetern mit diesem aufbauenden und übersichtlichen System viel vermitteln lässt. Es wird vier digitale Bilderrahmen mit historischen Aufnahmen geben, zwei Touch Screens, einen Film-Bildschirm und drei großen Filmwände. Das Konzept steht für professionellen Anspruch, „den die Geschichte der Stadt wert“ ist, sagte Stöcker. Den Rundgang durch die fünf Themen kann sich jeder selbst wählen, er ist nicht vorgeschrieben. Jedes Modul behandelt einen Themenblock unter verschiedenen Aspekten. „Man kann anfangen, wo man will“, merkte Bürgermeisterin Stöcker an. Jeder Bereich erweist sich als selbsterklärend.

Welche Themen werden ausgestellt?

Dies- und Jenseits des Rheins führt der Schauraum in die frühe Besiedlung, geht auf Zähringer und Habsburger ein, stellt den Rhein in seiner Grenzbedeutung dar und die Schwesterstädte. Die Fotos stammen aus dem Stadtarchiv und sind plastisch aufgearbeitet, so dass sie 3-D-Wirkung entfalten. Ein Kapitel setzt sich mit Stadtwerdung und Entwicklung auseinander. Das fängt beim Kraftwerksbau und der Industrie an und führt ins Heute. Die Industrie ist ein Motor, heißt ein mit Gelb als Erkennungszeichen markierter Bereich. Hier haben Energiedienst, Evonik und Aluminium als Ausgangsunternehmen zum Anschauungsmaterial beigetragen. Ein orangefarbener gekennzeichneter Block steht unter dem Motto: „Angekommen“ und lässt auf drei Bildschirmen 16 Rheinfelder zwischen acht und 88 Jahren aus Kernstadt und Ortsteilen zu Wort kommen. In zweieinhalb Minutenbeiträgen erzählen sie von ihrer Beziehung zu Rheinfelden. Die Bildschirme werden noch montiert, Text- und Bildmaterial sind aber längst eingespielt. Zum Fünften stellen sich Rheinfelder Biografien vor. Dabei geht es um die Menschen, die etwas für Rheinfelden bewegt haben, angefangen von Emil und Walther Rathenau bis Dr. Therese Herzog-Rennau.

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Welche Bedeutung hat der Schauraum?

Im Schnitt besuchen monatlich 500 Menschen die Tourist-Info. In den vergangene zwei Jahren bei der Übergangsnutzung des Schauraums konnte Leiterin Gabriele Zissel deutliche Synergien ausmachen. Mindestens ein Fünftel der Besucher interessiere sich sogar nur für die Ausstellungen. Zissel erkennt mit dem Schauraum somit ein „zusätzliches touristisches Angebot“, das außerdem einen idealen Ausgangs oder Zielpunkt für Stadtführungen bietet.

Stadtarchivarin Sabine Diezinger zeigte sich überzeugt, dass der Schauraum, obwohl er kein klassisches Museum darstellt, das an Informationen bietet, woran bei vielen Interesse besteht. Auch ohne die klassische Sammlung in Objekten finde hier Bildung statt. Das gar nicht museale Konzept „soll neugierig machen“ (Stöcker) auch auf das Stadtjubiläum 2022.