Der Rheinuferrundweg ist beliebtes Naherholungsterrain. Deshalb wird jetzt eine weitere Maßnahme zur Aufwertung angepackt: Der Hügel an der Dürrenbachmündung soll mit Wegen und Aufenthaltsflächen als „Sunnebuggele“ erschlossen werden. Die Idee ist nicht neu, sie hat eine Arbeitsgruppe zur Lokalen Agenda 21 entwickelt. Kinder und Jugendliche haben die Anhöhe mit Blick auf den Rhein schon immer für sich entdeckt.

Sie haben als Kinder dort gespielt

„Als Kinder sind wir da immer hochgegangen“, erzählt Jacqueline Dumont. „Da oben gab es Haselnüsse.“ Auch Roland Senger kann sich noch erinnern, als Kind auf dem Hügel gespielt zu haben. Landschaftsarchitekt Senger und Architekt Christoph Geisel haben den Hügel an der geschwungenen Brücke nahe der Mündung des Dürrenbachs in den Rhein überplant und stellten sie Mitgliedern der damaligen Arbeitsgruppe zur Lokalen Agenda auf dem Rheinuferweg vor.

Erste Entwürfe aus dem Jahr 2015

Ihre ersten Entwürfe stammen von 2015, die Idee, dass der Hügel als „Sunnebuggele“ für die Öffentlichkeit erschlossen werden soll, ist wie Senger sagt, aber älter. Den Hügel haben alle Generationen für sich entdeckt. Ein steiler Trampelpfad neben der Brücke zeugt davon, dass die kleine Anhöhe auch heute noch erklettert wird. In der Gruppe am Rheinuferweg heißt es auch, dass es dort manchmal auch „romantisch“ zuging.

Sichtachsen in die Schweiz frei schneiden

Zwei Aufenthaltsmöglichkeiten sollen auf dem „Sunnebuggele“ entstehen, erklärt Senger. Für eine gute Aussicht ist es wichtig, dass die Sichtachsen in die Schweiz frei geschnitten werden. Ein sanfter Aufstieg ist vom Soleplatz mit dem Steinkreis durch den Wald geplant, und bei einer näher an der Brücke gelegenen Ausbuchtung soll der Hang zum Sitzen wie zum Ersteigen stufig gestaltet werden. „Das wird ein abenteuerlicher Weg“, merkt Geisel an. In der Ausbuchtung soll ein kleines Sitzrund mit Blickrichtung als Äquivalent zum großen Steinkreis entstehen. Die Planung sieht vor, dass der Untergrund mit aufgestellten Stahlplatten in Form gebracht wird und oben eine Schicht aus versickerungsfähigem Beton abschließt. „Das passt zum typischen Nagelfluh hier“, erklärt Senger.

Hinter dieser Bank soll ein gestufte Aufstieg angelegt werden.
Hinter dieser Bank soll ein gestufte Aufstieg angelegt werden. | Bild: Horatio Gollin

Bäume müssen nicht gefällt werden

Patrick Pauli von der Stadtplanungs- und Umweltabteilung ergänzt, dass die lockere Stufengestaltung es ermögliche, zu vermeiden, dass Bäume gefällt werden. Keine große Wiese, sondern „ein lichter Hain, ein Wäldchen“ soll entstehen. Auch Senger hält nur wenige Eingriffe in die Natur für nötig: „Wir wollen nur in den oberen Ästen etwas raus nehmen. Der mittlere Bewuchs bleibt.“ Für den Blick auf das Wasserkraftwerk werden aber auch Bäume herausgenommen. Pauli meint, dass durch die Öffnung Arten gefördert würden, wie Fledermäuse, die keinen dichten Bewuchs mögen. Im Oktober könnte es mit den Arbeiten losgehen.

Maßnahmen mit 400000 Euro kalkuliert

Die Erschließung ist in die Projektgruppe Rheinliebe der Internationalen Bauausstellung Basel 2020 (IBA) eingebettet als IBA-Projekt Rheinuferweg extended. Im gleichen Rahmen soll auch die Kanustation am Haus Salmegg wieder hergestellt werden. Aufgrund des schwankenden Pegels des Rheins ist ein schwimmender Steg geplant, der unabhängig vom Wasserstand nutzbar wäre. Pauli hält einen Eingriff in die Natur mit Fundamentarbeiten für verzichtbar. Für beide Maßnahmen und die Freizeit-App wurden 400 000 Euro kalkuliert. Pauli verweist darauf, dass 70 Prozent der Kosten des grenzüberschreitenden Projekts über Interreg gefördert werden. Beide Maßnahmen sollen zum Abschluss der IBA im Jahr 2020 umgesetzt sein.

Viele Ideen schon früher realisiert

„Was den Rheinuferweg angeht, hat die Agenda-21-Gruppe schon alles vorgedacht. Auch diese Wiese haben wir damals aufgrund der Gruppe wiederentdeckt“, hält Gabriele Zissel von der WST Rheinfelden fest, die damals wie Dumont der Gruppe, die sich 2002 erstmals zusammensetzte, angehörte. Auch Helmut Reif brachte sich damals schon ein und erinnert sich, dass die Zugänglichkeit des „Sunnebuggeles“ diskutiert wurde, aber wegen der Kosten nicht umgesetzt wurde. Im Rahmen der Grün 07 und der Entente Florale wurden viele Ideen der Gruppe aber realisiert. Reif und Dumont lobten die Planung und kommende Erschließung.