Studenten und Universitäten befinden sich aufgrund der Pandemie momentan im Ausnahmezustand – Christoph Rogg, Student Lehramt (Primarstufe) in den Fächern Deutsch und Geographie an der Pädagogischen Hochschule (PH) in Freiburg, wurde von dieser Situation zunächst im dritten und jetzt auch im vierten Semester erwischt.

Das könnte Sie auch interessieren

Weil die Hochschule wegen Corona gezwungen ist, ihre Lehre ins Internet zu verlagern, sitzen Christoph Rogg und viele andere, nicht wie in den Präsenzstunden dem Dozenten im Hörsaal gegenüber, sondern im Homeoffice dem Computer. Begeistert darüber ist er nicht, trotzdem blickt er zuversichtlich in die Zukunft. „Es wird ja mit Hochdruck an der Zulassung des Impfstoffs gearbeitet“, meint er optimistisch. Auf der Strecke bliebe aber der direkte Austausch mit Kommilitonen, der direkte Bezug zum Lehrkörper und, sagt er lächelnd, Studentenfeten, Kneipenbesuche.

Das könnte Sie auch interessieren

Im kleinen Büro von Christoph Rogg ist es still. „Komisch, wenn das Hörsaalgemurmel fehlt“, bedauert er. Er wartet darauf, bis die Dozentin vom Bildschirm aus zu ihm und den vielen anderen Studenten spricht. Die Corona-Krise hat Studierende wie Lehrende unvorbereitet aus den Vorlesungsräumen in die digitale Welt geholt. „In einer normalen Präsenzvorlesung, Präsenz heißt vor Ort, redet der Dozent zu den vorgegebenen Thematiken mit Folie“, schildert er.

Dazu mache sich der Student Notizen. Spätestens mit dem Semesteranfang im April begann für alle Beteiligten ein digitales Leben. „Online gibt es zwei Möglichkeiten“, sagt der 24-Jährige. Entweder funktioniere die Vorlesung asynchron, der Dozent stelle Audiodateien und die Folien also im Internet zur Verfügung, und man könne sich den Inhalt zu jeder Zeit selbst erarbeiten“. Die synchrone Variante bedeute, die Studenten nehmen zu einer vorgegebenen Zeit in einer Onlinekonferenz teil. Der Dozent erkläre dabei die Folien.

Das könnte Sie auch interessieren

Die Studenten hätten dabei auch die Möglichkeit zur Interaktion, sie könnten sich also während der Vorlesung zum Thema äußern. Die Studenten sollten dabei eine Kamera angeschaltet haben und sich aktiv beteiligen. Christoph Rogg bevorzugt die erste Variante.

Der Student berichtet auch von den sogenannten Breakout-Sessions. „Da wird man mit einem oder zwei anderen Studenten zusammengeschlossen, um eine Aufgabe zu bearbeiten, was in einer Präsenzvorlesung mit den Freunden links und rechts oder mit jemand anderem erfolgt“. Da die Technik nicht in der Weise ausgeklügelt sei, dass das alles reibungslos ablaufe und auch die Internetverbindung nicht immer stabil laufe, fallen Teilnehmer auch immer wieder aus den digitalen Treffen heraus. Die weiteren Teilnehmer würden in solch einem Fall von der Dozentin aufgefordert werden zu warten, weil jener anklopfen und versuchen würde, wieder in den Konferenzraum zu kommen.

„Wegen der Coronamaßnahmen sitzen ja die meisten bei sich zuhause“, erklärt er. Tatsache sei, dass in einer Großstadt wie Freiburg die mobile Internetversorgung gut sei und man sofort merke, wer von zuhause aus kommuniziert, weil derjenige beispielsweise ganz leise klingt oder das Bild verpixelt ist.

Das könnte Sie auch interessieren

Im ersten Coronasemester sei auch schon mal ein Meeting zusammengebrochen, weil die Kurse mit der unerwartet großen Anzahl von Teilnehmern überlastet gewesen waren. Die PH treffe aber keine Schuld, „die hat alles getan, das angemessen zu gestalten“. Schließlich würden an einem Meeting manchmal mehr als hundert Personen gleichzeitig aktiv sein. Das erfordere eine enorme Netzwerkarchitektur.

Ohne ein Chatforum, ähnlich einer Whatsapp-Gruppe, funktioniere das Online-Studium aber auch nicht. Studierende und Lehrende nutzen eine Onlineplattform der Pädagogischen Hochschule, auf der die Materialien digital zur Verfügung gestellt werden. Dort könne man auch Aufgaben bearbeiten und den eigenen Stundenplan erstellen.

In einem eigens eingerichteten Chatforum können sich Studierende austauschen oder auch Fragen an Dozentinnen und Dozenten stellen. Dabei sei man auch als Student meist zu sehen. Plötzlich im Mittelpunkt vieler Teilnehmer zu stehen, sei „nicht ganz gewöhnlich“, sagt Christoph Rogg. An viele Besonderheiten des Onlinestudiums müsse man sich erst gewöhnen.