Im Rahmen der jährlichen Gesundheitsaktivreise des Baden-württembergischen Heilbäderverbandes besuchte Justiz- und Tourismusminister Guido Wolf den heilklimatischen Kur- und Ferienort Höchenschwand. Auf dem Programm standen Gespräche mit den Geschäftsführern zweier Reha-Kliniken sowie ein Rundgang durch das Natursportzentrum. Wolf sah gute Fördermöglichkeiten für den von der Gemeinde beabsichtigten Ausbau der Wohnmobilstellplätze im Natursportzentrum.

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Bürgermeister Stefan Dorfmeister begrüßte außer dem Minister den Präsidenten des Heilbäderverbandes, Fritz Link, den Ehrenpräsidenten Rudolf Forcher sowie die CDU-Abgeordneten Felix Schreiner (Bundestag) und Sabine Hartmann-Müller (Landtag). Der Rathauschef stellte kurz den Tourismus- und Reha-Standort Höchenschwand und die Bemühungen der Gemeinde zur Verknüpfung der Reha mit dem Gesundheitstourismus vor.

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In der Diskussion gingen Frank Porten, Geschäftsführer der St. Georgkliniken, und Georg Villinger, Geschäftsführer der Fachkliniken Sonnenhof, auf die schwierige wirtschaftliche Situation der Reha-Kliniken ein. Kritisch sah Villinger die von der Politik geplante Einführung eines einheitlichen Tagessatzes für die Reha. „Wir haben allein beim Gehalt einen Unterschied von 15 Prozent zwischen den Reha-Standorten in Mecklenburg-Vorpommern und Baden-Württemberg“, verdeutlichte Villinger.

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Beim Rundgang durch das Natursportzentrum erklärte Tourismuschef Sebastian Stiegeler anhand einiger Zahlen die verkehrstechnischen Probleme des Ortes durch den Tagestourismus, vor allem im Winter. „An den Wochenenden sind dann alle Zufahrtsstraßen zugeparkt, sodass Rettungseinsätze erheblich behindert werden.“ Die Überplanung des Natursportzentrums beschäftige die Gemeinde seit 2013.

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Positiv sah Stiegeler die Auslastung der zwölf Wohnmobilstellplätze. „Wir generieren hier 4800 Übernachtungen pro Jahr, die Aufenthaltsdauer liegt mit 1,8 Tagen deutlich über der bei Wohnmobilfahrer berühmten einen Nacht“, hob Stiegeler hervor. Die Gemeinde plane einen Ausbau auf 30 bis 40 Stellplätze, sagte Stiegeler. In diesem Zusammenhang nannte er Anfangsinvestitionen von 10 000 Euro pro Stellplatz.

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Guido Wolf fand es richtig, dass die Gemeinde aufzeige, wohin man beim Tourismus wolle. Er sah für den Ausbau der Wohnmobilstellplätze gute Möglichkeiten, in das Förderprogramm des Landes aufgenommen zu werden. Der Schwarzwald erfreue sich zunehmend großer Beliebtheit bei den Touristen, dies zeigten auch die enormen Zuwächse der Ankunfts- und Übernachtungszahlen. Es sei ihm wichtig, rechtzeitig die Weichen zu stellen für das Entzerren der Touristenströme, sagte Wolf.

Ein Paradebeispiel

Fritz Link vom Heilbäderverband Baden-Württemberg sah Höchenschwand als Paradebeispiel für die Trendentwicklung im Gesundheitstourismus „Natur, Erholung und Gesundheit“. Die Umgebung in Verbindung mit dem Heilklima seien gute Voraussetzungen für das Schaffen von hervorragenden Angeboten für den Gast. In Zukunft werde der Heilbäderverband die Themensäulen Gesundheit und Wellness mit der Tourismusmarketinggesellschaft des Landes eigenständig bearbeiten. Der Bürger müsse wieder mehr für seine Gesundheit tun. Aus diesem historischen Gedanken seien auch die Kurorte entstanden. „Und da müssen wir wieder hin“, sagte Link.