Gut besucht war eine Informationsveranstaltung zur Einführung der neuen, umlagefinanzierten, digitalen Mehrwert-Gästekarte „3Welten-Card“ für die Landkreise Waldshut, Schwarzwald Baar-Kreis und den Kanton Schaffhausen im Lesesaal des „Haus des Gastes„. In Zusammenarbeit mit der auf Gästekarten spezialisierten Tourismusberatung „WIIF“ aus Oberstaufen sollen über diese Karte, ähnlich der sehr erfolgreichen „Hochschwarzwald Card“, alle Erlebnisse der Region Schwarzwald, Rheinfall und Bodensee für die Feriengäste kostenlos nutzbar sein. Referent des Abends war Konstantin Andreas Feustel von der Firma „WIIF“.

Konstantin Andreas Feustel von der Firma „WIIF“ stellte das Projekt „3Welten-Card“ in Höchenschwand vor.
Konstantin Andreas Feustel von der Firma „WIIF“ stellte das Projekt „3Welten-Card“ in Höchenschwand vor. | Bild: Stefan Pichler

Die Bündelung der touristischen Angebote der gesamten Region auf einer Karte bedeute für die Gäste freie Fahrt, freier Eintritt und freie Nutzung, sagte in seiner Einführung Feustel. Gastgeber (Hotels, Pensionen und Betreiber von Ferienwohnungen) könnten auf freiwilliger Basis Partner der „3Welten-Card“ werden und ihren Gästen einen Mehrwert bieten. Der Referent erinnerte in diesem Zusammenhang an die von WIIF entwickelte sehr erfolgreiche „Hochschwarzwald Card“ oder die „Schwarzwald Plus-Karte“ die heute von vielen Gästen bei ihren Buchungsanfragen konkret nachgefragt werden. Gäste der teilnehmenden Betriebe erhielten diese Karte für den gesamten Aufenthaltszeitraum automatisch, ohne direkte Extrakosten.

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Die Finanzierung basiere auf einer transparenten, fairen Kalkulation. Für die „3Welten-Card“ leisten die Gastgeber eine Umlage pro Gast und Nacht (ausgenommen seien Geschäftsreisende, Klinikaufenthalte oder ähnliches) und die Leistungserbringer erhielten eine Vergütung entsprechend der in Anspruch genommenen Leistungen.

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Als Vorteile für die Gastgeber und Leistungspartner nannte Feustel unter anderem eine Umsatzsteigerung durch eine höhere Auslastung, eine gezieltere Gästeansprache sowie die Generierung von Zusatzerlösen. Die „3Welten-Card“ sei eine Mehrwert-Gästekarte, die den Gästen verschiedene Freizeit- und Kultureinrichtungen in der ganzen Region kostenlos verfügbar mache. Beispielhaft nannte Feustel dazu die „Solemar Therme“ in Bad Dürrheim, den Rheinfall in Schaffhausen, das „Heimatmuseum Hüsli“ in Grafenhausen oder die Schifffahrt Untersee und Rhein zwischen Schaffhausen und Kreuzlingen. Zurzeit seinen bereits Gespräche mit Leistungserbringern für mehr als 50 Erlebnisse zwischen Schwarzwald, Rheinfall und Bodensee geführt worden, informierte der Referent.

Einführung 2021/2022

Voraussetzung für eine Einführung seien 250 000 Übernachtungen pro Jahr. Als Zeitraum nannte Feustel die Saison 2021/2022. Nach einer vorliegenden Kalkulation sei von einer Umlage für Erwachsene von 4 und für Kinder und Jugendliche von 3 pro Nacht auszugehen. Die Umlage bei der Hochschwarzwald-Card liege zum Vergleich bei 6,06 , sagte dazu Feustel. Von den beteiligten Landkreisen und dem Kanton Schaffhausen werde eine Anschubfinanzierung geprüft.

Absichtserklärung bis 25. Juni

Für die Gastgeber besteht bis zum 25. Juni zunächst die Möglichkeit über eine „Absichtserklärung“ ihr Interesse an dem Projekt zu bekunden. Diese Erklärung sei kein Vertrag und sei mit keinerlei Kosten verbunden, bekräftigte Feustel. Für Späteinsteiger erhöhe sich die Umlage um 50 Cent. Bis zum Ende des Jahres könne über einen Vertrag entschieden werden. In einer regen Diskussion wurden Vor- und Nachteile der „3Welten-Card“ diskutiert. Besonders die Betriebe in den Randgebieten sahen keine Vorteile in der „3Welten-Card“. Teilweise wurde auch gefordert, dass Objekte der „Hochschwarzwald-Card“ wie etwa das Badeparadies in Titisee, in das Leistungsangebot der Karte aufgenommen werden.