„Etwa 25.000 Euro Einnahmen gingen uns durch Corona durch die Lappen“, bedauert der Vorsitzende des Fördervereins Freunde des Waldfreibads Höchenschwand-Häusern, Rainer Schwinkendorf. In der Nachbetrachtung aber sei er froh, dass das Schwimmbad offen war.

Das war richtig, ist er überzeugt. Kein Verständnis habe er für kommunale Bäder gehabt, die aus finanziellen Gründen zublieben, die seien ihrem Auftrag gegenüber den Badegästen nicht gerecht geworden. „Bei so schönem Wetter hätten wir aber unter normalen Umständen bestimmt Tage mit mehr als 1000 Badegäste gehabt“, ist er sich sicher und ergänzt: „Ich schätze, es wären in dieser Saison zwischen 25.000 und 30.000 Besucher gewesen. Doch so waren es nur 11.000 Besucher“.

Ähnlich schlecht war das Ergebnis im Jahr 2016 wegen des Wetters. Damals besuchten 14.000 Besucher das Waldfreibad. „Außerdem mussten wir Geld ausgegeben für Dinge, die die Jahre davor nicht benötigt wurden, die wir aber jetzt gebraucht haben, wie beispielsweise die Kundenstopper oder Desinfektionsspender oder für die insgesamt 500 Liter verbrauchten Desinfektionsmittel“. Auch für die Arbeitsstunden von mehr Ferienjobbern musste der Verein bezahlen. Aber das sei so in Ordnung gewesen, sagt Schwinkendorf.

Niemand, der das Waldfreibad besuchen wollte, musste abgewiesen werden, sagt Schwinkendorf. Die Grenze von 350 gleichzeitig anwesenden Gästen wurde zu keiner Zeit erreicht. Morgens kamen meist zwischen 120 bis 180 Schwimmer. Am bestbesuchtesten Tag kamen über die gesamte Öffnungszeit verteilt 410 Schwimmer.

Corona-Regeln werden befolgt

Es sei entspannt gewesen, auch für Bademeister Olaf Döhring. Zwar mussten die Maßnahmen oftmals genau erklärt werden, beispielsweise das Tragen der Masken im Eingangsbereich und das Hinterlegen der Adresse. Ein Badegast habe gleich zu Beginn der Saison kritisiert, dass solche Adressenlisten aus Sicht des Datenschutzes seiner Meinung nach bedenklich seien. Meist seien die Regeln aber ohne Murren befolgt worden.

Ohnehin hätte man das Bad nicht betreten dürfen, wenn man sich nicht an die Maßnahmen gehalten hätte. Im Becken, sagt Schwinkendorf, hätten sich die Gäste im Prinzip gegenseitig erzogen. „Wenn einer nicht auf Abstand oder nicht so geschwommen ist, wie es die Regeln vorgegeben haben, dann haben ihn die anderen zurechtgewiesen“.

Aufsichtspersonal konnte eingespart werden

Den Schwerpunkt habe man auf das Schwimmen gelegt und deswegen das Becken freigegeben und nur eine kleine Ecke von 50 Quadratmetern für Nichtschwimmer reserviert, das Planschbecken blieb zu. „So haben wir nicht mehr Aufsichtspersonal wie sonst gebraucht, die Liegewiese musste nicht beaufsichtigt werden“.

Nach der Lockerung Ende Juni waren die Vorgaben auf der Liegewiese nicht so streng, sagt der Vereinsvorsitzende, Gruppen von bis zu 20 Leuten waren erlaubt. In normalen Jahren komme die Masse der Besucher über die Mittagszeit. Da man in diesem Sommer mittags zwei Stunden geschlossen habe, sei ein Besucheransturm vermieden worden.

Menschen aus Laufenburg, Bad Säckingen, aus Hinterzarten, St. Märgen oder Lenzkirch hätten angerufen, weil sie andernorts wegen fehlender vorheriger Buchung weggeschickt worden waren. Sie erkundigten sich, ob man auch für das Waldfreibad vorher eine Eintrittskarte buchen müsse.

Aufgrund der Erfahrung, dass die erlaubte Kapazitätsgrenze nie erreicht wurde, sei das nicht nötig geworden. Badegäste aus Kaiserslautern hätten deswegen sogar in Höchenschwand Urlaub gemacht, weiß Schwinkendorf. „Die waren so begeistert, dass sie spontan 500 Euro überwiesen haben“, sagt er erfreut. An solchen Rückmeldungen merke man, dass man etwas Besonderes gemacht habe.

Das Konzept, das der Verein für diese Freibadsaison erarbeitet hatte, funktionierte, sagt Schwinkendorf, „und wer weiß, vielleicht brauchen wir dieses so auch nächstes Jahr wieder“.

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