Zum 1. Januar trat die Forstreform in Kraft, Privat- und Kommunalwald einerseits und Staatswald andererseits gehen nun getrennte Wege. Roland Behringer, zuvor Leiter des Reviers Albtal und zuständig für alle Waldarten in Häusern und im Albtal, ist nun für Privat- und Kommunalwald in Häusern, dem Albtal, St. Blasien und Menzenschwand zuständig. Für ihn persönlich hat die Umstrukturierung Vor- und Nachteile.

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Nicht wesentlich durch die Forstreform verändert hat sich die Fläche, die Förster Behringer zu betreuen hat: Waren es bis zur Forstreform 1267 Hektar Gesamtwald – 403 Hektar Staatswald, 151 Hektar Kommunalwald und 713 Hektar Privatwald – sind es nun 1278 Hektar Gesamtwald, darunter 444 Hektar Kommunalwald (144 Hektar Gemeinde Häusern, 300 Hektar Stadt. St. Blasien) und 836 Hektar Privatwald. Hinzu kommt die hoheitliche Tätigkeit auf 2192,1 Hektar Staatswald und auf 1294 Hektar Privat- und Kommunalwald, die, so Behringer, von den Mitarbeitern des staatlichen Forstbezirks nicht wahrgenommen werden dürfe.

Persönliche Vor- und Nachteile

Die Neuordnung des Forstes ist für Behringer persönlich mit Vor- und Nachteilen verbunden. Zuvor für den Bereich Häusern und Albtal zuständig, erstreckt sich sein neues Revier vom Albtal (Niedermühle) über Häusern, St. Blasien bis hin zum Äulemer Kreuz. Das Revier des in Häusern lebenden Försters hat damit eine Nord- Süd-Ausdehnung von rund 30 Kilometern. Damit verbunden ist ein erhöhter Aufwand an Fahrten.

Roland Behringer betreut jetzt ein neues Revier.
Roland Behringer betreut jetzt ein neues Revier. | Bild: Christiane Sahli

Und rund 400 Hektar Wald sind Behringer noch nicht vertraut, zahlreiche Waldbesitzer, gerade in Menzenschwand, kennt er noch nicht. Da gelte es, Vertrauen aufzubauen, sagte er. Zudem ist es dem erfahrenen Förster schwer gefallen, vertrauten Wald, den er seit über 31 Jahren betreut und in dem er die Weichen für einen zukunftsfähigen, klimastabilen Wald gestellt hat, aufzugeben. Und gerade der Wald in St. Blasien und Menzenschwand weise vielfach reine Fichtenbestände auf.

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In seiner ihm verbliebenen Dienstzeit von rund fünf Jahren sei es ihm nicht mehr möglich, den Wald so umzugestalten, wie es erforderlich wäre, bedauert Behringer. Und noch etwas sieht er als Problem an: Angesichts der derzeitigen Situation – Verfall des Holzpreises – könnten die wirtschaftlichen Erwartungen von Privatwaldbesitzern und Gemeinden nicht erfüllt werden.

Weniger Bürokratieaufwand

Aber die Neustrukturierung seines Reviers hat für Behringer auch zahlreiche Vorteile. So ist der Bürokratieaufwand geringer und er hat eine größere Handlungsfreiheit in Hinblick auf den Einsatz von Unternehmern. Zudem seien die hierarchischen Strukturen flacher und der Kollegenkreis angenehm, zählte er weiter auf. Und nicht zuletzt werde, wenn auch nicht immer, gerade im Privatwald die vom Förster geleistete Arbeit wertgeschätzt.

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Als Herausforderungen der Zukunft nannte Roland Behringer heiße Sommer mit Massenvermehrung des Borkenkäfers, Stürme vor allem im Winter und, ganz aktuell, die Corona-Pandemie mit Grenzschließungen und den damit verbundenen negativen Auswirkungen auf den Holzmarkt. Und durch den Preisverfall des Rundholzes neigten zahlreiche Waldbesitzer im Privatwald dazu, ihr Sturm- und Käferholz mangels Wirtschaftlichkeit nicht mehr aufzuarbeiten.

Mehr Holz im Wald

Die Herausforderungen seien nicht weniger geworden, künftig gelte es, die Schutz- und Erholungsfunktion des Waldes wieder mehr in den Vordergrund zu stellen, zumal 40 Prozent der Fläche des Waldes in Baden-Württemberg bewaldet sei. Ob dies von zwei getrennten Forstverwaltungen besser geleistet werden könne als von einer einheitlichen Landesforstverwaltung, werde die Zukunft zeigen, so das Fazit von Revierförster Roland Behringer.

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