Die Helfer der Initiative Wutacher Team sind zurück von ihrem Einsatz im Ahrtal und stehen noch immer unter dem Eindruck dieser intensiven Arbeitswoche im Hochwassergebiet. „Die stark betroffenen Gebiete sind eine einzige Chaosbaustelle. Es gibt unendlich viel zu tun und die Menschen sind noch immer traumatisiert“, beschreibt Björn Kromer, der die ehrenamtliche Initiative ins Leben gerufen hat, die Situation im Gespräch.

David Schmidt auf einem Polderplatz, auf dem angespülte Holzstämme zu Brennholz aufgearbeitet werden.
David Schmidt auf einem Polderplatz, auf dem angespülte Holzstämme zu Brennholz aufgearbeitet werden. | Bild: Björn Kromer

Die meisten Bauruinen sind bereits abgerissen. Die verbleibenden entkernten Gebäude warten auf den Wiederaufbau. Sie brauchen aber, neben der Anbindung an eine Grundversorgung mit Strom, Wasser und dem Anschluss an das Abwassernetz, erhebliche Bauleistungen, um wieder bewohnbar zu werden.

Aufgeteilt in Kolonnen

Genau an diesem Punkt konnten die Handwerker von Björn Kromers Team ansetzen. Um effektives Arbeiten zu gewährleisten, teilten sich die zwölf Jungs in Kolonnen von drei bis vier Männern auf. Der erfahrene Bauunternehmer Björn Kromer koordinierte die Einsätze mit den Verantwortlichen in Ahrbrück. Er orderte Baumaterial bei den örtlichen Baustoffhändlern und war Ansprechpartner für seine Helfer und die Bauherren. „Durch die großzügigen Spenden der Bevölkerung und von Unternehmen rund um Wutach, konnten wir sofort wirksam werden“, so Björn Kromer.

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Das Team konnte beispielsweise in einem Wohnhaus den ersten Stock wieder bezugsfertig herstellen. Böden wurden verlegt, Türen gesetzt und Anschlussarbeiten ausgeführt. In einem zweiten Gebäude wurden die Rohbauarbeiten so weit vorangetrieben, dass nun der Fensterbauer kommen kann. Eine Nottreppe zur Containersiedlung wurde fachmännisch errichtet und übergeben. Die Brennstoffeinspeisung im zentralen Versorgungszelt in Ahrbrück wurde umgestellt und in Betrieb genommen. Ein Team um den jungen David Schmidt war zur Aufarbeitung von Brennholz für die Bewohner abgestellt worden. Die rund 3000 Festmeter Treibholz, die die Flut vom Juli angeschwemmt hat, sollen als Brennmaterial für die Bewohner bereitgestellt werden.

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Am Abend der Rückkehr nach Wutach wurden die prägenden Eindrücke aus dieser außergewöhnlichen Arbeitswoche noch beim Feierabendbier verarbeitet. Beim Verlassen des Krisengebietes hatte sich das Team bereits entschlossen, einen weiteren Arbeitseinsatz im Ahrtal zu planen. Der Schwerpunkt dieses zweiten Einsatzes wird dann dort liegen, wo Hilfe dringend gebraucht wird und keine Versicherung den Leuten hilft.

Das neue Fenster sitzt, die Wand ist verputzt. Der Bauherr im vom Hochwasser betroffenen Ahrtal freut sich sichtlich über die Hilfe aus Wutach (Bild links). David Schmidt auf einem Polderplatz, auf dem angespülte Holzstämme zu Brennholz aufgearbeitet werden (Bild rechts).
Das neue Fenster sitzt, die Wand ist verputzt. Der Bauherr im vom Hochwasser betroffenen Ahrtal freut sich sichtlich über die Hilfe aus Wutach (Bild links). David Schmidt auf einem Polderplatz, auf dem angespülte Holzstämme zu Brennholz aufgearbeitet werden (Bild rechts). | Bild: Björn Kromer

Die Spendengelder, die nach dem ersten Einsatz noch vorhanden sind, werden dann in bewährter Weise eins zu eins für die Hilfe vor Ort eingesetzt. Weitere Unterstützung sei natürlich herzlich willkommen, so Björn Kromer. Abschließend dankt Björn Kromer seinem tollen Helferteam, allen Unterstützern und den Verantwortlichen im Ahrtal. „Wir waren jeder Zeit bestens versorgt und fühlten uns herzlich willkommen an der Ahr“, freute sich Björn Kromer.