Zwei Generationen Textilreinigermeister hatten die SPD-Bundestagsabgeordnete Rita Schwarzelühr-Sutter bei ihrer Sommertour in Bonndorf erwartet. Bei einem Rundgang durch den Wäschereibetrieb Indlekofer informierte Familie Mutter über Standards und die Herausforderungen in Corona-Zeiten, schreibt das Büro der Abgeordneten in einer Pressemitteilung.

Textilservice Indlekofer ist auf die Hotel- und Gastronomiebranche spezialisiert. Pflegeheime und Kliniken machen nur einen kleinen Teil des Geschäfts aus. Deshalb war mit dem Lockdown für die Hotels und Gaststätten auch bei Indlekofer das Auftragsvolumen schnell eingebrochen. „Normal sind 35 Tonnen Wäsche pro Tag“, sagt Thomas Mutter, der Juniorchef, „während Corona waren es gerade mal fünf in der Woche.“

Im Umsatz spiegelte sich das mit einem Rückgang auf zehn Prozent der üblichen Einnahmen wider. Inzwischen sei die Auftragslage wieder besser, sagt Geschäftsführer Jürgen Mutter, der Umsatz liege bei 60 bis 70 Prozent. Abgefedert wird der Ausfall durch Kurzarbeit für die insgesamt 100 Mitarbeiter. Denn noch immer lieferten nicht alle Kunden die gewohnten Mengen ab. „Vor allem unsere Schweizer Kundschaft vom Flughafen Zürich schwächelt weiter“, ergänzt Geschäftsführerin Susanne Mutter.

„Ich hoffe nicht, dass es dabei bleibt oder wieder schlimmer kommt“, sagte dazu die SPD-Bundestagsabgeordnete. Aber es müsse auf jeden Fall Vorsorge getroffen werden. „Wir dürfen die Strukturen nicht zusammenbrechen lassen“, so Schwarzelühr-Sutter, deshalb seien die Verlängerung des Kurzarbeitergeldes und die übrigen Maßnahmenpakete der Regierung richtig.

Wäschereien und Reinigungen waren als systemrelevant eingestuft und mussten während des Lockdowns nicht schließen. Auf coronainfizierte Wäsche war man bei Indlekofer vorbereitet. „Wir können im Notfall die richtigen Geschütze auffahren“, sagt Geschäftsführerin Mutter. Das sei nur einmal notwendig gewesen, als aus einem Gastronomiebetrieb ein Wäschesack mit dem Vermerk „China“ angeliefert wurde. Sein Inhalt wurde speziell behandelt. Die Hygiene- und Desinfektionsroutinen seien bei Indlekofer etabliert.

Seit 1952 wäscht Indlekofer für Kunden aus Südbaden und der Schweiz. Jürgen und Susanne Mutter führen das Unternehmen seit 1985 zusammen mit der dritten Generation. Der Wechsel von der zweiten zur dritten Generation läuft gut. Juniorchef Thomas Mutter treibe neue Projekte an, sagt Susanne Mutter, das eröffne Zukunftsperspektiven und sichere die Arbeitsplätze.

Indlekofer hat in den vergangenen Jahren in neue Waschstraßen und Fördertechnik investiert, und damit auch in den Umweltschutz. Beispielsweise werde das Spülwasser aufbereitet und dem Waschprozess zugeführt. Dadurch würden nur 2,4 Liter Frischwasser pro Kilogramm Wäsche benötigt, erläutert Thomas Mutter. Zugleich werde mit dem Kondensat aus den Mangelstraßen das Wasser auf 38 Grad aufgeheizt.

Ein Thema, das die SPD-Abgeordnete immer wieder anspricht, ist in der Wäscherei Indlekofer ebenfalls gut gelöst. Alle Wäschestücke, die im professionellen Bereich nicht mehr nutzbar sind, werden aufgearbeitet. Susanne Mutter: „Fast alles kann man irgendwie weiterverwenden.“ Gerade bei der Mietwäsche für Hotels würden verhältnismäßig schnell gute Stoffe wieder aussortiert, weil sie dort den Erwartungen der Gäste nicht mehr genügten. Rita Schwarzelühr-Sutter attestierte dem Unternehmen nicht nur optimierte Energieeffizienz und gutes Ressourcenmanagement, sie hatte auch noch anderes als bemerkenswert notiert: „Ich habe hier kaum Plastik gesehen.“

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