Die Wertschätzung von Lebensmitteln und ihren Erzeugern, den Landwirten, ist in der heutigen Gesellschaft mehr oder weniger verloren gegangen. Alles ist immer und überall verfügbar – woher die Nahrungsmittel kommen, spielt für viele Verbraucher nahezu keine Rolle. Mit der neuen Kampagne „Wir versorgen unser Land“ will das Ministerium für ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg jetzt ein Zeichen gegen diesen Trend setzen. Zum Auftakt der Kampagne war Landwirtschaftsminister Peter Hauk in Bonndorf.

Rundgang durch den neuen Schmidts Markt: Die Geschäftsführer Martin und Michael Schmidt erläutern den Landespolitikern ihr Konzept.
Rundgang durch den neuen Schmidts Markt: Die Geschäftsführer Martin und Michael Schmidt erläutern den Landespolitikern ihr Konzept. | Bild: Juliane Kühnemund

„Unsere Bauern im Land sorgen täglich für unsere Ernährung, das wird den Verbrauchern gerade in diesen Corona-Tagen immer stärker bewusst. Jeden Tag setzen sich die Landwirte mit viel Leidenschaft und Tatkraft für unsere Lebensmittel von Daheim ein. Deshalb stehen sie im Mittelpunkt unserer neuen Kampagne ‚Wir versorgen unser Land‘“, sagte der Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Peter Hauk, anlässlich des Auftakts der Vor-Ort-Kampagne „Wir versorgen unser Land“ bei Schmidt‚s Märkte am Mittwoch in Bonndorf.

„Wir versorgen unser Land“ – die regionalen Landwirte, die hinter dieser Kampagne stehen, geben exklusive Einblicke in ihr Leben und ihre Arbeit und lassen Verbraucher auf Plakaten, in Videos, aber auch im persönlichen Gespräch hinter die Kulissen blicken. Einer dieser Landwirte ist Markus Kaiser aus Bernau, der beispielsweise den Bonndorfer Schmidt‚s Markt mit Bio-Weiderind versorgt, und der beim Ministerbesuch meinte: „Es braucht gute Nerven und Durchhaltevermögen, Herz und Leidenschaft für den Beruf und die eigene Überzeugung, um sich mit den regionalen Produkten einen Markt eröffnen zu können.“ Hier müsse die ganze Vermarktungskette stimmen, so Kaiser, der in den Schmidt‚s Märkten bereits vor 27 Jahren einen verlässlichen Partner gefunden hat.

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Die Corona-Krise habe gezeigt, dass man im ländlichen Raum zusammenhält, das sollte auch bei den regionalen Produkten der Fall sein. Markus Kaiser kümmert sich auf dem Goldbachhof in Bernau um seine Weiderinder, die nach den Richtlinien „Junges Weiderind aus Mutterkuhhaltung“ aufgezogen werden. „Die Rinder, die den ganzen Sommer über auf den Wiesen des Schwarzwaldes weiden, wachsen langsamer als intensiv gemästete Tiere. Gerade diese naturnahe und umweltverträgliche Haltungsweise führt zu dem besonderen Geschmack des Fleisches. Unsere bäuerlichen Familienbetriebe sorgen mit dieser artgerechten Haltung und den kurzen Transportwegen für eine optimale Fleischqualität und für mehr Tierwohl“, betonte der Minister. Die neue Kampagne sei ins Leben gerufen worden, um gezielt die Menschen hervorzuheben, die tagtäglich für die vielfältigen Lebensmittel „ackern“ und einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit leisten, erläuterte Peter Hauk weiter.

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Der Vizepräsident des Badischen Landwirtschaftlichen Hauptverbandes (BLHV) Bernhard Bolkart, zeigte sich erfreut, dass das Land die Landwirte und Regionalvermarkter unterstützt. Er machte auch darauf aufmerksam, dass die Offenhaltung der Landschaft ein Verdienst der Landwirtschaft sei. Aber dieser Erhalt der Kulturlandschaft müsse auch verbunden sein mit einer sich lohnenden Produktion von landwirtschaftlichen Erzeugnissen, ansonsten sei die Pflege der Landschaft nicht zu leisten.

Der CDU-Landtagsabgeordnete Patrick Rapp, der ebenfalls zum Termin nach Bonndorf gekommen war, erläuterte, dass die Idee zur Kampagne vor dem Hintergrund entstanden sei, dass die Arbeit der Bauern aus dem Bewusstsein der Menschen – insbesondere in den städtischen Gebieten – verschwunden sei. Ihnen müsse wieder verdeutlicht werden, dass eine Kuh nicht lila ist und dass Gemüse nicht in den Regalen der Supermärkte wächst. „Wir wollen mit der Kampagne Landwirtschaft wieder sichtbar und begreifbar machen“, sagte der CDU-Landespolitiker und fügte an: „Wir wollen der Öffentlichkeit Qualität vom Acker bis auf den Teller demonstrieren.“

Eintrag ins Goldene Buch der Stadt: Zur Freude von Bürgermeister Michael Scharf verewigten sich (v.v.li.) Martin Schmidt, Minister Peter Hauk und Michael Schmidt im Goldenen Buch der Stadt Bonndorf.
Eintrag ins Goldene Buch der Stadt: Zur Freude von Bürgermeister Michael Scharf verewigten sich (v.v.li.) Martin Schmidt, Minister Peter Hauk und Michael Schmidt im Goldenen Buch der Stadt Bonndorf. | Bild: Kühnemund

Der grüne Abgeordnete Reinhold Pix machte deutlich, dass auch seine Fraktion die Kampagne für die Landwirtschaft unterstütze. Die Koalition arbeite diesbezüglich gut zusammen, so Pix, der zudem noch auf die grüne Aktion „Schlachtung mit Achtung“ aufmerksam machte. Bürgermeister Michael Scharf freute sich, dass der Landwirtschaftsminister für einen seiner ersten Termine nach der Corona-Pause Bonndorf ausgesucht hat. Das zeichne die hiesigen Landwirte und auch den Schmidt‚s Markt aus, meinte Scharf.

Schmidt‚s Markt Geschäftsführer Michael Schmidt schilderte die Strategie des Unternehmens, die stark auf die Vermarktung regionaler Produkte ausgerichtet sei. „Das steckt bei uns quasi in der DNA“, meinte Schmidt, der die Kooperation zwischen Landwirten und Vermarktern weiter stärken möchte.

Zum Start der Kampagne in Bonndorf gehörte auch ein Rundgang durch den neuen Schmidt‚s Markt, dessen gastronomischer Bereich nun ebenfalls wieder offen ist. Bürgermeister Michael Scharf nutzte die Gelegenheit, das goldene Buch der Stadt um einen Eintrag zu bereichern. Dabei bat er nicht nur den Minister für ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Peter Hauk, sich im goldenen Buch zu verewigen, auch den Schmidt‚s Markt Geschäftsführern Michael und Martin Schmidt wurde der Stift gereicht. Sie hätten in Bonndorf ein mutiges Großprojekt verwirklicht, lobte der Bürgermeister die Unternehmer.

Im Anschluss an den Besuch in Bonndorf machte sich der Minister auf nach Grafenhausen. Dort stand eine Waldbegehung an (wir werden noch berichten).

Partner der Kampagne „Wir versorgen unser Land“ sind der Landesbauernverband Baden-Württemberg (LBV), der Badische Landwirtschaftliche Hauptverband (BLHV), der Genossenschaftsverband Baden-Württemberg (BWGV), Land schafft Verbindung (LsV) und die Maschinenringe sowie die Bodenseebauern.

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