Zusammen mit dem ehemaligen Schulkameraden Konstantin Kuglmeier verbrachte der Bonndorfer Philip Schäuble mehrere Wochen auf den Philippinen, um ein Sozialpraktikum zu leisten. Den Alltag in einer fremden Kultur erleben und zu erfahren, wie sich Armut auf den Alltag und Menschen auswirkt – das reizte die beiden. Den Menschen zu helfen, mit ihnen zusammenzuleben und von ihnen zu lernen, war das, was interessierte. Philip Schäuble erzählt in einer Serie, was er und Konstantin Kuglmeier erlebten.

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„Sechs Wochen verbrachten Konstantin Kuglmeier und ich auf den Philippinen – ein Land, das aus 7641 Inseln besteht und in dem mehr als 171 Sprachen gesprochen werden. Obwohl dieses bunte Land mit seinen lebensfrohen Menschen reich an Rohstoffen ist, leben noch immer viele Menschen in Armut. Über 60 Prozent der Bevölkerung hat weniger als zwei US-Dollar am Tag zur Verfügung. Viele Jugendliche müssen mitarbeiten, um etwas zum Familieneinkommen beizusteuern.“

Konstantin Kuglmeier (links) und Philip Schäuble (Mitte) bei einer Fahrt in einem für die Philippinen typischen Fortbewegungsmittel – dem Tricycle.
Konstantin Kuglmeier (links) und Philip Schäuble (Mitte) bei einer Fahrt in einem für die Philippinen typischen Fortbewegungsmittel – dem Tricycle.

„Das Schulgeld für den Besuch eines Colleges oder die Kosten einer ärztlichen Behandlung können sich viele nicht leisten. Die Armut ist ein ständiger Begleiter. Sie prägt den Alltag und verschlechtert sowohl die Bildungschancen als auch die Gesundheit und Ernährung vieler Filipinos. Den Menschen in ihrer Heimat zu helfen, die Fesseln der Armut zu durchbrechen, hat sich Aurora Kugel zur Aufgabe gemacht. Konstantin Kuglmeier und ich durften in ihrer Hilfsorganisation mithelfen und einen Einblick in den Alltag auf den Philippinen erlangen.“

Entschluss reift schon in der Schulzeit

Konstantin Kuglmeier und Philip Schäuble hatten sich bereits in der zehnten Klasse am Kolleg St. Blasien über Möglichkeiten für das verpflichtende Sozialpraktikum informiert. Damals kamen die beiden zum ersten Mal auf die Organisation KTEP zu sprechen. So nahmen sich die beiden also vor, nach dem Abitur eine Zeit im Projekt mitzuarbeiten.

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Das Projekt bestehe im Wesentlichen aus drei Bereichen, erzählt Philip Schäuble. Zum einen werde eine kostenlose zahnärztliche Behandlung angeboten und zum anderen werden Kinder im Alter zwischen drei und sechs Jahren in einer Art Vorschule gebührenfrei auf die Grundschule vorbereitet. Hinzu komme ein umfassendes Stipendienprogramm für den Besuch am örtlichen College. Dabei können sich die Stipendiaten um eine Partnerschaft mit einem Sponsor aus Deutschland bewerben, mit dem sie dann per Briefwechsel in Kontakt stehen. Ein Zusatzbereich sei eine kleine Farm, auf der Gemüse angebaut werde und sowohl Setzlinge als auch Schweine und Hühner zum Verkauf gezüchtet werden. Den weitaus größten Teil stelle die Stipendienpartnerschaft mit derzeit 313 Stipendiaten dar. Die Absicht sei es, den Menschen dabei zu helfen, durch Bildung, Arbeitsbeschaffung und Direkthilfen sich eine Lebensgrundlage aufzubauen.

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Weiter geht es mit Philip Schäubles Bericht: „Im Verlaufe unseres Aufenthaltes in Toril konnten wir von vielen dieser Bereiche einen Eindruck gewinnen. Zu Beginn halfen wir vor- und nachmittags im Vorschulkindergarten mit. Dort unterstützten wir die Kinder beim Lernen der Zahlen von eins bis zehn, dem Alphabet und dem Schreiben ihrer Namen. All dies sind Voraussetzungen, um später in der Grundschule den Anschluss nicht zu verlieren. Donnerstags bereiteten die Mütter der Kinder während der Unterrichtsstunde am Morgen zusammen ein gemeinsames Mittagessen für alle vor. Für die Kinder ist der Besuch der Vorschule eine Chance.“

Einen Platz in der Vorschule gibt es nur sehr schwer

„Zwar gibt es auch auf den Philippinen kostenlose öffentliche Vorschulen, allerdings viel zu wenige, und so ist es, schwer dort einen Platz zu bekommen. Erhält man doch einen Platz, beeinträchtigen große Klassen und mangelnde Ausstattung das Lernen. Den Besuch einer privaten Vorschule können sich viele nicht leisten. In Anbetracht dessen sind die Eltern sehr dankbar, wenn ihre Kinder einen kostenlosen Platz in der Vorschule des KTEP mit seiner guten Ausstattung und kleinen Klassengrößen bekommen. Hier werden die Grundlagen für den weiteren Bildungsweg geschaffen.“