Irgendetwas scheint in diesem Jahr nicht zu stimmen, was Ostern anbelangt. Eigentlich hätte Ostern bereits am 24. März sein sollen – dem Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond. Tatsächlich wird die Auferstehung Christi nun aber erst am 21. April gefeiert – man spricht bei diesem Phänomen vom Osterparadoxon.

Fabian Schneider
Fabian Schneider | Bild: Andreas Mahler

Das Osterfest findet stets am Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond statt, erläutere der katholische Pfarrer Fabian Schneider pragmatisch auf eine Anfrage. Da die genauen Daten von Jesu Tod und seiner Auferstehung nicht bekannt sind, dafür aber der Zeitraum, in dem sie lagen, und damit Christen nicht mehr an verschiedenen Terminen Ostern feiern, legte die Kirche früh verbindliche Regeln zur Berechnung des Ostertermins fest.

2019 tritt das Osterparadoxon auf – Ostern wird erst nach dem zweiten Frühlingsvollmond gefeiert.
2019 tritt das Osterparadoxon auf – Ostern wird erst nach dem zweiten Frühlingsvollmond gefeiert. | Bild: Thomas Warnack/DPA

Dies war auf dem Konzil von Nicäa 325 nach Christus festgelegt worden. Wer nun aufmerksam in den Kalender geschaut hat, der müsste das Osterfest am Sonntag, 24. März, erwartet haben. Der kalendarische Frühlingsanfang war am Dienstag, 20. März, ihm folgte der Frühlingsvollmond am Mittwoch, 21. März, und der darauf folgende Sonntag wäre eigentlich Ostern gewesen. Der Kalender legt den Ostersonntag dieses Jahr aber auf den 21. April fest und folgt somit dem Vollmond des 19. April, eigentlich der zweite Frühlingsvollmond. Offiziell heißt es, dass das Osterparadoxon dadurch entstehe, dass der kalendarische Vollmond gelegentlich vom astronomischen abweiche. Letzterer sei präziser und lasse sich Jahre im Voraus vorausberechnen und festlegen.

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Pfarrerin Ina Geib von der evangelischen Kirchengemeinde Bonndorf sagt dazu: Die Thematik sei bekannt. Eine Osterparadoxie, so wie 2019, trete nur gelegentlich in Erscheinung. „Meinen Kindern sag ich ganz einfach: Ostern feiern wir stets nach dem Frühlingsvollmond.“ Mit dieser ebenso überzeugenden wie pragmatischen Aussage können nicht nur ihre Kinder, sondern alle etwas anfangen, die Ostern nicht am Datum sondern aus Freude und Erinnerung an die Auferstehung Jesu festmachen. Eine dritte Gruppe, darf vermutet werden, dürfte sich hauptsächlich über die freien Tage freuen und sich darüber hinaus wenig weitere tiefschürfende Gedanken machen.

Ina Geib
Ina Geib | Bild: Heidi Rombach