Bonndorf – Positiv bewerteten die beiden Geschäftsführer von Dunkermotoren die Maßnahmen im Ametek-Konzern bei einem Pressegespräch gestern Nachmittag. Danach verbleibt Markus Roth, der seit knapp zwei Jahren Geschäftsführer bei Dunkermotoren ist, für das operative Geschäft vor Ort. Uwe Lorenz wird eine Geschäftsführeraufgabe in Mailand übernehmen.

"Das ist Teil einer Umstrukturierungsmaßnahme, die nicht speziell auf Dunkermotoren bezogen ist", so Roth. Vielmehr handele es sich um eine Umstrukturierung, die nach dem Wechsel an der Spitze des Ametek-Konzerns eingeleitet wurde. Dort hatte vor einigen Wochen Frank Hermance an Dave Zapico übergeben. Nun sollen zwei Geschäftsbereiche in einer Division zusammengefasst werden unter der Führung von Matt French. Unter diesem Dach ist dann neben zwei weiteren Firmen der Bonndorfer Motorenhersteller Dunker und der Motorenhersteller in Mailand, Floorcare Speciality Motors. "Es macht für Ametek Sinn das zusammen zu fassen, beide Hersteller haben Motoren", erklärte Markus Roth. Die Motoren der Mailänder Firma fänden Anwendung in Staubsaugern oder Hochdruckreinigern. "Dunkermotoren stellt hochwertige Motoren für Industrie und Medizintechnik her", so Roth.

"Dunkermotoren hat im Konzern eine sehr positive Entwicklung gemacht", sagt Uwe Lorenz. Es sei ein Vertrauensbeweis von Ametek, dass nun aus der Geschäftsführung von Dunkermotoren heraus diese Integrationsaufgabe angegangen werden könne, beschrieb Markus Roth die Entscheidung, Uwe Lorenz nach Italien zu entsenden. Als "Sprung nach oben" auf dem Papier und auch aus Sicht der Konzernlenker, versteht auch Uwe Lorenz die Maßnahme. Zwar sei die Aufgabe "eine Herausforderung", so Lorenz. "Ich bin aber überzeugt, in der Position viel Positives bewirken zu können. Es gibt bestimmt Synergien, die gut sind für Ametek und für Dunkermotoren." Eine der Entwicklungen könnte sein, dass Teile, die bei Dunkermotoren hergestellt werden, künftig auch von der italienischen Schwester geordert würden. "Es geht hier nicht um eine Produktionsverlagerung", betonte Roth.

Mit großem Selbstbewusstsein treten die Bonndorfer Manager auf. Schließlich sei Dunkermotoren die größte Geschäftseinheit im Konzern, mit weltweit 1100 Mitarbeitern und einem Umsatz der für das laufende Jahr wiederum rund vier Prozent über dem Vorjahresergebnis taxiert wird, also über 180 Millionen Euro liegen sollte. "Über mangelnde Anerkennung konnte ich mich hier nicht beklagen", so Lorenz, er habe genug zu tun gehabt und sei voll ausgelastet gewesen. Seine Stelle als Geschäftsführer in Bonndorf wird allerdings nicht besetzt. Es gäbe auch keine Umstrukturierung, die Arbeiten würden vielmehr verteilt, was aufgrund der guten bisherigen Führung und des guten Teams kein Problem sei, wie Markus Roth betonte. Über die Maßnahmen musste, da mehrere Konzernteile betroffen waren, bereits vor zehn Tagen Öffentlichkeit hergestellt werden. Wegen der hiesigen Urlaubszeit konnte allerdings erst gestern der Dunker-Führungskreis persönlich informiert werden. Es folgen Aufsichtsratssitzung und Betriebsversammlung.

"Im Herzen bin und bleibe ich Dunkerianer"

Uwe Lorenz, 38, Geschäftsführer bei Dunkermotoren, übernimmt nun eine Geschäftsführerposition im Ametek-Konzern in Mailand.

Herr Lorenz, Sie sind die letzten Tage hier im Unternehmen vor Ort. Werden sie weiterhin Dunkerianer bleiben?

Mit Sicherheit ja. Im Herzen bin und bleibe ich Dunkerianer und meine Aufgabe ist ja auch im Ametek-Konzern und im Schwesterunternehmen von Dunkermotoren. Insofern werde ich dem Unternehmen verbunden bleiben.

Sie werden weiterhin der Geschäftsführung von Dunkermotoren angehören, ist das richtig?

Ja das ist so. Ich bin formal weiterhin Geschäftsführer von Dunkermotoren, allerdings entsandt auf die neue Stelle in Italien.

Freuen Sie sich auf die neue Aufgabe in Mailand?

Ja ich freue mich. Ich habe, wie vor jeder neuen Aufgabe, einen gesunden Respekt davor, dass ich dort ankomme. Das wichtigste sind das Umfeld und die Menschen. Aber ich kenne ja die italienische Arbeitswelt von einer früheren Tätigkeit dort und freue mich darauf, zusammen mit den Kollegen, etwas positives dort zu gestalten.

Wie geht es der Familie mit der Entscheidung?

Gemischt. Sie trägt es mit, so etwas bespricht man mit der Familie. Unser Lebensmittelpunkt bleibt Bonndorf. Wir sind in Bonndorf verwurzelt, fühlen uns pudelwohl, die Kinder sind hier geboren, gehen hier in den Kindergarten und in die Schule. Ich werde pendeln. Ob das für ewig so ist, je nachdem, für wie lange der Aufenthalt sein wird, werden wir dann zu gegebener Zeit neu entscheiden.

Frage: Gudrun Deinzer