Im Bernauer Hans-Thoma-Museum in Bernau kann Kunst seit dem Samstag, 30. Mai, wieder vor Ort erlebt werden. Die Wiedereröffnung war, der Krise geschuldet eher zurückhaltend, auf eine Vernissage zur aktuellen Ausstellung „Wir sind die Neuen“ wurde verzichtet. In der Ausstellung sind rund 40 noch nie gezeigte Arbeiten aus Schenkungen seit 2015 zu sehen, unter anderem von Hans Thoma und Franz-Xaver Spiegelhalter.

Museumsbesuch unter Auflagen

Rund ein Dutzend Besucher erkundete die Ausstellung unter den Auflagen eines Corona-Sicherheitskonzepts. „Insgesamt sind dem Thoma-Museum in den vergangenen Jahren rund 400 Kunstwerke aus Privatbesitz oder Künstlerbesitz in verschiedenen Techniken zugegangen“, sagt Museumsleiterin Margret Köpfer. Allein die Schenkung aus dem Hans-Brasch-Nachlass umfasst rund 300 Werke, mehr als 30 weitere Werke stammen aus dem Nachlass Fritz Nehmert. Diese Werke lagern, bis auf die gerade gezeigten, derzeit im Museumsarchiv.

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Bei so umfangreichen Neuzugängen sei die Auswahl für die Ausstellung schwergefallen, bekennt Köpfer. Die ausgewählten Bilder sinnstiftend zueinander anzuordnen und sie gegebenenfalls auch mit vorhandenen Dauerexponaten schlüssig zu kombinieren, sei dann die nächste Herausforderung gewesen. Denn die rund 40 Stücke der aktuellen Ausstellung sind teilweise in die bestehenden Dauerausstellungen – Hans Thoma und Karl Hauptmann – integriert worden. Unter den neuen Bildern sind sie als Neuzugänge leicht zu erkennen an der roten Beschriftung, wie Köpfer beim Rundgang durch die Ausstellung erklärt.

Zehn Grafiken von Hans Thoma

Die Ausstellung „Wir sind die Neuen“ beinhaltet unter anderem zehn Grafiken von Hans Thoma, zum großen Teil sind sie in einem eigenen Ausstellungsraum versammelt. Es handelt sich zum einen um typische Thoma-Landschaften, zum anderen um Selbstporträts des Künstlers. Die Selbstporträts hat Köpfer für die Ausstellung kombiniert mit einem weiteren Thoma-Porträt, einer Radierung, die aber nicht von Thoma selbst stammt, sondern vom Thoma-Schüler Willi Münch-Keh. Ein weiteres Thoma-Werk versteckt sich in der Thoma-Dauerausstellung: Ein Ölgemälde, das eine Ansicht von Bad Säckingen zeigt.

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Teil der Ausstellung ist auch ein kleinformatiges Ölgemälde von Karl Hauptmann, auf dem eine Mühle in einer sommerlichen Schwarzwaldlandschaft zu sehen ist, dazu drei Bilder mit Schwarzwaldmotiven des Bernauer Malers Franz-Xaver Spiegelhalter (1900-1969) sowie ein Winterpanorama des Wahl-Höchenschwander Künstlers Christian Gotthard Hirsch (1889-1977). Werke aus dem Nachlass von Fritz Nehmert (1903-1990), der seit 1953 viermal im Thoma-Museum ausgestellt hatte, und des zum Kreis der Höll-Maler zählenden Hans-Thoma-Schülers Hans Brasch (1882-1973) finden sich neben den Werken weiterer Künstler ebenfalls in der Ausstellung.

Maximal 28 Besucher dürfen ins Museum

Wie zu erwarten bringt ein Besuch im Thoma-Museum Corona-bedingt derzeit einige Umstände mit sich. So kann man ins Museum nur über die Westseite gelangen, durch die Tür seitlich des eigentlichen Museumseingangs, durch die man auch zur Verwaltung, zur Post und zur Touristinfo geht. In den Museumsräumen lenken Klebebänder und Richtungspfeile am Boden den Besucherstrom und markieren Abstände. Maximal 28 Besucher dürfen sich im Museum aufhalten, wobei die ausgegebenen Eintrittskarten dem Museumsteam den Überblick ermöglichen, denn entsprechend zu den 28 erlaubten Besuchern gibt es 28 großformatige wiederverwendbare Eintrittskarten, die beim Verlassen des Museums abgegeben werden müssen. Besucher müssen sich außerdem registrieren lassen, um eventuelle Infektionsketten nachverfolgen zu können.

Mit Mundschutz in die Ausstellung

Desinfiziert wird permanent: die Eintrittskarten, die Bedienknöpfe im Lift, die Schlüssel der Schließfächer und vieles mehr. Und das Tragen eines Mund- und Nasenschutzes ist Pflicht. „Wir haben alles getan, um das Hygienekonzept des Museumsverbands umzusetzen“, sagt Köpfer, und gibt weiter zu bedenken: „Ein großer Teil unserer, Besucher entspricht vom Alter her der Corona-Risikogruppe.“ Corona-Umstände hin oder her: Immerhin haben am Pfingstsonntag 30 Besucher, viele davon aus der Region, den Weg ins Thoma-Museum gefunden, berichtet Margret Köpfer.

Öffnungszeiten: Mittwoch bis Freitag jeweils von 10.30 bis 12 Uhr und 14 bis 17 Uhr; samstags, sonn- und feiertags jeweils von 11.30 bis 17 Uhr.

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