Ob der steigenden Corona-Neuinfektionen und zunehmender Belastung der Krankenhäuser mit Covid-Patienten hat Ende November auch das Kultusministerium mit schärferen Maßnahmen in Schulen nachgezogen. Schulschließungen sind mit dem Ende der epidemischen Lage von nationaler Tragweite zwar nicht mehr möglich, ganz ohne Einschränkungen bleibt der Unterricht aber dennoch nicht.

Die Änderungen betreffen vor allem den Sport- und Musikunterricht, schulische Veranstaltungen und Klassenfahrten. Das sind die Regeln, die derzeit gelten:

Wo gilt die Maskenpflicht in der Schule?

Generell im Unterricht und in den Gängen, also im Schulgebäude. Ausnahmen gibt es bei Prüfungen, so lange der Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten wird, sowie in Pausen, sofern die Kinder sie draußen verbringen. Auch zum Essen und Trinken darf sie natürlich abgenommen werden.

Tests zum Unterrichtsbeginn bleiben an der Tagesordnung – drei Mal pro Woche gibt es den Selbsttest für die Schüler.
Tests zum Unterrichtsbeginn bleiben an der Tagesordnung – drei Mal pro Woche gibt es den Selbsttest für die Schüler. | Bild: Holger John

Müssen sich Schüler testen lassen?

Jein. Die Schulen müssen drei Tests pro Woche anbieten. Wer sich nicht testen lassen will, muss allerdings mit einem Zutrittsverbot rechnen. Wessen Kind schulpflichtig ist, aber nicht zur Schule kommt, kann mit einem Bußgeld belegt werden. Alternativ sind Selbsttest mit unterzeichnetem Musterformular der Eltern zu Hause möglich oder natürlich Bürgertests.

Gilt der Test auch außerhalb der Schule?

Ja. Kinder bis sieben Jahre, die noch nicht eingeschult sind, sind ohnehin von der Testpflicht ausgenommen, Schüler bis 17 Jahre ebenso, da ihr Schülerausweis als Nachweis für regelmäßige Tests anerkannt wird.

Die Ausnahme gilt allerdings nur bis Ende Januar. Dann müssen auch Jugendliche ab 12 Jahren geimpft sein, um bei 2G Zutritt zu bekommen.

Achtung: In den Ferienzeiten gilt der Schülerausweis nicht als Nachweis, dann müssen Jugendliche ab 12 Jahren einen aktuellen Test vorweisen können, wenn sie Zutritt zu 2G-Einrichtungen wollen.

Was ist, wenn jemand positiv getestet wird?

Der betroffene Schüler muss sich absondern, wenn die Infektion per PCR-Test bestätigt wurde. Zudem gilt ab dann eine tägliche Testpflicht für die fünf darauffolgenden Schultage. Das gilt nicht für geimpfte Schüler. Handelt es sich allerdings um eine Virusvariante oder einen Ausbruch, also dass sich mehrere Schüler angesteckt haben, kann die zuständige Gesundheitsbehörde auch eine Absonderungspflicht verhängen. Eine generelle Quarantäne für die Klasse ist im Fall eines einzelnen positiven Tests aber nicht vorgesehen.

Sportunterricht darf nur noch kontaktfrei stattfinden. Was heißt das genau?

Mannschaftssportarten mit Körperkontakt oder solche, bei denen er nicht vermieden werden kann, müssen ausfallen. Geräteturnen und rhythmische Sportgymnastik sind möglich, die Geräte müssen aber gereinigt und desinfiziert werden. Also kein Basketball oder Hallenfußball. Ausnahmen gibt es aber für Sportleistungskurse und für Schüler, die Sport als Prüfungsfach gewählt haben.

Kontaktfrei soll der Sportunterricht sein, nicht mehr nur kontaktarm. Mannschaftssportarten fallen damit weg.
Kontaktfrei soll der Sportunterricht sein, nicht mehr nur kontaktarm. Mannschaftssportarten fallen damit weg. | Bild: Mascha Brichta

Was ist mit dem Sportunterricht, wenn ein Schüler positiv getestet wurde?

Dann darf der Sportunterricht für den Rest der Klasse nur im Freien stattfinden, bis die Absonderung des Betroffenen vorüber ist.

Kann die Chorprobe weiter stattfinden?

Jein. Die Schüler müssen einen Abstand von zwei Metern zueinander haben, wenn gesungen wird oder Instrumente gespielt werden. Konkret heißt es, die Schüler sollen nicht einem „direkten Luftstrom einer anderen Person“ ausgesetzt sein. Zudem muss drinnen Maske getragen werden, draußen darf man auch ohne Singen. Im Winter fällt diese Option wohl aus.

Was ist mit Blasmusik?

Das ist etwas komplizierter. Auch hier müssen die Schüler zwei Meter Abstand halten, der Unterricht darf nur in größeren Räumen stattfinden oder im Freien. Zudem darf kein „Durchblasen“ von Instrumenten stattfinden. Das Kondenswasser, das sich beim Spielen von Blasinstrumenten üblicherweise bildet, muss regelmäßig „abgelassen“ werden in einen verschließbaren Behälter. Empfohlen werden zudem Schutzwände zwischen Lehrer und Schülern.

Beim Musikunterricht mit Blasmusikinstrumenten gilt es einiges zu beachten.
Beim Musikunterricht mit Blasmusikinstrumenten gilt es einiges zu beachten. | Bild: AdobeStock_62149862

Findet der Musikunterricht auch statt, wenn ein Schüler der Klasse positiv getestet wurde?

Nein, in diesem Fall darf der Unterricht nicht stattfinden für den Rest der Klasse. Das gilt auch für die Chor-AG oder den Musikverein. Einzige Ausnahme: Schüler, die Musik als Prüfungsfach belegt haben oder eine fachpraktische Prüfung ablegen müssen.

Mein Kind besucht die Ganztagsbetreuung, findet die weiter statt?

Ja, solange der Präsenzunterricht an der Schule weiter gegeben ist, bleibt auch die Betreuung möglich. Gleiches gilt für Ferienbetreuung.

Nachmittagsunterricht in einer Schule – Maske ist Pflicht, auch bei kleinen Gruppen.
Nachmittagsunterricht in einer Schule – Maske ist Pflicht, auch bei kleinen Gruppen. | Bild: Marijan Murat

Was ist mit der Klassenfahrt, die geplant war für Januar?

Die fällt aus. Bis Ende Januar sind außerschulische mehrtägige Veranstaltungen, also auch Klassenfahrten, verboten.

Fällt damit auch der Elternbeirat aus?

Nein. Nichtöffentliche schulische Veranstaltungen, also Sitzungen der schulischen Gremien, dürfen weiter stattfinden. Allerdings müssen die Kontaktdaten angegeben werden und ein Hygienekonzept vorliegen.

Was ist mit der Weihnachtsfeier?

Die darf nach den Bestimmungen der allgemeinen Corona-Verordnung (Paragraf 10) stattfinden, allerdings in der Alarmstufe I nur für Geimpfte und Genesene, in der derzeit geltenden Alarmstufe II nur Geimpfte und Genesene mit Testnachweis. Ungeimpfte haben keinen Zutritt.