Den Winter im Süden verbringen? Was für viele Menschen ein Traum ist, ist für Störche die Realität und lebenswichtig. Dafür fliegen sie jedes Jahr lange Strecken.

Die Störche, die im Frühling und Sommer rund um Salem leben, fliegen meist nach Spanien und Marokko. Der SÜDKURIER-Storch Drachi hat dieses Jahr diese Route genommen:

 

Er hat auf seinem Weg von seinem Geburtsort Salem in den Süden über 2000 Kilometer zurückgelegt. An seinem fleißigsten Tag hat er eine Entfernung von 345 Kilometern Luftlinie geschafft.

Gefährlicher Weg in den Süden

Den Flug in den Süden schafft nicht jeder Storch, der Weg ist nicht ungefährlich. Einige Störche ertrinken, sterben an Stromschlägen oder fallen Raubtieren zum Opfer. Drachis Vorgänger, SÜDKURIER-Storch Sunny, hat es zwar in den Süden geschafft, aber nicht mehr zurück. Seine Spur verliert sich im Februar im Süden Spaniens.

GPS-Sender zeigen Route

Die Störche vom Salemer Affenberg sind mit einem GPS-Sender ausgestattet, so kann man verfolgen, wo sie gerade sind. Und sie suchen, wenn der Sender ausfällt. Dann kann das Gerät kaputt sein oder der Storch einer der Gefahren erlegen sein. Woran genau diese Störche gestorben sind, weiß man oft nicht.

Die Störche fliegen übrigens noch selbst in den Süden und werden nicht wie die Waldrappe mit dem Auto kutschiert.

Wer jetzt neidisch auf die Vögel ist, die im warmen Süden sitzen, während wir hier frieren, kann in Erinnerung an den heißen Sommer dieses Jahr diesen Fakten-Freitag anschauen. Wenn man sich daran erinnert, wie sehr man im Sommer über die Wärme gejammert hat, freut man sich vielleicht mehr über die kalte Jahreszeit.