Nach dem mutmaßlichen Autorennen von Ferdinand Piëch junior gegen seinen Sohn Arthur vor zwei Wochen äußern sich Staatsanwaltschaft und Polizei zu Details.

Wie ist der Ermittlungsstand?

„Wir ermitteln in diesem Fall“, gibt Polizeisprecher Oliver Weißflog zu. Mehr lässt er sich aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes nicht entlocken. Auch die „Ferdinand Piëch Holding“, der laut „Bild“-Recherchen die Autos gehören sollen, will sich zu den Vorwürfen nicht äußern. „Wenn sich auf die Mail keiner gemeldet hat, dann wird da auch nichts mehr kommen. Vielleicht ist das auch besser so“, sagt Fabian Betzler von einer Tochterfirma der Holding.

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Was droht bei illegalen Autorennen?

Der Strafrahmen sieht bis zu zwei Jahren Freiheitsstrafe vor, aber „wenn keine konkrete Gefährdung vorliegt, bekommen Ersttäter eher eine Geldstrafe“, sagt Andreas Mathy von der Staatsanwaltschaft Konstanz. Gut 25 illegale Autorennen hätten sie bisher registriert. Davon stellte die Staatsanwaltschaft zwölf Strafbefehle aus. Die restlichen Fälle konnten nicht nachgewiesen werden. „Es sind meistens Ersttäter. Das Gesetz gibt es seit Oktober 2017“, so Mathy.

Das Modell Ferrari 488 Pista hat insgesamt 767 Pferdestärken. Er beschleunigt in 7,6 Sekunden von null auf 200. Er ist für rund 300 000 Euro zu haben.
Das Modell Ferrari 488 Pista hat insgesamt 767 Pferdestärken. Er beschleunigt in 7,6 Sekunden von null auf 200. Er ist für rund 300 000 Euro zu haben. | Bild: ERIC PIERMONT

Wo stehen die Autos jetzt?

„Die beiden Fahrzeuge wurden sicher abgestellt“, sagt Oliver Weißflog. Es gebe in der ganzen Region besondere Liegenschaften für diese Wagen. In Parkhäusern etwa seien sie vor Schäden geschützt. Wo genau die Autos des illegalen Autorennens abgestellt wurden, will der Polizeisprecher allerdings nicht mitteilen.

Nicht das Original, aber das selbe Modell: Der Porsche 918 Spyder fährt 320 Kilometer pro Stunde. Er beschleunigt von null auf 100 in nur 3,2 Sekunden.
Nicht das Original, aber das selbe Modell: Der Porsche 918 Spyder fährt 320 Kilometer pro Stunde. Er beschleunigt von null auf 100 in nur 3,2 Sekunden. | Bild: Andrew Gombert

Wann werden Autos eingezogen?

„Es ist jedes mal eine Einzelfallentscheidung“, so Mathy. Fahrzeuge, mit denen illegale Autorennen veranstaltet wurden, könnten grundsätzlich von der Staatsanwaltschaft eingezogen werden. Bei dieser Entscheidung spielt für die Staatsanwaltschaft die Verhältnismäßigkeit eine wichtige Rolle: „Bill Gates verkraftet es eher, wenn der Luxuswagen weg kommt“, sagt er. Eine Person, die hingegen ihr ganzes Leben auf dieses eine teure Auto gespart hätte, könne den Wagen eher behalten.

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Bekommen die Halter ihr Auto zurück?

Rechtliche Handhabe für die Beschlagnahme und endgültige Enteignung ist Paragraf 315f des Strafgesetzbuches. Die muss ein Richter am Ende der Ermittlungen immer bestätigen. Demnach können Fahrzeuge, die bei einem illegalen Straßenrennen als Tatmittel eingesetzt wurden, dauerhaft eingezogen werden. Dies setzt voraus, dass die Beschuldigten auch die tatsächlichen Eigentümer der Wagen sind. Die Autos werden dann laut Staatsanwaltschaft in der Nähe von Ravensburg versteigert. Der Erlös fließt in die Staatskasse. Wenn sich im Laufe der Ermittlungen herausstellen sollte, dass den Fahrern das illegale Autorennen nicht nachgewiesen werden kann, bekommen sie ihre Fahrzeuge zurück.

Gibt es Ausnahmen?

Bei aufwändigeren Ermittlungen könnte laut Staatsanwaltschaft Konstanz viel Zeit vergehen, bis das Ergebnis feststeht. Im Laufe der Zeit verlieren einige Autos deutlich an Wert. Falls dem Fahrer die Tat nicht nachgewiesen werden kann, bekäme er sein Auto dann minderwertig zurück. Um dem sogenannten unverhältnismäßigen Wertverlust vorzubeugen, werden Autos Mathy zufolge deshalb teilweise vor Abschluss des Ermittlungsverfahrens notveräußert, also versteigert.