Für Landesumweltminister Franz Untersteller war die Erhöhung des Wasserpfennigs einst ein geschickter Schachzug. Zu einer Zeit, als das Geld in der Landeskasse noch knapper war, konnte der Grünen-Politiker die Finanzierung des Hochwasserschutzes damit dauerhaft sichern. Tatsächlich ging die erste Stufe der Anhebung ohne große Aufregung über die Bühne: Die Zusatzbelastung für die Verbraucher ist gering. Ganz anders stellt sich die Sache für die Stromerzeuger dar, die für ihr Kühlwasser zur Kasse gebeten werden. Beschlossen wurde die Erhöhung um satte 50 Prozent vor mehr als vier Jahren. Angesichts der Veränderungen im Energiesektor wirkt der Zuschlag wie aus der Zeit gefallen. Mittlerweile haben sich die Produktionsbedingungen für die Kohle- und Kernkraftblöcke stark verschlechtert. Da fallen Zusatzbelastungen ins Gewicht. Besonders ärgerlich sind die ökologischen Nebenwirkungen: Ausgerechnet die neuen Kohleblöcke in Mannheim und Karlsruhe fallen im Wettbewerb hinter alte Kraftwerke mit höheren Umweltbelastungen zurück und kommen so nur weniger oder gar nicht mehr ans Netz. Die Folge wäre eine höhere Luftbelastung.