Mit etwas Sarkasmus könnte man sagen: Daimler hat seine oft zitierte technologische Vorreiterrolle mit in den Abgasskandal hinübergerettet. Sollten die jetzt erhobenen Vorwürfe nämlich zutreffen, hätten die Schwäbischen Autobauer ihre jüngste Abgas-Betrugssoftware so gut in den Eingeweiden ihrer Autos versteckt, dass die Behörden ganze drei Jahre brauchten, um sie zu entdecken.

Hunderttausende Autos zurückgerufen

Für Daimler wird es dadurch nicht besser, denn tatsächlich war man offensichtlich nicht immer so akkurat. Die Schwaben stecken schon länger tief im Dieselskandal. Die Zahl der Modelle mit Auffälligkeiten ist in den vergangenen Monaten zügig gestiegen. Mitte 2018 entging der Konzern einer Milliardenstrafe nur, weil er sich verpflichtete, Hundertausende Schummel-Diesel zurückzurufen.

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Immer klarer wird, dass der gefeierte Noch-Daimler-Chef Dieter Zetsche seinem designierten Nachfolger Ola Källenius bei Amtsantritt im Mai ein bitteres Erbe hinterlässt. Die Diesel-Krise wird für ihn zur echten Hypothek.