Martin Schweizer ist seit 2007 bei der Freiburger Fußballschule tätig. Der 39-Jährige, der inzwischen Sportlicher Leiter der Nachwuchsschmiede im Breisgau ist, spricht in unserem Interview über Jugendtraining unter Pandemie-Bedingungen und darüber, warum die aktuelle Situation auch eine Chance sein könnte.

Die Kickschuhe fein saeuberlich aufgereiht, dahinter steht Martin Schweizer (Sportlicher Leiter FFS) auf dem Flur des Nachwuchsleistungszentrum Fussballschule SC Freiburg
Die Kickschuhe fein saeuberlich aufgereiht, dahinter steht Martin Schweizer (Sportlicher Leiter FFS) auf dem Flur des Nachwuchsleistungszentrum Fussballschule SC Freiburg | Bild: Hahne, Joachim

Schweizer erzählt: „Wir fallen unter die Spitzensportverordnung, weshalb unsere U17-, U19- und U23-Mannschaften trainieren dürfen. Wir könnten auch mit der U15 und U16 trainieren, haben uns aber zum aktuellen Zeitpunkt noch dagegen entschieden.“ Das ganze Interview können Sie hier lesen.

Ein 14-Jähriger, der sich gedulden muss

Erst eine schwere Verletzung, dann der Lockdown – die erste Saison von Simon Tisch-Rottensteiner in der Jugendabteilung des SC Freiburg droht zum Bremsklotz für die Entwicklung des jungen Fußballers von der Reichenau (Landkreis Konstanz) zu werden.

Wie viele andere Jugendliche in ganz Deutschland kann der 14-Jährige derzeit nicht wie gewohnt seiner großen Leidenschaft nachgehen. Eine Situation, die nicht nur ihn, sondern auch seine Eltern beschäftigt.

Digitale Angebote, um ein bisschen am Ball bleiben zu können

Der zweite Lockdown und die damit verbundenen Einschränkungen zur Ausübung sportlicher Aktivitäten treffen nicht nur die Amateurkicker im aktiven Bereich, sondern auch den Nachwuchs mit voller Breitseite.

Die Vereine verharren jedoch nicht: Sie versuchen mit kreativen Lösungen, das Optimum aus ihren beschränkten Möglichkeiten zu machen, wie ein Beispiel am Bodensee zeigt: So fördert Jugendtrainer Rolf Dietrich als Leiter der Fördergruppe des FC Radolfzell seine Talente digital statt auf dem Platz.

Auf dem Fußballplatz oder in der Halle kann Rolf Dietrich derzeit nicht, um Talente auszubilden. Während des Lockdowns arbeitet der Öhninger auf digitaler Ebene mit seinen Schützlingen.
Auf dem Fußballplatz oder in der Halle kann Rolf Dietrich derzeit nicht, um Talente auszubilden. Während des Lockdowns arbeitet der Öhninger auf digitaler Ebene mit seinen Schützlingen. | Bild: Waibel, Markus

Zusammenhalt auf dem Hotzenwald

Der FC Bergalingen, ein Dorfverein am Hochrhein, stemmt sich gegen befürchteten Trend und verkündet stolz: „Wir sind jetzt stärker – trotz Corona“.

Dank ausgeklügelter Strategie hat der kleine Verein auf dem Hotzenwald seine Nachwuchsabteilung vergrößern können. Das Interview mit dem neuen Jugendleiter Ralf Kohlbrenner gibt es hier.

Jugendförderverein (JFV) für bestmögliche Förderung

Das Modell eines Jugendfördervereins (JFV) ist nicht mehr so neu im Bezirk Hochrhein. Seit März 2019 gibt es beispielsweise den JFV Region Laufenburg und seit Frühjahr des vergangenen Jahres ist auch die Region Rheinfelden mit ihrem JFV mit von der Partie. Der SV Herten, FV Degerfelden und SV Nollingen machen gemeinsame Sache. 32 Trainer kümmern sich um 300 Kinder und Jugendliche in 20 Fußballmannschaften.

Der Corona-Stillstand zwingt auch den Rheinfelder Jugendförderverein zur Improvisation in Form von digitalen Angeboten. FliptheSwitch-Challenge“ über TikTok, „Video-Challenge“ gibt’s im Angebot. Auch Videos für individuelle Übungen werden bereit gestellt. Sie verfolgen alle das Ziel, den Nachwuchs in der schwierigen Zeit bei Laune zu halten.

JFV Region Rheinfelden.
JFV Region Rheinfelden. | Bild: JFV Region Rheinfelden

Die Situation eines 17-jährigen Talents

„Wenn die fußballerischen Voraussetzungen stimmen, würde ich es jedem Talent empfehlen, den Weg zu gehen, den auch ich gegangen bin“, sagt Luis Weber vom SV Jestetten mit überzeugendem Brustton: „Aber – und das ist wichtig – Träumer und Phantasten werden keine Chance haben.“

Der 17-jährige Gymnasiast aus Balterweil bei Dettighofen ließ sein Talent in den Nachwuchsleistungszentren des FC Schaffhausen/CH SC Freiburg fördern. Er hofft auf ein baldiges Ende des Corona-Lockdowns. Im Sommer steht der Wechsel zum Oberligisten 1. FC Rielasingen-Arlen an. Die ganze Geschichte gibt es hier.

Lage in Sportvereinen

Durch die Corona-Zwangspause sind die Amateursportler zum Stillstand verurteilt. Experten befürchten deswegen einen Mitgliederschwund bei den Vereinen. Der Badische Sportbund etwa hat rund 14 000 Mitglieder verloren. Wir haben bei Clubs in der Bodensee-Region nachgefragt: So sehr leiden die Sportvereine durch den Lockdown.

Ein Jugendwart in den Startlöchern

Bezirksjugendwart Harald Fengler aus Albbruck steht mit seinem Team in den Startlöchern: „Wir wollen mit dem Nachwuchs zumindest die Vorrunde beenden“. Die Jugend-Staffelleiter des Fußballbezirks Hochrhein haben ihre Hausaufgaben gemacht und sämtliche Spielpläne für die Zeit nach dem Corona-Lockdown neu verfasst. Die Hoffnung auf einen Re-Start nach den Osterferien ist da.