Fußball, SBFV-Pokalfinale: 1. FC Rielasingen-Arlen - VfR Hausen 6:1 (5:0)

„Der Bürgermeister ist stolz! Ein besseres Marketing für Rielasingen-Arlen gibt es nicht!“, war Rielasingens Bürgermeister Ralf Baumert hochzufrieden mit dem überzeugenden 6:1-Finalsieg über den VfR Hausen, mit dem sich „sein“ Club den südbadischen Pokal sicherte. Es war vor allem in der ersten Hälfte eine wahre Fußball-Gala, die die Elf von Trainer Jürgen Rittenauer im Villinger Friedengrund präsentierte. Der Lohn: der SBFV-Pokalsieg und zum Auftakt der Saison 2017/18 ein Ticket für die erste Runde im DFB-Pokal.

Bereits nach 21 Spielminuten war vor 2017 Zuschauern im Endspiel die Vorentscheidung gefallen, denn die Hegauer führten zu diesem Zeitpunkt schon mit 4:0, und aufgrund der deutlichen Überlegenheit konnte man sich eine Wende nicht mehr vorstellen.

Bereits in der 3. Minute gab Alen Lekavski einen ersten Warnschuss ab, der allerdings nur an die Latte ging. Doch schon eine Minute später gab es nach einem Foul an Frank Stark Strafstoß – Lekavski ließ sich dieses Mal die Chance nicht entgehen – und es hieß 1:0. Zwei Minuten später konnte Hausens Torhüter Paul Kinder einen Kopfball von Sebastian Stark noch aus dem Winkel fischen, doch beim nächsten Versuch Starks, er war von Christoph Matt steil geschickt worden, war Kinder machtlos – und es hieß nach acht Minuten bereits 2:0.

Nur ansatzweise kam vor dem Tor des 1. FC Rielasingen-Arlen Gefahr auf. Etwa, als die FC-Hintermannschaft Jonas Pfau nicht konsequent genug anging, doch Torhüter Klose war auf dem Posten (12.). Nahezu im Gegenzug fiel bereits das 3:0. Frank Stark war von seinem Gegenspieler nicht zu halten, Starks Rückpass kam präzise zu Lekavski, der aus kurzer Distanz wenig Mühe hatte. Und wenn es einmal läuft, dann läuft’s! Ein Freistoß von Benjamin Winterhalder kommt in der 21. Minute hoch vor das Tor, Kevin Kling springt am höchsten und köpft sicher ein – 4:0.

Mit der sicheren Führung im Rücken schlich sich bei der Mannschaft von Trainer Jürgen Rittenauer zwar der eine oder andere Leichtsinnsfehler ein, doch das blieb ohne Folge. Ganz im Gegenteil: Rene Greuter reagierte nach einem zunächst abgeblockten Rielasinger Freistoß am schnellsten und schob den Ball von der Strafraumgrenze platziert in die untere Ecke – 5:0 nach nur 37 Minuten. „Wir haben unsere Torchancen heute eiskalt genutzt!“, stellte Peter Dreide, der Vorsitzende des 1. FC Rielasingen-Arlen, dazu fest, natürlich überglücklich angesichts des Höhepunktes in der Vereinsgeschichte.

Doch zunächst ging es in Villingen darum, noch die zweite Hälfte über die Bühne zu bringen. Zwar agierte die Rittenauer-Elf nun nicht mehr mit der Dynamik der ersten Hälfte, dennoch kamen keine Zweifel über den Ausgang des Endspiels auf. Allerdings rückte nun auch FC-Torhüter Dennis Klose das eine oder andere Mal in den Mittelpunkt, bis in die Schlussphase hielt er seinen Kasten allerdings sauber. Bei einem Rielasinger Angriff konnte die Abwehr des VfR Hausen zwar zunächst einen Schuss von Philipp Dietrich abblocken, danach sogar noch den platzierten Versuch von Patrick Leschinski, doch vier Minuten später waren dann selbst die eingefleischtesten Pessimisten im Anhang der Hegauer überzeugt.

Dietrich konnte einem VfR-Abwehrspieler den Ball abjagen, stand vor VfR-Keeper Kinder und legte quer auf Niedhardt, der nur noch ins leere Tor zum 6:0 einzuschieben brauchte.

Es ehrt den Landesligisten, dass er danach um den Ehrentreffer kämpfte und mit dem 6:1 wenige Minuten vor dem Abpfiff belohnt wurde. Danach aber feierte der 1. FC Rielasingen-Arlen, alle waren überglücklich, vom Bürgermeister bis zum Vereinsvorsitzenden. Nun darf auf die Pokalauslosung hingefiebert werden. Denn der Blick geht schon nach vorne, nicht nur auf den DFB-Pokal, sondern auf die kommende Runde. Mit diesem Erfolg im Rücken will der 1. FC ein Wörtchen um den Oberligaaufstieg mitreden. Mit solch einem Auftritt haben die Verantwortlichen sicherlich gute Argumente für mögliche Verstärkungen oder Sponsoren. Wie es Bürgermeister Baumert eben ausdrückte: „Ein besseres Marketing für Rielasingen-Arlen gibt es nicht!“

1. FC Rielasingen-Arlen: Klose, Kling (64. Lang), Greuter, Bertsch, Winterhalder, Strauß, S. Stark (76. Jeske), Lekavski (72. Dietrich), Berger, Matt (66. Leschinski), F. Stark (56. Niedhardt). – Tore: 1:0 (5./FE) Lekavski, 2:0 (8.) S. Stark, 3:0 (14.) Lekavski, 4:0 (21.) Kling, 5:0 (37.) Greuter, 6:0 (78.) Niedhardt, 6:1 (86.) Hubert. – SR: Dusch (Kehl). – Z: 2017.


Videos: So feiern Spieler und Mannschaft:



DFB-Pokal

Mit dem Erfolg im südbadischen Pokal gegen den VfR Hausen hat sich der Verbandsligist 1. FC Rielasingen-Arlen für die 1. Runde des DFB-Pokals der Saison 2017/18 qualifiziert, an der 64 Mannschaften teilnehmen: Die Teams der Bundesliga und der 2. Bundesliga, die Verbandspokalsieger der 21 Landesverbände sowie die ersten Vier der 3. Liga des abgelaufenen Spieljahres. Die Hegauer haben dabei auf jeden Fall Heimrecht und dürfen sich über Einnahmen in Höhe von 115000 Euro freuen. Die Auslosung der ersten Pokalrunde ist am 11. Juni. (fei)

„Das war besser als ein Traum“

In unserem Interview spricht Tobias Bertsch, der Kapitän des 1. FC Rielasingen-Arlen, über den Pokal­triumph gegen den VfR Hausen in Villingen

Herr Bertsch, hatten Sie im Vorfeld der Begegnung erwartet oder gehofft, dass der Finalsieg eine so klare Sache werden würde?

Das konnte man sich nicht einmal erträumen, das war besser als jeder Traum. Es war ein überragender Start. Nach fünf Minuten das 1:0, nach acht Minuten das 2:0 – besser kann es an so einem Tag nicht laufen. Unglaublich.

Und was ging Ihnen dabei durch den Kopf, denn Sie sehen die Entwicklung ja als Abwehrspieler von hinten?

Für mich hatte dann Priorität, nicht locker zu lassen, immer weiter zu machen, immer nachzulegen. Weil in solch einer Situation ja die Gefahr besteht, abzuschalten und dann das Spiel noch aus der Hand zu geben. Und das wollte ich nicht machen.

Ab welchem Zeitpunkt hatten Sie das Gefühl, dass das reicht?

Nachdem das 6:0 fiel und wir wussten, dass noch etwa 15 Minuten zu spielen sind. Und Hausen hat auch nach der 60. Minute etwas nachgelassen, was ja auch verständlich ist.

Aber um den Ehrentreffer haben sie schon noch gekämpft!

Auf jeden Fall haben sie sich den auch verdient gehabt. Respekt vor ihrer Leistung. Aber wir haben jetzt leider das Gegentor.

Mit diesem „Makel“ werden sie leben können?

Wir haben den Pott, und damit ist das alles egal.

Fragen: Jürgen Rössler