Die Aussagen des WM-Botschafters in der ZDF-Doku „Geheimsache Katar“, Homosexualität sei ein „geistiger Schaden“, zeigt: Die Welt ist bei dieser WM nicht zu Gast bei Freunden. Die Weltoffenheit des Gastgebers hört da auf, wo es nicht mehr der Imagepflege dient.

Es kann nicht mal mehr als Tiefpunkt des Turniers angesehen werden, denn überrascht von einer derartigen Aussage darf niemand sein – maximal davon, dass sich WM-Botschafter Khalid Salman beim Dreh einer Dokumentation zu einer solchen hinreißen lässt. Boykott-Rufe werden trotz der Aussage so kurz vor Turnier-Start freilich nicht fruchten.

Die Spieler hätten jedoch jetzt die Möglichkeit, mit einer Regenbogenkapitänsbinde ein Zeichen zu setzen. Diese soll ja durch eine abgeschwächte „One Love“-Binde ersetzt werden, die aber spätestens nach der Entgleisung des WM-Botschafters jeglichen Wert verloren hat. Laut Salman müsse übrigens jeder, der nach Katar kommt, die Regeln vor Ort respektieren.

Damit hat er prinzipiell recht. Fakt ist jedoch auch: Zum Ausrichten des Turniers hat Katar niemanden gezwungen. Und Toleranz gehört nun einmal zum Fußball dazu. Da darf es keine Kompromisse geben.