Das war ein Einstand. Kaum hatte Ferrari verkündet, Mick Schumacher in der hauseigenen Fahrerakademie aufzunehmen, setzte der 19-Jährige ein erstes Ausrufezeichen. Beim Race of Champions gewann er im Buggy sein Rennen gegen Sebastian Vettel, den Formel-1-Vizeweltmeister. Bald werden sich die beiden noch häufiger treffen.

Was bedeutet die Aufnahme in die Ferrari-Akademie?

Mick Schumacher ist nun endgültig bei dem Team angekommen, das sein Vater Michael so sehr geprägt hat. Fünf seiner sieben WM-Titel hatte Michael Schumacher mit den Italienern gewonnen. Die wollten schon länger Mick Schumacher verpflichten, auch Konkurrent Mercedes hatte Interesse. In einem Silberpfeil hatte Schumacher 2012 seine Formel-1-Karriere beendet. Mercedes aber zog nun den Kürzeren. Für Mick Schumacher bedeutet der Vertrag freilich nicht, dass er gleich in einem Ferrari fahren wird.

Der 19-Jährige wird wie geplant in der Formel 2 beim italienischen Prema-Team an den Start gehen. Im Rahmen der Formel-1-Testfahrten aber wird er die Möglichkeit haben, in einem Formel-1-Renner erste Königsklassen-Luft zu schnuppern. Am wahrscheinlichsten wohl für die Ferrari-Kundenteams Haas oder Sauber. Dass er ein starker Rennfahrer ist, hat er nicht zuletzt am Wochenende beim Race of Champions in Mexiko-Stadt gezeigt, als er zusammen mit Sebastian Vettel Rang zwei für Deutschland holte.

Was da wohl auf dem Pokal steht? Mick Schumacher und Sebastian Vettel holten Platz zwei beim Race of Champions in Mexiko-Stadt.
Was da wohl auf dem Pokal steht? Mick Schumacher und Sebastian Vettel holten Platz zwei beim Race of Champions in Mexiko-Stadt. | Bild: Rebecca Blackwell, dpa

 

Wie könnte Schumachers Karriere weitergehen?

Sollte Mick Schumacher tatsächlich für den Schweizer Rennstall Sauber fahren dürfen, würde sich ein Kreis schließen. Auch sein Vater Michael testete vor seinem Formel-1-Debüt 1991 in einem Sauber. Kimi Räikkönen, der jetzt wieder zu den Schweizern zurückgekehrt ist, hat seine Formel-1-Karriere bei Sauber begonnen. Gleiches gilt für Charles Leclerc, der 2019 für Ferrari fährt und Teamkollege von Sebastian Vettel wird. Der 21-Jährige hat vergangene Saison für Sauber viele gute Ergebnisse eingefahren.

Der Vertrag mit Ferrari ist für Schumacher der erste Schritt. Schwerpunkt wird für ihn aber zunächst die Formel 2 sein. Sollte er auch dort wie zuletzt in der Formel 3 um den Titel mitfahren können, könnte er schon 2020 sein Formel-1-Debüt feiern. Am ehesten wohl bei Sauber. Bei Ferrari, so wird bereits spekuliert, soll er irgendwann Sebastian Vettel ersetzen. Der Vertrag des Heppenheimers endet 2020. Viel hängt bei ihm davon ab, wie er sich im Titelkampf gegen Lewis Hamilton schlägt. Zuletzt war Vettel chancenlos, das gefällt bei Ferrari keinem. Es könnte also 2021 zu einem Platztausch kommen. Erst recht, wenn Schumacher ähnlich stark fährt wie 2018, als er mit seinem Team den Formel-3-Titel bejubelte.

Dank einer starken Leistung in der zweiten Saisonhälfte holte sich Mick Schumacher in der vergangenen Saison den Titel in der Formel 3.
Dank einer starken Leistung in der zweiten Saisonhälfte holte sich Mick Schumacher in der vergangenen Saison den Titel in der Formel 3. | Bild: Thomas Suer, dpa

Kann Schumacher dem Druck standhalten?

Die Karriere des 19-Jährigen wird behutsam aufgebaut. Dafür sorgt Sabine Kehm, die langjährige Managerin von Michael Schumacher. Sie kümmert sich um die Öffentlichkeitsarbeit. So hielt sie Mick Schumacher zu Beginn seiner Karriere weitgehend aus der Öffentlichkeit raus. Erst nach und nach gab er Interviews. Mittlerweile macht das der 19-Jährige sehr routiniert.

Zum Ende der vergangenen Formel-3-Saison zeigte er sein ganzes fahrerisches Können und holte den Titel. Es war der erhoffte große Sprung, der ihm da gelang. Kehm schafft es auch, das Prviatleben der Schumachers privat zu halten. So dringt nichts nach außen über Michael Schumachers Gesundheitszustand. Seit seinem schweren Ski-Unfall vor fünf Jahren lebt der 50-Jährige von der Öffentlichkeit abgeschirmt, was ein großer Verdienst von Sabine Kehm ist.

Sabine Kehm (rechts) sorgt dafür, dass sich Mick Schumacher in Ruhe entwickeln kann.
Sabine Kehm (rechts) sorgt dafür, dass sich Mick Schumacher in Ruhe entwickeln kann. | Bild: Stephanie Lecocq, dpa

Gibt es andere Vater-Sohn-Gespanne in der Formel 1?

Einige. Und sogar welche, in denen beide den Titel gewannen. Allen voran Keke und Nico Rosberg. Keke holte 1982 den WM-Titel mit nur einem Rennsieg. Sein Sohn Nico war 2016 mit dem WM-Titel an der Reihe und trat anschließend aus der Formel 1 zurück. Auch Vater und Sohn Hill dürfen sich Weltmeister nennen. Graham fuhr von 1958 bis 1975 in der Formel 1 und wurde zweimal Weltmeister. 1975 starb er bei einem Flugzeugabsturz.

Sein Sohn Damon war ein großer Rivale von Michael Schumacher und holte sich 1996 den WM-Titel. Ohne Titel sind bislang die Verstappens. Vater Jos fuhr 106 Rennen in der Formel 1, wobei ihm zwei Podestplätze gelangen. 2003 wechselte der Niederländer in den Langstreckensport. Sein Sohn Max gehört zu den großen Talenten im Motorsport. Als er 2016 den Großen Preis von Spanien gewann, ging er als jüngster Sieger in die Formel-1-Geschichtsbücher ein.

Nico Rosberg hat 2016 den WM-Titel in der Formel 1 geholt. Seinem Vater war das 1982 gelungen.
Nico Rosberg hat 2016 den WM-Titel in der Formel 1 geholt. Seinem Vater war das 1982 gelungen. | Bild: Karim Sahib, AFP