In Österreich sollen Corona Massentests „ein möglichst sicheres Weihnachten„ gewährleisten. Das kündigte Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz Sonntag an. Am Samstag hatte er den zweiten harten Lockdown für Österreich ausgerufen. „Treffen Sie niemanden“, empfahl er. „Jeder Kontakt ist einer zu viel“.

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Wie im Frühjahr sollen ab Dienstag alle Geschäfte und Dienstleistungsbetriebe schließen, die Schulen auf Fernunterricht umstellen und die Menschen bis auf wenige Ausnahmen die Häuser nicht verlassen. Diese Aussicht bewirkte am Samstag, dass die Einkaufsstraßen voll waren und der Handel mit Lockangeboten und Rabatten dafür sorgte, dass sich Menschenmassen in den Baumärkten, Elektronikgeschäften, Möbelzentren und Kaufhäusern drängelten.

Österreichs Infektionsraten liegen über denen der USA

Der erneute harte Lockdown ist notwendig, weil Österreichs Infektionsraten mit mehr als 7400 Neuinfektionen und 60 Toten täglich inzwischen an der Spitze der Europäischen Union und sogar über den USA liegen. Die Sieben Tages-Inzidenz steht im Schnitt bei 587. „Wir brauchen eine Notbremsung und zwar sofort“, so Gesundheitsminister Rudi Anschober, Die Grünen. Das Gesundheitssystem stoße vielerorts bereits an seine Grenzen. Immer mehr planbare Operationen werden verschoben, um Personal und Betten auf Intensivstationen für Covid-19-Patienten zur Verfügung stellen zu können.

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Laut Anschober hat sich die Zahl der Patienten in den vergangenen zwei Wochen verdoppelt, die im Krankenhaus behandelt werden müssen. „Gelingt keine Trendumkehr, gibt es bald die Situation einer Triage“, warnte Klaus Markstaller, der Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Anästhesie. Das heißt, dass Ärzte darüber entscheiden müssen, für wen eine intensivmedizinische Behandlung möglich wäre und wem sie nicht geboten werden kann.

Millionen Tests vor Weihnachten geplant

Kurz betont derzeit immer wieder, dass er immer für härtere Maßnahmen gewesen sei, sich aber gegenüber den Bundesländern und dem grünen Koalitionspartner nicht habe durchsetzen können. „Ich glaube, auch die Bevölkerung war vor einigen Wochen wahrscheinlich noch gar nicht so weit, mitzumachen“, sagte er. Doch mit dem bis zum siebten Dezember geplanten Lockdown „werden wir das Weihnachtsfest retten können“, sagte er Sonntag.

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Danach sollen zuerst Schulen und der Handel wieder öffnen. Bestimmte Bevölkerungsgruppen, wie Lehrer, sollen dann begleitend mit Antigen-Tests getestet werden. Mit Millionen von Tests soll vor Weihnachten dem Vorbild der Slowakei gefolgt werden, um „ein möglichst sicheres Weihnachtsfest zustande zu bringen“. Massentests hätten dort in den vergangenen Wochen „das Infektionsgeschehen gedrückt“, so Kurz. Tatsächlich waren mit den prinzipiell als unsicher geltenden Antigen-Schnell-Tests zehntausende positive Fälle gefunden worden. Österreich steht derzeit vor dem Problem, dass mit Hilfe des Contact Tracings nur noch 23 Prozent der Fälle zurückverfolgt werden können.

Kinderbetreuung soll aufrechterhalten werden

Eines der größten Probleme des Lockdowns entsteht für die Familien durch die Umstellung an den Schulen auf Fernunterricht, die die Regierung bis zuletzt vermeiden wollte. Anders als im Frühjahr soll neben dem Fernunterricht an den Schulen ein Betreuungsangebot „für alle, die es brauchen“ aufrechterhalten werden. Auch in den Kindergärten soll für die Eltern, die keine andere Möglichkeit haben, ihr Kind betreuen zu lassen, ein Angebot bestehen bleiben.

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Die wirtschaftlichen Einbußen werden weitgehend durch Entschädigungen aufgefangen. Während Privatpensionen, Gaststätten und Hotels ebenso wie Friseure mit 80 Prozent des Vorjahresumsatzes im Monat November entschädigt werden, sollen Blumenläden 60 Prozent und Möbelgeschäfte nur 20 Prozent Umsatzersatz bekommen.

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