Ist Finanzminister Olaf Scholz jetzt Feminist? Ja. Denn er möchte demnächst zum SPD-Chef gekürt werden – an der Seite einer Alibi-Partnerin namens Klara Geywitz, mit deren Namen selbst gestandene Genossen kaum etwas anfangen können.

Da Scholz frauenpolitisch bisher nicht aufgefallen ist, muss er den Gender-Damen in seiner Partei die Hand reichen, damit ihm auch ihre Stimmen zufallen. Da kommt die Abschaffung der Steuervorteile für reine Männervereine gerade recht – 100 Prozent weibliche Vereine dürften dabei kaum eine Rolle spielen.

Lachen bleibt im Hals stecken

Scholz' Spielchen mit der Gemeinnützigkeit von Vereinen ist an Durchschaubarkeit zwar kaum zu übertreffen. Dennoch dürfte vielen (männlichen) Vereinsvorständen das Lachen im Halse steckenbleiben.

Zu viel steht für sie auf dem Spiel: Etwa die Befreiung von Grundsteuer und Gewerbesteuer, von der Erbschafts- und Schenkungssteuer oder der Verlust des Rechts, die heiß begehrten Spendenquittungen ausstellen zu dürfen. Ja, das deutsche Vereinswesen genießt wunderbare Vorrechte. Und so soll es auch bleiben.

Wie weltfremd ist das denn?

Dasselbe muss für das Recht eines Vereins gelten, selbst darüber entscheiden zu dürfen, wen er aufnimmt und wen eben nicht. Unsere Grundrechte lassen dies gottseidank zu. Wenn eine Freimaurerloge, eine bierseelige Studentenverbindung oder eine Narrenzunft in Südbaden keine Frauen aufnimmt, so hält unsere Gesellschaft das sehr gut aus. Das Bedürfnis von Frauen, bei diesen Männerbünden Einlass zu erstreiten, dürfte sich in Grenzen halten, zumal jeder das Recht hat, einen eigenen Verein zu gründen. Wie weltfremd muss man sein, um hier ein Problem herbeizupolitisieren?

Der „Hamburger Ruderinnen Club“

Eine Frage, die sich Bürger immer öfter stellen, und die sich auch jetzt wieder aufdrängt: Haben wir in Deutschland eigentlich keine anderen Probleme? Wo sind die Busladungen von Männern, die unbedingt im „Hamburger Ruderinnen-Club“ mitpullen wollen? In selbstquälerischer Umsetzung einer Gleichberechtigung mit der Brechstange nehmen die Frauen, so wird berichtet, jetzt auch Männer auf. Allerdings müssen sie nicht mit ihnen in einem Boot sitzen. Wir atmen auf!

Gut so: Narren machen ernst

Schön ist es natürlich, wenn Vereine alte Zöpfe abschneiden und sich Blutauffrischung durch das andere Geschlecht erhoffen. Wer wollte das bestreiten? So öffnet der bekannte Aachener Karnevalsverein, der den noch bekannteren „Orden wider den tierischen Ernst„ verleiht, nach 160 Jahren auch Frauen den Zugang. Gut so, Humor geht uns alle an!

In diesem Sinne – leicht verspätet – zum Start der närrischen Saison die Frage zum Scholz-Steuertrick: Wolle mer‘n roilasse? Nee, Olaf, lass mal gut sein. Wir kommen auch alleine klar. Die Männer wie die Frauen!

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